
- Horoskop mit den Sternzeichen - Johannes Flörsch
Das Wissen der Babylonier von vor 5.000 Jahren war immens. Sie wussten, dass die Erde keine Scheibe ist, sie kannten den Umlauf der Erde um die Sonne, was keine Selbstverständlichkeit ist, denn von unserer Warte aus dreht sich die Sonne um die Erde!
Demzufolge auch kannten die Babylonier die Planeten, jene Himmelskörper, die alle auf derselben Ebene um die Sonne kreisen. Und natürlich haben sie auch beobachtet, dass die Sonne im Sommer hoch über der Erde stand, dann wieder zurückging, um schließlich langsam wieder höher zu kommen.
Sie kannten die Wiederkehr, wussten, dass sich der Sonnenlauf periodisch, also regelmäßig wiederholt.
Sternzeichen: geboren aus der Hochzeit von Sonne und Mond:
Sie sahen, wie die Sonne im Lauf des Jahres immer höher stand, und sie sahen, wie der Mond abnahm und zunahm. Sie kannten Vollmond und Neumond. Die Sonne war das männliche Prinzip, der Mond das weibliche. Bei Neumond vermählten sich die beiden und zeugten Kinder: eine neue Zeitqualität begann.
Wenn die Sonne den Himmelsäquator schneidet: Frühlingspunkt, Widderpunkt
Den Moment, wo die Sonne bei ihrem Aufstieg den Himmelsäquator schneidet, nannten sie Frühlingspunkt. Das ist der Moment, an dem der Tierkreis seinen Anfang nimmt: Die erste Zeitqualität, das erste Tierkreiszeichen, das erste Kind im Lauf eines Jahres, es heißt Widder.
Zwölf Kinder: die Sternzeichen von Widder bis Fische
Ein Jahr hat zwölf „Hochzeiten“ von Sonne und Mond, zwölfmal ist Neumond, zwölfmal werden Kinder gezeugt. Zwölf Zeiträume, besser: zwölf Phasen werden Jahr für Jahr in die Zeit entlassen! Und das sind die zwölf Sternzeichen, besser: die Tierkreiszeichen. Sie sind zwölf neue Zeiträume, und jeder Zeitraum besitzt eine neue, eigene Qualität, eine eigene Bedeutung.
Die zwölf Tierkreiszeichen heißen (siehe Bild 1)
- Widder
- Stier
- Zwillinge
- Krebs
- Löwe
- Jungfrau
- Waage
- Skorpion
- Schütze
- Steinbock
- Wassermann
- Fische.
In den Zeit„räumen“ wohnen Götter. So dachten die Babylonier und später auch die Griechen. Die Planeten waren die Vertreter der Götter, sie stellten das dynamische Prinzip der Götter dar – das Handlungsprinzip der Götter (siehe Bild 2).
- Im Widder wohnte Mars
- Stier => Venus
- Zwillinge => Merkur
- Krebs => Mond
- Löwe => Sonne
- Jungfrau => Merkur
- Waage => Venus
- Skorpion => Mars (heute Pluto)
- Schütze => Jupiter
- Steinbock => Saturn
- Wassermann => Saturn
- Fische => Jupiter
Analogie zwischen dem Geschehen im Himmel und auf der Erde
Die Planeten waren also irgendwie Götter. Was sie am Himmel trieben, hatte Einfluss auf die Erde – und umgekehrt. Es galt: „wie oben – so unten“ und bedeutete: Der Zyklus im Himmel hatte seine Auswirkung auf das Geschehen auf der Erde. Die Babylonier und die Griechen zogen daraus Analogieschlüsse:
Wenn im Frühjahr die Knospen treiben, war das wie eine Geburt, ein Aufbruch, ein ganz ungeheures Erlebnis voll berstender Energie. Und wenn in der zweiten Phase die Pflanze da ist, muss sie sich sichern, also verwurzeln, bevor sie sich in der dritten Phase in den Raum hinein entwickeln kann. So vollzogen sich die Schritte weiter über die Ernte bis hin zur Auflösung, damit ein neuer Zyklus beginnen kann.
Auf den Menschen übertragen, bedeuten diese Phasen:
- Widder ist Aufbruch, Anfang, Geburt. Widder ist der Pionier.
- Stier gilt als die Sicherung, Abgrenzung – der Siedler.
- Nach der Sicherung kommt die Erkundung: Zwillinge.
- Nachdem der Raum ergriffen worden ist, kann sich das Geschehen dem Innen zuwenden: Krebs, die Seele.
- Mit Löwe kommt die Darstellung des Seelischen ins Spiel: der Selbstausdruck.
- Jungfrau wiederum kann als Gegenprinzip zum Selbstausdruck verstanden werden: Jungfrau ist Steuerung, die aufpasst, dass die Seele nicht untergeht, Jungfrau ist die Vernunft, die Anpassung an die Gegebenheiten.
- Mit den ersten sechs Zeichen war das „ich“ beschrieben“, und die Hinwendung zum Du konnte vollzogen werden: Waage, die Begegnung.
- Begegnung allein ist noch keine Bindung. Die Bindung kommt erst durch den Skorpion: die Bindung an die Bilder und an Personen.
- Das Zeichen Skorpion bedeutet das Leitbild, während der Schütze die Bilder verwendet und eine Anschauung daraus macht, eine Ideologie, eine Weltanschauung …
- … die der Steinbock einer Bedeutung zuführt, einem Maßstab (weswegen Steinböcke gerne als maßregelnd empfunden werden und weswegen das Preußische mit dem Steinbock in Verbindung gebracht wird.
- Der Wassermann wiederum ist das Gegenprinzip zum Steinbock: er befreit und hebt die Unterschiede auf, und schließlich, als Abschluss …
- … kommt durch das Zeichen Fische der Zugang zum Absoluten, zum Transzendenten ins Spiel, und mit dem Widder, dem Pionier, beginnt ein neuer Zyklus.
Astrologie und die Literatur
Leider berichten nur wenige Bücher über die Grundlagen der Astrologie. Bedeutendes dazu findet man bei Wolfgang Döbereiner. Döbereiner hat seine Seminare aus den siebziger Jahren in Buchform veröffentlicht, sie sind noch leicht erhältlich – für den Anfänger bedeuten sie eine Herausforderung. Eine Herausforderung allerdings, die sich bezahlt macht.
Eine Herausforderung anderer Art stellen die Werke von Oskar Adler dar: Uns Menschen von heute scheint seine Sprache antiquiert. Adler war Arzt, Musiker und Astrologe. An der Astrologie interessierten ihn die Grundlagen. Mit den vier Bänden von Das Testament der Astrologie führt er tief hinein in esoterisches Denken. Eine Anschaffung fürs Leben!
