Asien ist der größte Kontinent der Erde. Im Westen bildet das Uralgebirge die Grenze zwischen Asien und Europa. Im Südwesten wird der Kontinent vom Kaspischen und Schwarzen Meer begrenzt; im Norden grenzt er ans Polarmeer, im Osten an den Pazifischen Ozean, im Süden erstreckt er sich bis zum Indischen Ozean und reicht mit seinen Inseln bis nach Ozeanien. In Asien nahm die menschliche Kultur ihren Anfang. Wenn auch die ersten Stufen der Menschwerdung, der Übergang vom Tier zum Menschen, in Afrika stattfand, so wurden doch die ältesten Spuren von menschlichen Ansiedlungen und Ackerbau in Westasien gefunden. Vor etwa 8000 Jahren begannen Menschen in Mesopotamien Getreide zu säen, Tongefäße zu formen und Haustiere zu halten.

Der Mount Everest ist der höchste Berg der Erde

Asien ist ein riesiges Landmassiv, von Inselkränzen umgeben. Fast in der Mitte erhebt sich der Pamir, das "Dach der Welt", mit Gipfelhöhen von 8000 Metern. Nach mehreren Richtungen erstrecken sich von hier aus die höchsten Gebirgsketten. Im Karakorum- oder Schwarzen Gebirge erheben sich allein vier von den vierzehn Achttausendern der Erde, darunter mit 8611 m der zweithöchste Gipfel der Welt. Südlich davon ragt die gewaltige Kette des Himalaya mit dem höchsten Berg der Erde, dem 8848 hohen Mount Everest.

Unter den ungeheuren Schneemassen entspringen viele große Flüsse: Indus und Ganges, Brahmaputra und Mekong fließen nach Süden, Jangtsekiang und Hwangho nach Osten. Aus den Gebirgszügen nördlich der Mongolei nehmen Jenissej, Ob und Lena ihren Weg nach Norden. Nartürlich gibt es in diesem riesigen Erdteil die unterschiedlichsten Klimazonen mit einer ebenso abwechslungsreichen Flora und Fauna. Im höchsten Norden liegt die sibirische Tundra. Sie ist mit spärlichen niederen Sträuchern, mit Moosen und Flechten bewachsen. Hier lebt das Rentier, zum Teil noch frei, zum größten Teil aber als wichtigstes Haustier des Menschen.

Asien ist reich an Äquatorialwäldern

Südlich an die Tundra schließt sich die Taiga an, das riesige sibirische Waldland, das überwiegend Nadelbäume trägt. Dies ist das Reich der Hirsche, Bären und Wölfe. Die Steppe, die sich anschließt und in der Mongolei ganz zur Wüste wird (Wüste Gobi) ist arm an Bäumen. Hier leben Schakale, Antilopen und Leoparden. Die Monsumzone hat viele Savannen und die Südzipfel Asiens sind reich an Äquatorialwäldern, die von Tigern, Elefanten, Nashörnern, Affen, Schlangen, Krokodilen und einer Vielfalt bunter Vögel bewohnt werden.

Aus Asien stammen einige der nützlichsten, heute in der ganzen Welt verbreiteten Pflanzen: der Reis, der Flachs, der Hanf, der Weinstock, das Zuckerrohr, der Maulbeerbaum (Seidengewinnung), der Tee sowie verschiedene Obstbäume und Hülsenfrüchte. Auch einige europäische Haustiere stammen ursprünlich aus Asien. Die Haushühner beispielsweise sind Nachkommen südasiatischer Hühnervögel; schon vor 5000 Jahren haben die dortigen Bewohner Hühner gehalten.

Quelle: "Das große Handlexikon in Farbe", Verlagsgruppe Bertelsmann, Gütersloh