Laut der Dramentheorie des Aristoteles aus der „Poetik“ (von ihm verfasstes Werk über Dichtkunst), muss ein Drama sich an die „drei Einheiten“ halten. Hiermit versuchte er das Drama vom Epos, das Epos erzählt und das Drama ahmt nach, abzugrenzen, welches sich nicht an die Einheit der Zeit halten muss.

Klassisches Drama - Merkmale und Aufbau

Ein Merkmal des klassischen Dramas ist der Aufbau. Der Aufbau erfolgte strikt nach Aristoteles Dramentheorie. Das klassische Drama lehnte sich stark an die Antike. Ein klassisches Drama weist aber auch Merkmale wie Humanitätsideale auf, die man aus der Antike, sowie der Renaissance, kennt.

Die drei Einheiten der Dramentheorie - klassischer Dramenaufbau

      1. Einheit: Einheit der Zeit: Handlung darf 24 Stunden nicht überschreiten (ein „Sonnenumlauf“) und keine Zeitsprünge
      2. Einheit: Einheit des Ortes : Schauplatz darf nicht gewechselt werden, es gibt nur einen Schauplatz
      3. Einheit: Einheit der Handlung: Handlung muss in sich geschlossen sein (Anfang und Ende) und gerade zum Ziel führen (keine Nebenhandlungen)
Ein klassischer Dramenaufbau war lange Zeit ein Richtwerk für Autoren unterschiedlicher Epochen. Nicht nur zu Zeiten Aristoteles, wurden diese 3 Einheiten, in Dramen strikt eingehalten. Der klassische Dramenaufbau fand Anwendung bis ins 18. Jahrhundert, ist aber in der modernen Literatur, so gut wie gar nicht mehr zu finden. Gotthold Ephraim Lessing war der erste, der diese doch sehr statische Form des klassischen Dramenaufbau strikt ablehnte.

Einbeziehung der Zuschauer und künstlerische Umsetzung

Der Zuschauer, soll durch das Miterleben von Furcht (phobos) und Mitleid (eleos), eine Läuterung, bzw. Reinigung (Katharsis), erfahren. Dieses Gefühl, soll mittels der Handlung und der Schauspieler, vermittelt werden. Das Mitleid, stellt eine angemessene emotionale Reaktion auf ein widerfahrenes, unverdientes Unglück, einer Person, dar. Der Zuschauer soll die Furcht auf sich selbst beziehen. Er soll sehen, dass es ihm ebenso ergehen könnte, wie demjenigen, dem das Unglück widerfahren ist. Es findet also eine hingebende Einfühlung in die Figuren statt.

Beim alleinigen Lesen von Dramen werden Bühnendimensionen (Umgebung, schauspielerische Gestaltung usw.) vernachlässigt, denn der Dramatiker verfasst seine Werke, indem er diese mit einfließen lässt. Diese Komponenten bilden eine Einheit. Dies ist heute wichtiger als damals, da heutzutage häufiger Dramen gelesen und nicht als Aufführung gesehen werden. Durch das Lesen erfährt das Drama eine Reduzierung, auf die sprachlichen Faktoren. Ein Drama enthält zwei Textschichten. Zum einen gibt es den „sprachlichen Text“. Dieser wird auch als Haupttext bezeichnet, es ist der von den Figuren gesprochene Text (szenische sprechen). Zum anderen gibt es den „nicht sprachlichen Text“, welcher aus Vorwörtern, Bühnenanweisungen, Regieanweisungen usw. besteht. Manch ein Autor führt in seinen Werken extrem viele Bühnenanweisungen auf. Das lässt auf sein Misstrauen, beispielsweise gegenüber den Schauspielern, schließen. Bühnenanweisungen müssen sich aber nicht zwingend im Nebentext befinden.

Wie oben erwähnt, sind manche Dramen, durch räumliche und technische Möglichkeiten der Bühne eingeschränkt. Beispielsweise waren die Dramen der Shakespeare-Zeit für dekorationsarme und neutrale Spielflächen bestimmt. Auf heutigen „Illusionsbühnen“, wird das sprachlich Vorgestellte, auf der Bühne materialisiert.

Quelle: uni-due.de

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