
- Graffiti - Rike
Die einen halten es für einen Ausdruck von Kunst und Kreativität, für die anderen sind es Schmierereien oder gar eine Form von Vandalismus. Man mag sie lieben oder nicht, doch längst prägt Streetart das Erscheinungsbild der größten Städte. Dabei ist Streetart nicht gleich Streetart, denn sie kommt in den verschiedensten Erscheinungsformen daher.
Graffiti
Graffiti ist die wohl bekannteste Form von Streetart. Dabei umspannt der Begriff Graffiti verschiedene Formen des Anbringens von Bildern oder Schriftzügen im öffentlichen Raum. Da Graffiti zumeist anonym und ohne Erlaubnis des Eigentümers eines Gebäudes angebracht werden, gelten sie rein rechtlich als eine Form der Sachbeschädigung und des Vandalismus. Manche jedoch sehen Graffiti zu aller erst als eine Form der Jugendkultur und der Kunst. Die am weitesten verbreitete Form ist das sogenannte Style Writing, das Anbringen eines Schriftzuges, bei dem es sich meist um das Pseudonym des Sprayers handelt.
Stencil
In den späten 1970er Jahren entstand, vor allem in der Punkszene, die Kunstform Stencil. Diese Art von Graffiti ist gemeinhin auch als Schablonenkunst bekannt, denn diese kleinen Kunstwerke entstehen mittels des Anlegens einer Schablone, meist aus Pappe, Kunststoff oder laminiertem Papier. Da diese bereits im Vorfeld angefertigt werden muss, kann diese Form von Graffiti nicht spontan aus dem Stehgreif entstehen. Für die Anfertigung eines Stencil, das ebenfalls unter dem französischen Begriff Pochoir bekannt ist, können außer Spraydosen auch Pinsel, Ölfarben oder Airbrush verwendet werden. Oft bilden Stencil Porträts von Politikern, politische Symbole oder ideologisch dargestellte Personen ab. Für ihre Stencil berühmt wurden unter anderem der Franzose Blek Le Rat oder der britische Künstler Bansky.
Stickerkunst
Man findet sie in deutschen Großstädten zu Hauf an Mülleimern, Gebäuden oder Schildern – Sticker. Als seit 2000 aufkommende Unterform von Streetart bezeichnet man mit „Stickern“ das Anbringen von Aufklebern im öffentlichen Raum. Oftmals handelt es sich bei diesen Stickern um kostenlos erhältliche Aufkleber wie Postformulare, die dann mit eigenen Motiven oder Schriftzügen versehen werden. Vor allem (links)politische Parolen sind häufig auf diesen sichtbar. Doch im Gegensatz zu Graffiti oder Stencil wird Stickerkunst, die als Wildplakatieren lediglich eine Ordnungswidrigkeit ist, nicht als Sachbeschädigung angesehen.
Pixação
Der Name Pixação (gesprochen „Pie-scha-ssau“) hört sich zwar exotisch an, doch dahinter steckt eine weniger romantische Story. Die Pixação, die vor allem die Straßen der brasilianischen Metropole São Paulo pflastern, wo sie auch ihren Ursprung haben, sind nämlich vor allem Ausdruck einer benachteiligten Jugend, die sich mit Hilfe der Sprühdose Aufmerksamkeit verschaffen will. Die „Pixadores“, wie sie genannt werden, kommen zumeist aus den Armenvierteln der Stadt und suchen Selbstverwirklichung und Anerkennung durch ihre „Kunst“ – ein Sichtbarmachen derjenigen, die sonst nicht gesehen werden. Beim Pixação kommt es weniger darauf an raffinierte Kunstwerke zu schaffen, sondern es handelt sich um Logos einzelner Sprayer oder ihrer Gangs, die an hohen Häuserwänden platziert werden.Je höher das Pixação platziert wird, desto höher ist auch der „Pixador“ angesehen - ein gefährliches Unterfangen, bei dessen Umsetzung auch schon so mancher Sprayer in São Paulosein Leben gelassen hat.
Scratching
Um ein Scratching zu erschaffen bedarf es weder einer Sprühdose noch sonstiger Farben, denn diese Art der Graffiti bezeichnet das mutwillige Zerkratzen von Oberflächen im öffentlichen Raum. Oft handelt es sich dabei um Fensterscheiben in Bahnen oder Bussen. Seinen Ursprung hat Scratching in den U-Bahnen New Yorks, wo es etwa Mitte der 1990er Jahre unter Jugendlichen „in Mode“ kam. In Deutschland ist Scratching, das zumeist als Vandalismus angesehen wird, besonders stark in Berlin verbreitet. Eine radikale Form ist das Etching, bei dem mit Flusssäure befüllte Marker benutzt werden um die Tags und Schriftzüge in die Scheibe zu ätzen.
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