Atheist, Agnostiker oder Gläubiger?

Trauer - Thomas Max Müller
Trauer - Thomas Max Müller
Gläubiger, Atheist oder Agnostiker? Seitdem der Mensch existiert, sucht er nach einem Gott. Hier eine kleine Einführung zu diesem Thema.

Das Glauben an Gott ist ein beliebtes und häufig diskutiertes Thema, seit die Welt existiert. Aber wie wichtig ist uns Gott wirklich? Glauben wir nur an die Religionen, weil wir Angst vor dem Tod haben? Viele würden zustimmen und viele andere fänden diese Möglichkeit völlig absurd. Worum geht es dann?

Warum suchen wir nach einem höheren Wesen?

Der britischer Schriftsteller Julian Barnes schrieb einen interessanten und hoch amüsanten Essay, welcher in der März Ausgabe 2010 in der Zeitschrift „Der Spiegel“ erschien, in dem er sein eignen Glauben, oder besser gesagt, seine Glaubenszweifel in Frage stellte. Barnes hielt sich für einen Agnostiker und versuchte festzustellen, ob er nicht doch in Wirklichkeit eher ein Atheist sei.

Doch die große Frage ist: Gibt es tatsächlich einen Unterschied zwischen Atheismus und Agnostizismus? Oft werden beide verwechselt oder sogar in eine Schublade gesteckt, aber es handelt sich nicht um dasselbe: Der Agnostiker hält es für möglich, dass es so was wie ein Gott existiert, würde aber auf die Frage: „Gibt es einen Gott?“ mit „Ich kann es nicht wissen.“ oder „Ich weiß es nicht“ antworten. Agnostizismus kann sogar zwischen starker und schwacher Agnostizismus unterschieden werden.

  • Starker Agnostizismus ist die Auffassung, dass die Existenz Gottes und andere höheren Wesen allgemein unerkennbar ist.
  • Schwacher Agnostizismus ist die Auffassung, dass die Existenz Gottes und anderer höherer Wesen nicht allgemein unerkennbar ist, sondern nur zum gegenwärtigen Zeitpunkt unbekannt ist.

Der Atheist hingegen ist fest davon überzeugt, dass es Gott nicht gibt. Atheismus ist also das klare Gegenteil von Theismus.

Also geht es um den Tod? Fürchtet der Mensch das unbekannte Leben nach dem Tode so sehr, dass er sich an den Glauben festklammern muss? Ist die Angst in der Hölle zu landen, denn so groß? Laut der katholischen Kirche haben Ungetaufte gar keine Chance in den Himmel zu kommen, auch wenn sie gute Menschen sind, während einige jede Woche zur Sonntagsmesse aus Gewohnheit fahren, gilt dies trotzdem. Andere nehmen die erste heilige Kommunion, um sich einen neuen Computer zu gönnen, von dem Geld, das sie von Verwandten dafür bekommen, dass sie „gerettet“ werden.

In seiner Selbstentdeckungsreise entschied Barnes, doch nicht an Gott zu glauben, weil ihm die Idee ständig beobachtet zu werden ziemlich verwirrend vorkam, und er merkte, dass der Gedanke bei unanständigen Taten beobachtet zu werden, sehr unangenehm sein könnte. Allerdings war er mit seiner „Gottbefreiung“ nicht wirklich glücklich, denn die Konsequenzen daraus stimmten ihn nicht fröhlich: „Kein Gott, Kein Himmel, Kein Leben nach dem Tode“; damit bekam der Tod, seiner Meinung nach, „einen ganz anderen Stellenwerk.“ Nämlich das endgültige Ende.

Bis heute sucht die Menschheit nach Erklärungen, nach dem Sinn des Lebens und natürlich nach dem absoluten höheren Wesen „Gott“. Wir stellen uns Fragen und sowohl die Religionen als auch die Wissenschaft versuchen, die besten Antworten zu finden, Antworten die nie alle befriedigen werden. Wir werden uns immer wieder fragen, ob Jesus übers Wasser oder über eine dünne Eisdecke gewandelt ist, ob der Sohn Gottes tatsächlich heilig war oder ein Schizophrener mit großer Überzeugungskraft. Der Streit um seine Kreuzung wird nicht aufhören und Weihnachten wird, im christlichen Häusern, immer noch gefeiert.

Am Ende wird jeder immer das glauben, was ihm besser passt. Ob Atheisten, Agnostiker oder Theisten, der Mensch neigt immer dazu, sich das Leben bequemer zu machen und versucht immer Recht zu behalten.

Die Wahrheit über Gott entdecken wir dann, wenn wir sterben und, wenn es einen Gott gibt, erklären wir ihm unsere Zweifeln vor dem Jüngsten Gericht, oder auch nicht…

Ariane Saltoris, Ariane Saltoris

Ariane Saltoris - Ich bin in Rio de Janeiro geboren und in Hamburg „erwachsen“ geworden. In meinem kurzen, zugleich reichen Leben sammelte ich ...

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