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Armer Hase: Der neue Star bei Facebook

Armer Hase - Armer Hase/Reinhard Crasemann
Armer Hase - Armer Hase/Reinhard Crasemann
Verlassenes Stofftier hoppelt sich mithilfe einer Hamburger Werbeagentur in die Herzen der Facebook-Gemeinde.

„Irgendwo da draußen bist du und ich werde dich finden.“ Die langen, plüschigen Hasenohren dicht an ein Brückengeländer gepresst, hält das im Moment wohl bekannteste deutsche Stofftier Ausschau nach seinem Besitzer. Der arme Hase sucht sein Kind. Und über 3200 Freunde bei Facebook helfen mit.

„Armer Hase“ wird an der Hoheluftchaussee gefunden

Es ist Montag, der 4. Juli 2011. Robert Pauly von der Hamburger Werbeagentur Heye ist auf dem Weg ins Büro am Gänsemarkt, als sein Blick an der Bushaltestelle Hoheluftchaussee auf ein verschmutztes Stoffbündel fällt. Ein ehemals hellbrauner Plüschhase liegt verlassen am Boden. Robert Pauly beschließt zu helfen und eine unglaubliche Rettungsaktion beginnt. Im Büro angekommen, wird der Hase grundgereinigt. Im Geschirrspüler. Aber damit nicht genug, denn PR-Leute sind kreativ und so findet sich das heimatlose Kuscheltier einige Zeit später im Internet wieder. Dort schlägt der „arme Hase“ ein wie eine Bombe.

„Armer Hase“ wird berühmt: Facebook ist im Hasenfieber

Pflegevater und Creative Director der Heye Werbeagentur Reinhard Crasemann erklärt gegenüber suite101 via Facebook, dass ihn zwei Dinge überrascht hätten: „Wie sauber der Hase wieder geworden ist und die Geschwindigkeit der Verbreitung im Internet. 2000 Freunde in 50 Stunden.“ Doch das ist nur der Anfang. Bald sind es über 3200 Freunde. Tendenz steigend. Gefragt nach seiner Motivation, dem kuscheligen Waisen zu helfen, erklärt Reinhard Crasemann im Westfalenblatt: „Als Vater von drei Kindern weiß ich, was der Verlust eines Schlaftieres für ein Baby und seine Familie bedeutet.“

Gute Wünsche, Hasen-Video und das Hasigramm

Auf der Profilseite des Hasen hinterlassen Freunde aus ganz Deutschland ihre Nachrichten. Sie berichten von eigenen Erlebnissen, beschreiben ihre verloren gegangen und schmerzlich vermissten Kuscheltiere und wünschen sich vor allem eines: Dass der „arme Hase“ sein Kind findet. Ein Hasen-Video entsteht und schnell wird auch die Presse aufmerksam. Artikel erscheinen bei bild.de, im Hamburger Abendblatt und im Westfalenblatt. Täglich kommen neue Hilfsaktionen hinzu, über die auf der Facebook-Seite des Hasen berichtet wird: So war der arme Hase am vergangenen Samstag Ehrengast der Lübbecker Gebirgsschützen und hatte am Sonntag in Lübbecke seine erste Hasigrammstunde. In den nächsten Tagen wird es auch ein Hasen-Suchplakat zum Downloaden geben, verspricht Reinhard Crasemann. „Mal sehen, was uns noch so einfällt. Im Moment habe ich Urlaub, da kann ich Gas geben.“

Besitzer des „armen Hasen“ hat sich noch nicht gemeldet

Trotz aller Bemühungen: Kein Zeichen vom Hasenbesitzer. Vielleicht sei die Familie im Urlaub oder hat kein Facebook-Konto, so die Vermutungen. Was passiert allerdings, wenn der Hase seine neue Pflegefamilie wieder verlassen muss? Seine Kinder seien auch Hasenfans, so Reinhard Crasemann, „aber sie wissen, dass irgendwo ein trauriges Kind wartet“. Der Abschied wird wohl trotzdem schwer fallen. Auch den Facebook-Freunden, von denen einer schreibt: „Hätte dein Kind dich nicht verloren, hätte ich niemals einen so netten Hasen kennengelernt.“

Bildnachweis: Armer Hase/Reinhard Crasemann

Ulrike Niemann, Ulrike NIemann

Ulrike Niemann - Ulrike Niemann lebt mit Mann und Katze in der Nähe von Paris. Nach Abschluss des Studiums der Kulturwissenschaft an der Uni ...

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