Atomruine Fukushima: Strontium im Grundwasser entdeckt

AKW Isar 1 bei Landshut - C.v.Gerstenberg
AKW Isar 1 bei Landshut - C.v.Gerstenberg
Am 12. Juni 2011 teilte Tepco mit, dass im Grundwasser der Atomruine Fukushima radioaktives Strontium in hoher Konzentration gefunden wurde.

Das havarierte Atomkraftwerk Fukushima wird immer mehr zu einer gigantischen Strahlenschleuder für die Umwelt. Am 12. Juni 2011 teilte Kernkraftwerksbetreiber Tepco mit, dass man im Grundwasser der beschädigten Reaktoren 1 und 2 das gefährliche Element Strontium entdeckt habe. Wie die Nachrichtenagentur Kyodo weiter berichtete, ist es das erste Mal überhaupt, dass man Strontium im Grundwasser gefunden habe. Mit einer Konzentration bis zum 240-Fachen des erlaubten Grenzwertes ist die Konzentration enorm hoch. Mit welchen gesundheitlichen Auswirkungen zu rechnen ist, lesen Sie in diesem Artikel.

Strontium kann das Knochenmark schädigen und Leukämie auslösen

Dass die radioaktive Verseuchung rund um die Atomruine immer besorgniserregendere Ausmaße annimmt, ist eine nicht zu leugnende Tatsache. Die Fischer in der Region rund um Fukushima müssen die von ihnen gefangenen Fische und Meeresfrüchte direkt nach dem Fang entsorgen, da diese wegen der hohen Strahlenwerte für den menschlichen Verzehr nicht geeignet sind. Jetzt kommt eine weitere schlimme Nachricht aus der Gegend. Das Grundwasser in der Atomruine Fukushima ist mit radioaktivem Strontium kontaminiert. Das gefährliche Element wurde auch in der Nähe der Meerwasseraufnahme der Atomruine gefunden. Strontium ist für den Menschen bedenklich und wird auch als "Knochenkiller" bezeichnet, da es das Knochenmark schädigen und Leukämie hervorrufen kann.

Auch mit den Aufräumarbeiten in der Atomruine scheint es nicht recht voranzugehen. Wie Kyodo meldete, seien in der Anlage Wasserlecks aufgetreten, die möglicherweise von verstopften Rohren herrühren. Durch die nun festgestellten Lecks verzögern sich nach Angaben von Tepco die geplanten Tests einer neuen Anlage zur Dekontaminierung von verseuchtem Wasser. Eigentlich sollte die Anlage, auf die der Kraftwerksbetreiber große Hoffnungen setzt, Mitte Juni in Betrieb genommen werden. In der Atomruine schwappen noch immer 100.000 Tonnen hochgradig radioaktiv verseuchten Wassers, das zur Kühlung der Reaktoren eingesetzt worden war. Die Wasserlecks behindern zudem die Instandsetzungsarbeiten der Kühlsysteme, die nach dem schweren Erdbeben am 11. März 2011 und dem darauf folgenden Tsunami innerhalb von nur wenigen Stunden ausgefallen waren.

Radioaktive Verseuchung nicht nur in der Region Fukushima

Seit der Naturkatastrophe, die im Nordosten Japans schwere Verwüstungen hervorrief, entweicht aus dem AKW Radioaktivität in die Umwelt. Schon wenige Wochen später wurden im Grundwasser der 13-Millionen-Metropole Tokio radioaktive Substanzen gefunden. Auch die Muttermilch stillender Frauen erwies sich als teilweise verstrahlt. In der letzten Woche war im grünen Tee der Teeanbau-Provinz Shizuoka, die Hunderte von Kilometern vom AKW Fukushima entfernt liegt, radioaktive Strahlung gemessen worden. Bereits am 7. Mai 2011 war in Namie City, das rund dreißig Kilometer von der 20-Kilometer-Schutzzone um Fukushima entfernt liegt, ein weißes Kaninchen ohne Ohren auf die Welt gekommen. Seitdem rätseln Experten, ob der angeborene Defekt auf die hohen Strahlenwerte zurückzuführen sein könnte.

Am 4. Juni wurden in der Atomruine die bisher höchsten Strahlenwerte gemessen. Die Werte mussten von einem Roboter ermittelt werden, da Arbeiter wegen der extrem hohen Strahlung nicht mehr eingesetzt werden können. Nach Angaben von Tepco betrugen die Strahlenwerte bis zu 4.000 Millisievert pro Stunde. Der von der japanischen Regierung nach dem Atomunglück bereits erhöhte Wert liegt dagegen nur bei 250 Millisievert pro Jahr.

Quellen:

  • sueddeutsche.de
  • stern.de
Die Autorin in Portugal, C.v.Gerstenberg

Dr. Claudia von Gerstenberg - | Dr. phil. | mit den Schwerpunkten Essen & Trinken: bedeutet für mich Genuss, Lebensfreude und Sinnlichkeit. Deshalb bin ich ...

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