
- Ayako Rokkaku malte gleich zwei Großformate - Helmut Lorscheid
Es wurde oft versucht, sie zu kopieren - doch das Original wurde nie erreicht - die Art Cologne. In diesem Jahr findet sie in Köln wieder alleine statt - eine alternative "Begleitmesse, wo Kunst für den kleineren Geldbeutel angeboten wurde. Denn, auch das zeigt die diesjährige Art Cologne, teure Kunst kann hervorragend sein, muss sie aber nicht. Über die Qualität der Kunst und Künstler/innen sagt es wenig aus, auf welcher der Messen sie vertreten sind. Allenfalls über ihren "Markt"-wert und ihre Prominenz.
Kunst braucht Käufer
Die Art Cologne ist natürlich in erster Linie eine Messe, ein Kunstmarkt. Die großen Galerien zeigen in großem Stil das, was der Kunstmarkt verlangt. So kommt es, dass Werke von Tony Cragg seit 2009 als Nachfolger von Markus Lüpertz, Rektor der Kunstakademie Düsseldorf, auf der Art Cologne in den Kojen von fünf Galerien zu sehen sind. Warum sollte einer seiner Galeristen auf den Star verzichten?
Erfolgreicher Galerist ausgezeichnet
Der in Köln, Berlin und New York tätige Galerist Michael Werner erhielt den diesjährigen Art Cologne Preis, der vom Bundesverband Deutscher Galerien und der Art Cologne für herausragende Leistungen in der Kunstvermittlung verliehen wird. Werner, so heißt es in der Begründung setze seit 50 Jahren Maßstäbe für „Galeriearbeit auf höchstem Niveau“.
Der Preisträger lernte bei Rudolf Springer und hatte 1963 mit Benjamin Katz eine Galerie in Berlin eröffnet. Doch 1963 herrschte im geteilten Berlin bei den für Kunst zuständigen Beamten noch eine eher spießige Grundeinstellung. Folglich währte die Ausstellung „Die Große Nacht im Eimer“ von Georg Baselitz nicht lange.Sie wurde wegen „Erregung öffentlichen Ärgernisses“ konfisziert. Heute ist das Schlüsselwerk im Museum Ludwig in Köln zu sehen und das damalige Ereignis ist Teil der jüngeren Kunstgeschichte.
Banken als Kunstförderer und als Totengräber der Kultur
Banken und Versicherungen gehören traditionell zu den Kunstfördern. Ohne die Kulturfunds etwa der Sparkassen, wären an vielen Orten Kunstausstellungen gar nicht denkbar. Doch es gibt auch andere Beispiele. So ist es ausgerechnet eine überwiegend im öffentlichem Besitz befindliche Bank, die aktuell in Berlin für einen "Kunstskandal" sorgt. Dabei geht es aber nicht wie 1963 um Kunstwerke, sondern um einen bedeutenden Kunstort, das Tacheles. Dort betätigt sich ausgerechnet die überwiegend im Besitz der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein befindliche HSH-Nordbank als Totengräber der Kultur. Jene Bank, deren eigenes Überleben nur mit Hilfe von Hunderten Millionen Euro aus Steuermitteln ermöglicht wurde. Verantwortungslose Manager dieses Geldhauses hatten sich verzockt. Etliche der Künstler, die in den vergangenen zwanzig Jahren im Berliner Kunsthaus Tacheles gearbeitet oder ausgestellt haben, gehören längst zum Kunstestablishment.
Förderung junger Kunst
Damit es junge Künstler aus der "Off-Szene" in den großen Kunstmarkt schaffen und talentierte Hochschulabsolventen von den Sammlern wahrgenommen werden, gibt es auf der Art Cologne eine gezielte Förderung junger Kunst und Künstler/innen. Die Förderung junger Künstler/innen und deren Kunst, sowie besondere Angebote an junge Sammler gehören zum festen Bestandteil der Art Cologne.
Ebenso die Förderung junger Galerien gehört dazu. Für die Art Cologne 2011 wurden vierzig junge Galerien aus dem In- und Ausland ausgewählt. Jeder dieser Newcomer erhielt einen Stand mit dreißig Quadratmetern Ausstellungsfläche. Hinzu kommen besondere Präsentationen, wie die der Kölner Kunsthochschule für Medien, (KHM). Nicht nur spannende Videoarbeiten sind dort zu sehen, sondern auch eine besondere Form des Origami. Diese besondere Form der Papier-Falttechnik hat die Künstlerin Steffi Lindner auf eine Holztür angewandt (Siehe Foto am Ende dieses Artikels).
Dauerleihgaben für Kölner Museen
Freuen können sich auch die Kölner Museen. Denn der Verein "Freunde der ART COLOGNE e.V." entschied wieder über Ankäufe, die als Dauerleihgaben an Kölner Museen gehen. So erhält das Rautenstrauch-Jost-Museum eine großformatige Fotografie von Boris Becker aus dessen Serie "Wüstenbilder".Über eine dreiteilige Lampengruppe von Jorge Pardo (Untitled, 2010, Galerie Gisela Capitain, Köln), kann sich die Sammlung MAKK freuen. Sie fügen sich gut in deren Sammlungsschwerpunkte ein, zu denen auch Leuchtkörper und Kunststoffdesign gehören.
