Nach der wiederholten von einem Atomkraftwerk ausgelösten Katastrophe im japanischen Fukushima ist der Streit um die Nutzung der Atomenergie erneut auf das Heftigste ausgebrochen. Obwohl der Unglücksort weit entfernt liegt, ist vielen unwohl angesichts von 18 Atomkraftwerken, die hier zu Lande stehen. Sie halten diese Technik für prinzipiell nicht beherrschbar und lehnen sie deshalb ab.

Was tun mit der Atomenergie?

Die Mehrheit der Gesellschaft lehnt die Atomenergie ab. Erhalten geblieben ist sie trotz alledem. Vor einem Jahrzehnt wurde der allmähliche Ausstieg vereinbart. Dann kam der Ausstieg aus dem Atomausstieg mit einer Laufzeitverlängerung für die Meiler. Wer nicht abwarten will, welche Richtung die Politik einschlagen wird, sollte handeln: Den Atomausstieg selbst bewerkstelligen und zu einem der Anbieter von Ökostrom, so genanntem grünen Strom wechseln.

Der individuelle Atomausstieg

Es gibt eine einfache Möglichkeit die Macht der Verbraucherinnen und Verbraucher zu demonstrieren: sich vom Atomstrom zu verabschieden und zu entscheiden, was aus der Steckdose kommt - den Wechsel zu einem der Anbieter von Öko-Strom.

Eine kleine Geschichte der Anti-Atom-Proteste

Die Auseinandersetzung zwischen den Gegnern und den Befürwortern der Atomenergie wogt seit bald vier Jahrzehnten. Machtvolle, teilweise gewaltsame Demonstrationen gegen Atomkraftwerke prägten vor allem die 1970er- und 1980er Jahre. Hinzu kamen Blockaden und Besetzungen von Bauplätzen. Die Auseinandersetzungen wurden von beiden Seiten, Demonstranten und Polizei, nicht immer gerade zimperlich geführt. Die Anti-AKW-Bewegung war eine der zentralen Wurzeln für die Gründung der Partei Die Grünen Ende der 1970er-Jahre. Von allen Parteien lehnen die Grünen die Atomenergie bis heute am vehementesten ab. Geprägt wurde der Protest in diesen Jahrzehnten durch den Fast-GAU (Größter Anzunehmender Unfall) 1979 im Reaktor Harrisburg in den USA und durch die Katastrophe, den GAU im Atommeiler Tschernobyl in der damaligen Sowjet-Union. Tschernobyl wurde zum Symbol für die Gefährlichkeit dieser Technologie, zumal sich Teile der ausgetretenen Radioaktivität bis nach Mittel-Europa verbreiteten.

Rot-Grün setzt den sukzessiven Atomausstieg durch

Nach der Vereinbarung, die von der rot-grünen Bundesregierung vor zehn Jahren mit den Energiekonzernen getroffen wurde, schien sich der Streit um die Nutzung der Atomenergie beruhigt zu haben. Der Atomkonsens sah vor, dass die AKWs zeitlich gestaffelt nach einer bestimmten Laufzeit abgeschaltet werden sollten. Damit würde etwa im Jahr 2021 der letzte Meiler abgeschaltet.

Schwarz-Gelb erzwingt den Ausstieg aus dem Atomausstieg

Die schwarz-gelbe Bundesregierung kündigte diesen Konsens auf, änderte 2010 das Ausstiegsgesetz und verlängerte die Laufzeit der älteren Meiler um acht, die der neueren um 14 Jahre.

Kommt nun der Ausstieg aus dem Ausstieg aus dem Atomausstieg?

Angesichts der Katastrophe in Japan zeigen sich alle Parteien sehr betroffen und mehr oder weniger kritisch gegenüber der Nutzung der Atomenergie. Ältere Meiler wurden vorübergehend vom Netz genommen, zu Versorgungsengpässen kam es dennoch nicht. Wie dieser Prozess weiter verlaufen wird, ist derzeit nicht absehbar. Klar ist: Schon jetzt stammen fast 20 % des erzeugten Stroms in der Bundesrepublik aus erneuerbaren Quellen (unter anderem Wind, Sonne, Wasserkraft). Das Potential ist vorhanden, um diesen Anteil zügig weiter auszubauen. Es kommt auf den Willen an.

AKW, nein danke - alle können handeln

Wer noch kritische Infos und Argumente zur Atomenergie benötigt wird hier fündig. Wer der Auffassung ist, ein Weiterbetrieb der Meiler sei unverantwortlich, sollte handeln, konsequent: Atomausstieg individuell und selber machen!