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Astrologie pro und contra - Sinn und Unsinn von Horoskopen

Zodiak, Astrologie - iStockphoto.com/vladm
Zodiak, Astrologie - iStockphoto.com/vladm
Der Mensch ist von Natur aus neugierig und was ihm bevorsteht, das wüsste wohl jeder gern. Kann Astrologie die Zukunft deuten und was ist sie wert?

Astrologie existiert zwar seit vielen tausend Jahren, aber bis zur Jahrhundertwende war sie erst einmal wieder weg vom Fenster. Stattdessen setzte sich der Fortschritt und die Wissenschaft durch. Die Menschen waren fasziniert von den großen Erfindungen wie elektrisches Licht, Telefon und Automobil.

Sternzeichen- und Zeitungshoroskope

Dass die allgemeinen Sternzeichenhoroskope (auch als "Laienastrologie" bezeichnet) erst seit 1930 ihren Platz in den Zeitungen fanden, liegt nicht etwa daran, dass die Presse vorher nicht geschäftstüchtig genug gewesen wäre. Der Grund ist eher darin zu suchen, dass die Hemmschwelle vorher größer war, die Leute "für dumm zu verkaufen". Der Astrologe R.H. Naylor leistete 1930 in London Pionierarbeit und kann wohl als der eigentliche Erfinder von Zeitungshoroskopen in der europäischen Presse bezeichnet werden. Es gibt bis in die heutige Zeit kaum eine Zeitung oder Zeitschrift, die keine allgemeine Sternzeichenrubrik bereit hält. Auch die Online-Portale haben die Horoskope längst für sich entdeckt. Dabei wird den Lesern der Eindruck vermittelt, dass die Tierkreiszeichen die einzigen Grundlagen für astrologische Aussagen bilden.

Richtig ist allerdings, dass der Ausgangspunkt für ein "echtes" Horoskop nur das genaue Datum der Geburt mit Tag, Monat, Jahr und Uhrzeit sowie Geburtsort sein kann. Diese Ausrichtung in den Medien lediglich auf die Tierkeiszeichen (auch: Sternzeichen, Sonnenzeichen) erweckt einen leichten Eindruck im Umgang mit der Astrologie und hat ihr wohl eher geschadet als genutzt. Obwohl die Zeitungsastrologie keine brauchbare Hilfe sein kann und mit Recht belächelt wird, ist sie doch populärer als je zuvor. Allgemeine Sternzeichenhoroskope können niemals ein individuelles Horoskop ersetzen, auch wenn sie noch so gewissenhaft ausgearbeitet wurden. Dennoch hat die Zeitungsastrologie jede Menge Leser, vielleicht sogar aus gutem Grund. Denn eins ist sie allemal: unterhaltsam. Vor diesem Hintergrund hat sie wohl weiterhin ihren berechtigten Anspruch auf einen festen Platz in den Medien, übrigens auch hier - bei suite101.

Astrologie und Esoterik sind nicht wirklich eins

Der Ruf der Astrologie hat durch die Verheizung des Themas in den Medien sehr gelitten. Das Niveau im Umgang mit der Thematik ist deutlich gesunken und obwohl seriös praktizierte Astrologie mit Okkultismus, Zukunftsdeutung und Praktiken wie Karten legen, Pendeln und Wahrsagen nichts zu tun hat, wird sie dennoch in den großen esoterischen Topf geworfen. Astrologie ist keine anerkannte Wissenschaft, sondern eine reine Erfahrungslehre, die bei sachgerechter Anwendung auf Grund von Fakten durchaus gewisse Hinweise und Aufschlüsse liefern, aber ganz sicher niemals voraussehen kann, was wirklich passiert.

Das echte Horoskop

Die Qualität der Auswertung von astrologischen Fakten und die Aussagekraft eines Horoskops hängen zum größten Teil von den Kenntnissen und der fachlichen Erfahrung sowie Kompetenz des astrologischen Beraters ab. Das Zusammenspiel und die Berücksichtigung aller Faktoren im Geburtsbild erlauben dem Auswerter Rückschlüsse, die es zu interpretieren gilt. Moderne Computerprogramme erleichtern zwar die Arbeit und können bei der Darstellung der Radix (Geburtsbild) durchaus hilfreich sein, aber selbst das anspruchsvollste Programm ist nicht in der Lage, die Arbeit eines astrologisch versierten Beraters zu ersetzen, Herauskommen würden lediglich Schubladendeutungen. Allerdings gibt es auf diesem Gebiet geschäftstüchtige Anbieter, die mit viel ausgedrucktem Papier auf Quantität statt auf Qualität setzen. Ob und welchen Wert Horoskope tatsächlich haben, darüber wird sicherlich auch weiterhin viel spekuliert und diskutiert. Selbst Astrologen sind sich bei der Beurteilung von Fakten nicht immer einig und vertreten unterschiedliche Auffassungen. Spannend bleibt sie aber ganz bestimmt die Welt der Astrologie und ein Ende ist nicht abzusehen.

Quellen:

  • Inge Faubet (Lesestudio Astro-Stube/Archiv)
  • Interview mit Inge Faubet in der Zeitschrift "Zukunftsblick" / Ausgabe Juli 2006
  • Alexander von Prónay, Das Große Buch vom Horoskop, 1994, Pabel Moewig
  • Bildnachweis: iStockphoto.com/vladm

Inge Faubet - Inge Faubet begann ihre berufliche Karriere als Industriekauffrau in der freien Wirtschaft, wo sie mehr als zehn Jahre verbrachte. Die ...

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