
- Flagge Aserbaidschans - Skopp
Das Land Aserbaidschan erhält dank des Sieges im Eurovision Song Contest und der EM-Qualifikation gegen die deutsche Nationalmannschaft deutlich mehr Aufmerksamkeit als in den ersten zwanzig Jahren seit seiner Gründung, da ist es an der Zeit dieses interessante Land an der Grenze zum Mittleren Osten einmal genauer vorzustellen.
Die Republik Aserbaidschan ist im Südkaukasus am kaspischen Meer gelegen und grenzt im Norden an Russland und Georgien, im Westen an Armenien und im Süden an den Iran. Das Land hat eine Größe von 86.600 Quadratkilometern und eine Einwohnerzahl von 9 Millionen, dabei sind knapp 93 Prozent der Einwohner muslimischen Glaubens, dieser wird allerdings eher passiv ausgeübt.
Die Landessprache ist Aserbaidschanisch - verwandt mit dem Türkischen - mit seit 1992 lateinischer Schrift, Russisch spielt nur noch eine gewisse Rolle als Verkehrssprache. Die Hauptstadt des Landes ist das am kaspischen Meer gelegene Baku mit knapp 2 Millionen Einwohnern.
Geschichte Aserbaidschans
Das Land gehört zu den sogenannten ehemaligen Sowjetrepubliken, welche nach dem Auseinanderfallen der Sowjetunion unabhängig wurden. Die Unabhängigkeit erlangte das heutige Aserbaidschan am 18. Oktober 1991. Bereits 1918 existierte für kurze Zeit eine die Aserbaidschanische Republik, welche allerdings bereits 1920 von den Sowjets erobert wurde und ab 1922 offiziell die Aserbaidschanische Sozialistische Sowjetrepublik und damit Teil der Sowjetunion wurde.
In den Jahrhunderten davor blickt Aserbaidschan vor allem auf lange Herrschaftszeiten muslimisch-asiatischer Natur unter multikultureller Perspektive zurück, da das Land seit jeher Transitland für Handel war und an der Grenze zwischen Orient und Okzident liegt. Erstmalig vereint waren alle Gebiete des Landes im Jahre 1501 unter dem Schah Ismail I. im sogenannten Safawidenreich, um in Folge dessen wichtiger Teil Persiens zu werden. Als Folge des Russisch-Persischen Krieges gehörte das Land ab 1828 zum russischen Zarenreich, bis zu dessen Zusammenbruch 1918.
Kulturelles Leben
Über seine Grenzen hinaus bekannt ist Aserbaidschan für seine traditionellen Tänze. Diese erzählen zumeist ganze Geschichten und sind daher auch so etwas wie das kulturelle Gedächtnis des Landes. Themen sind unter anderem die Geschichte und der Stolz des Volkes, aber auch die Begrüßung der Jahreszeiten oder zwischenmenschliche Dinge wie Liebe und Leidenschaft. Die Tänze sind daher äußerst beliebt bei den Aserbaidschanern und werden entweder als Kreis- oder Gruppentanz aufgeführt.
Das Essen des Landes kann seine starken türkischen Einflüsse nicht verbergen, so gehören die Dogva, eine Suppe aus Joghurt, Spinat und Knoblauch und der Piti, ein Hammelfleischeintopf mit Kichererbsen, zu den beliebten Gerichten.
Politik
Aserbaidschan ist eine sogenannte Präsidialrepublik mit Ein-Kammersystem auf Basis der Aserbaidschanischen Verfassung von 1995. Das Staatsoberhaupt ist der auf fünf Jahre gewählte Staatspräsident, dieser ernennt die Regierung und den Ministerpräsidenten, die Beschränkung auf zwei Amtsperioden ist seit 2009 aufgehoben. Der Präsident ist mit weitgehenden exekutiven Befugnissen ausgestattet, so kann er Gesetze initiieren und Verordnungen erlassen und das Parlament auflösen, diesem ist er überdies keine Rechenschaft schuldig. Der erste Präsident war bis 2003 Heydar Aliyew, aktueller Präsident ist sein Sohn Ilham Aliyew.
Wirtschaft - Fokus auf Erdöl
Die Wirtschaft des Landes ist stark abhängig von Erdöl und Erdgas. Dieser Zweig der Wirtschaft ist für mehr als 50 Prozent des Bruttoinlandsproduktes verantwortlich. Der nächstgrößere Bereich ist mit 40 Prozent die Landwirtschaft. Neben diesen beiden Wirtschaftszweigen existiert kein anderer von Bedeutung. Dies führt unter anderem dazu, dass viele Aserbaidschaner unterhalb der Armutsgrenze leben - der Durchschnittslohn beträgt knapp 290 Euro pro Monat. Die führt vor allem bei jungen Menschen zu einen Brain-Drain aufgrund von Auswanderung. Generell hat das Land eine hohe Notwendigkeit nachhaltigere Industrien und einen modernen Dienstleistungssektor aufzubauen und vorhandene zu optimieren.
Tourismus in Aserbaidschan
Grundsätzlich hat das asiatische Land mit seinen neun Klima-Zonen viel Abwechslung zu bieten. Der Hauptteil des Tourismus konzentriert sich allerdings auf die Hauptstadt Baku und ihre Sehenswürdigkeiten sowie die umliegende Region. Die Altstadt Itscheri Scheher der Hauptstadt Baku ist ein Unesco-Welterbe und entsprechend sehenswert, dort sind zahlreiche Paläste, Moscheen und Festungsbauten erhalten geblieben, wie etwa die Mohammed Ibn Abubekir-Moschee, das Synyk Kala-Minarett, der Shirvan-Shah-Palast oder der Jungfrauen-Turm. Sehenswert ist auch der Feuertempel Ataschgah.
Ebenfalls sind die Mineralbäder von Aserbaidschan weithin bekannt und genießen einen guten Ruf. Das Land ist reich an Mineralwasserquellen - die bekanntesten sind die Quellwassersorten Badamly, Sirab und Darydag sowie die Heilwassersorten Turschsu, Istisu und Galaalti. Interessant ist auch der Besuch des Naturdenkmals "Gobustan", einer Felsenschlucht mit 10.000 Jahre alten antiken Zeichnungen und ein Ausflug in die antike Stadt Shamakhy mit ihrer Freitagsmoschee, dem Yeddi-Gumbez.Mausoleum und den Ruinen der Burg von Gulistan.
Anreise und Visum
Die Anreise erfolgt in aller Regel über den einzigen internationalen Flughafen des Landes in Baku "Baku Heydar Aliyev", dieser wird unter anderem von Aeroflot, Azal und Lufthansa angeflogen. Des weiteren existieren Bus-Verbindungen nach Moskau und Istanbul, ebenso Nachtzugverbindungen nach Moskau, Sankt Petersburg, Kiew und Novosibirsk. Innerhalb des Landes gibt es ein gut ausgebautes System von Minibusverbindungen - der Fahrpreis liegt zwischen 0,50 und 1 Euro. Die Hauptstadt Baku besitzt zwei U-Bahn-Linien welche nahezu die gesamte Stadt abdecken, eine einzelne Fahrt kostet etwa 0,30 Euro.
Deutsche Touristen benötigen ein von der Botschaft in Berlin ausgestelltes Visum, dieses kostet 60 Euro und sollte mindestens einen Monat im Voraus beantragt werden, notwendig ist hierzu eine Hotelreservierung sowie ein Hin- und Rückflugticket.
