Wo bis letztes Jahr noch die GoKart-Bahn für kleine und große Rennsportfans zu finden war, ist seit dem 20. Mai der Saison 2009 „Atlantis“ auferstanden. Jedenfalls wenn es nach den Machern des Legoland Deutschland in Günzburg geht. Ein bisschen schade ist es schon, dass „Aquarium“ und Naturbeobachtung alleine wohl nicht mehr ausreichen, um Kinder und auch Erwachsene anzulocken. Und so wurde um die neue Attraktion im Legoland eine Geschichte gesponnen, die sich gut vermarkten lässt.

Mit dem Unterwassertaxi geht es in die wiederentdeckte, versunkene Stadt Atlantis

Illusion ist alles und um die Besucher in die neue Unterwasserwelt eintauchen zu lassen, wird zuerst ein Filmchen über die sagenhafte, versunkene Stadt gezeigt, die – solange sie niemand wirklich findet – ja auch nur Illusion ist. Die Gäste steigen gemeinsam mit einer Lego-Figur in ein virtuelles U-Boot auf der Kinoleinwand ein und fahren mit „Höchstgeschwindigkeit“ nach unten. „Man sagt, das der Eingang zu Atlantis von Haien bewacht ist“. Wahr oder nicht wahr sei dahingestellt – sobald sich die Tür des kleinen Kinos öffnet, taucht man in eine andere Welt, eine blaue und fantastische Welt, ein.

Artgerechte Tierhaltung mit Fischen aus der Sea Life Aufzuchtstation in Weymouth

Der Gang, der durch die raffiniert angelegten Aquarien führt, ist dunkel gehalten und soll mit seinen Säulen an eine versunkene Stadt erinnern. Und auch in den Aquarien sind Lego-Figuren, nachgebildete Scherben, ein 1,50 mal 3 Meter großes U-Boot und zahlreiche andere Lego-Modelle aus über einer Million Steine zu finden. Dazwischen schwimmen – laut Angaben von Legoland Deutschland – über 1.000 verschiedene Fische sowie Schwarzspitzenriffhaie, Kuhnasenrochen und weitere tropische Meeresbewohner. Seeigel, Seepferdchen und andere Besonderheiten sind in den kleineren Becken rund um den 10 x 15 Meter großen Ocean Tank zu finden. Bei soviel optischen Reizen und Superlativen könnte man tatsächlich an der artgerechten Tierhaltung zweifeln, wenn nicht Sea Life mit an Bord des Projektes „Legoland Atlantis by Sea Life“ wäre. Sea Life lieferte nicht nur die Fische aus der eigenen Aufzuchtstation im englischen Weymouth, sondern überwachte auch den Transport der Tiere und die artgerechte Ausstattung des Beckens. Dazu engagiert sich das Unternehmen in Fragen der Umwelt, wirbt auch hier im Legoland Günzburg für ein Walfangverbot und betreibt Artenschutz.

Im Legoland Aquarium fühlen sich die Besucher wie mittendrin im Haifisch-Becken

Und so kann man mit gutem Gewissen den riesigen Ocean Tank genießen und sich wie ein Taucher hautnah bei den Fischen fühlen, die Schwärme von Doktor-, Kaiser-, Soldaten- oder Drückerfischen beobachten, die Rochen bei ihren fast flugähnlichen grazilen Schwimmbewegungen bewunderm oder Haifische mit leichtem inneren Schaudern direkt vor der eigenen Nase vorbeischwimmen sehen. Das einzigartige Erleben der Fische ist durch Bullaugen, Panoramafenster und einen acht Meter langen Tunnel möglich gemacht worden. Selbst über dem Kopf schwimmen Fische oder „fliegen“ Rochen vorbei und man kann die Tiere von allen Seiten beobachten. Um dem eigenen pädagogischen Anspruch gerecht zu werden, wurden auch interessante und zweisprachige Infotafeln über die Tiere aufgestellt und Schulklassen oder private Besucher können an einem Meereswelten-Quiz teilnehmen.

Lego-Steine bleiben gar nicht gerne am Beckenboden des Ocean Tanks liegen

Es war wohl nicht einfach, die Lego-Modelle in dem Ocean Tank wie gewünscht zu drapieren. Nicht nur das Salzwasser ist für das Plastik eine Herausforderung, die einzelnen Steine der Figuren sind durch Klebstoff verbunden und sorgen damit für Hohlräume im Inneren. Diese Luft wirkt wie ein Luftkissen und die Figuren wollten zuerst nach oben treiben. Da eine Fixierung am Boden an der wasserdichten Versiegelung scheiterte, mussten die Modelle teilweise aufgebohrt und mit Wasser geflutet werden bzw. von innen mit Kies und Steinen gefüllt und beschwert werden.