Are you Scared? Sorry Baby, nicht einmal ansatzweise...

Blood Show auf DVD - e-m-s (über amazon.de)
Blood Show auf DVD - e-m-s (über amazon.de)
"Are you Scared?" ist hierzulande unter dem Titel "Blood Show" auf DVD erschienen. Der Film ist mit dem Wort Rohrkrepierer noch vornehm beschrieben.

Ein Haufen austauschbarer Teenager ohne jeglichen Anflug von Persönlichkeit, welche die Helden dieses Filmes darstellen sollen, wacht in einem verlassenen Lagerhaus auf. Sie alle haben sich für die Horrorshow "Are you Scared?" beworben und glauben nun, dass sie in einer Fernsehsendung sind und groß herauskommen werden. Dabei stellen sie leider fest, dass sie in die Hände eines Serienmörders geraten sind, der auf diese Art und Weise seine Opfer ködert. Da dies noch nicht genug zu sein scheint, hat eine der völlig neben sich stehenden Hohlbratzen... äh... jugendlichen Heldinnen eine besondere Verbindung zu dem verrückten Killer.

Blöd, Blöder, "Blood Show"

"Blood Show" (Originaltitel: "Are you Scared?") ist einer jener Filme, die den Zuschauer durch ihre schiere Blödheit nicht nur beleidigen, sondern ihn dazu bringen, sich darüber zu ärgern, mit den 76 Minuten, welche dieses Machwerk nur dauert, nichts Sinnvolleres angestellt zu haben. Wobei hier auch "einem offenen Farbeimer beim Trocknen zuschauen" in die Kategorie "sinnvollere Tätigkeit" fällt.

Die hier en masse servierten Idiotien suchen wirklich ihresgleichen. Da gibt es einen Killer, der offensichtlich schon längere Zeit aktiv ist und seine Opfer dadurch sucht, dass er Anzeigen für eine Realityshow im Fernsehen in diversen Zeitungen schaltet. (Wie sonst sollten die potentiellen Opfer davon wissen?) Da er alle Videos hat, muss er dabei wohl irgendeine Adresse oder ein Postfach angeben. Als wäre das nicht schon idiotisch genug, muss er auch noch alle Opfer entführen und in sein (sehr großes) Versteck bringen, damit sie dort in seine tollen Todesfallen tappen können. Die Chance, dass er dabei niemandem auffällt wäre schon in etwa so groß wie die Überlebensmöglichkeiten eines Schneeballs in der Hölle.

Ein grenzdebiler Plan

Es geht aber noch weiter, denn der Killer hatte die ganze Zeit einen teuflischen (oder teuflisch blöden?) Plan: Er wollte, dass sich seine Tochter bei der angeblichen Show bewirbt, da diese mit ihrer Mutter versucht hat, den irren und sie immer wieder prügelnden Vater ins Jenseits zu befördern. Da das nun endlich geschehen ist, hat er auch ihre Mutter entführt, die den Zuschauern im letzten Akt an ein Bett gefesselt präsentiert wird und die natürlich die ganze Zeit keinen Laut von sich gegeben hat, obwohl sie praktisch nur ein paar Meter entfernt war und gehört haben muss, dass sich ihre Tochter gemeinsam mit einem ganzen Haufen anderer Leute erstens im selben Gebäude befindet und zweitens in Lebensgefahr ist. Dabei fragt man sich beim Zuschauen außerdem noch, wieso der Idiot von Mörder nicht einfach seine Familie gekillt hat, anstatt so eine durchgeknallte Show abzuziehen. Die Antwort ist einfach: Dann gäbe es keinen Film, mit dem Regisseur Andy Hurst die Leute nerven könnte.

Garniert wird die ganze Sache von einem Polizistenduo, das uns erklärt, wie lange der Mörder schon sein Unwesen treibt, und das dennoch nicht in der Lage war, herauszufinden, dass sich alle Opfer bei einer Fernsehshow bewerben wollten, die es gar nicht gibt,und die beide nur dazu da sind, im richtigen Moment draufzugehen, beziehungsweise das Publikum pausenlos mit Stehsätzen wie "Das Spiel hat bereits begonnen!" zu nerven.

"Blood Show": Todesfallen, die bei "Saw" weggeschmissen wurden

Wenn die Handlung schon dermaßen bescheuert ist, sind dann wenigstens die Todesszenen nett gemacht? Schließlich kommt es in einem Slasherfilm auch darauf an. Leider muss auch diese Frage mit einem klaren "Nein!" beantwortet werden. Im Gegenteil, das einzige, was hier noch dümmer ist als die Protagonisten, sind die Arten, wie selbige zu Tode kommen. Beispiele gefällig? Da sind zwei der Protagonisten (ein Zwillingspärchen, das sich offenbar auch dasselbe Gehirn zum Denken teilt) tatsächlich (auch wenn sie da noch glauben, in einer Show zu sein) dumm genug, sich selbst an jeweils einen Stuhl zu fesseln und eine extrem schwere Halsfessel anzulegen, bevor sie den Notizzettel mit den auszuführenden Anweisungen lesen. Dass ihnen erst dann die Fernbedienungen und die Bohrer auffallen, die auf ihre Köpfe gerichtet sind, ist wohl der Tatsache zu verdanken, dass beide die Aufmerksamkeitsspanne eines toten Murmeltiers haben. Natürlich setzen sich nun die beiden Bohrer in Bewegung, die man mit der Fernbedienung so steuern kann, dass sich per Knopfdruck der eigene Bohrer in Bewegung setzt, während der jeweils andere stehen bleibt. Natürlich läuft hier alles darauf hinaus, dass der Bruder seiner Schwester einredet, sie solle ihre Fernbedienung wegschmeißen, damit er den sinnlosen Heldentod sterben kann. Sinnlos deshalb, weil alle anderen draußen stehen und ihnen beim Sterben zuschauen. Dabei wird der Rest vom Schützenfest von einer Glasscheibe und ein paar dünnen Brettern davon abgehalten, ihre Freunde zu retten. Leider sieht diese "Barrikade" so instabil aus, dass die Schauspieler sie wohl nur scharf anschauen müssten, um sie zum Einsturz zu bringen.

Ganz lustig sind auch die Selbstschussanlagen vor dem Ausgang, in die einer der Helden stolpert. Natürlich ist es nicht schön, im Dunkeln Stolperdrähten ausweichen zu müssen, die alle mit verschiedenen Gewehren verbunden sind, das ist klar. Aber wenn der irre Killer schon so nett ist und kurz das Licht anmacht, damit man sieht, dass alle Schusswaffen ausnahmslos so hoch hängen, dass man sich nur vorsichtig auf den Bauch legen und Richtung Ausgang robben müsste, da so alle Gewehre ohnehin über ihn drüberballern würden. Da hilft es auch nichts mehr, wenn die Spezialeffekte besser aussehen, als es sich dieser Film verdient hätte. So hat man die ganze Zeit das Gefühl, es handelt sich hier um Fallen, die man bei "Saw" im Planungsstadium in den Mistkübel geworfen hat.

"Blood Show" auf DVD

"Blood Show" wurde hierzulande von e-m-s auf DVD veröffentlicht. Das Bild ist auf einem eher durchschnittlichen Niveau, vor allem in den dunklen Szenen (von denen es hier einige gibt) gehen einige Details verloren. Der Ton liegt auf Deutsch und Englisch im Dolby Digital 5.1 Format vor. Dabei ist es von der Qualität her völlig egal, welche Tonspur man nimmt, es sind beide klar und gut verständlich. Als Extra gibt es nur den Trailer zu "Blood Show".

Fazit zu "Blood Show"

Dieser Film ist nur für Leute, die eine masochistische Ader oder zu viel Lebenszeit haben, die sie gerne sinn- und hirnlos verschwenden möchten. Für alle anderen gilt: Finger weg!

Udo Seelhofer, Udo Seelhofer

Udo Seelhofer - Studium: Deutsche Philologie (abgeschlossen) Kombinierte Religionspädagogik (im letzten Abschnitt) Arbeit: Seit Oktober 2006 ...

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