
- Au-pairs sollten die richtige Kleidung einpacken - Silke Hamann
Wer sich entschieden hat, auf eigene Faust einen Au-pair-Aufenthalt zu organisieren und auf die Dienste einer Au-pair-Agentur zu verzichten, gewinnt dadurch wichtige Erfahrungen. Die Planung und Vorbereitung des Aufenthalts fördert die eigene Selbstständigkeit. Zuerst gilt es, eine passende Au-pair-Familie zu finden. Damit ist der erste und wichtigste Schritt getan, doch für die Reise müssen noch andere Dinge organisiert werden.
Eine Familie ist gefunden – die Reise muss geplant werden
Sind die Rahmenbedingungen der Au-pair-Tätigkeit, wie etwa Reisedaten und Arbeitsbedingungen, mit der Familie geklärt, ist es empfehlenswert, diese Vereinbarungen zuerst in einem Au-pair-Vertrag festzuhalten. Anschließend können die Flüge gebucht und die Abholung am Flughafen vereinbart werden. Eventuell bietet es sich an, während oder nach der Au-pair-Tätigkeit noch etwas Zeit für eine Rundreise zur Erkundung des Landes einzuplanen. Während die genaue Route gegebenenfalls noch vor Ort festgelegt werden kann, ist vorab zumindest eine grobe Festlegung sinnvoll, um die Finanzierung und den Zeitrahmen zu klären. Bei einem längeren Aufenthalt ist es möglich, diese Entscheidung erst im Zielland zu treffen. Der Rückflug kann dann auch später gebucht beziehungsweise umgebucht werden.
Was muss noch organisiert werden?
Vor Antritt der Reise sollte unbedingt eine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen werden. Es gibt viele Angebote für spezielle Au-pair-Versicherungen, die extra auf diese Situation zugeschnitten sind. Auch eine Auslandshaftpflichtversicherung ist ratsam. Unverzichtbar ist es, sich vorher genau über die offiziellen Arbeitsbestimmungen des jeweiligen Landes zu informieren, denn in manchen Ländern ist eine Arbeitserlaubnis nötig. Gegebenenfalls ist auch ein Visum zu beantragen, oder ein neuer Reisepass, falls der alte nicht mehr gültig ist. Der Au-pair-Aufenthalt sollte daher besonders in Ländern außerhalb der EU entsprechend langfristig geplant werden. Sind die wichtigsten Formalitäten geregelt, bleiben gegebenenfalls noch ein paar individuelle Fragen offen: Wie viel darf das Gepäck wiegen? Was soll mit bestehenden Verträgen geschehen, wie beispielsweise für ein Handy oder ein Fitnessstudio? Wird der Führerschein auch im Zielland akzeptiert? Ist der Zugriff auf das deutsche Bankkonto möglich? Diese Liste kann und sollte jeder Reisewillige individuell ergänzen.
Land und Leute kennen lernen
Während der Vorbereitungen kann der Kontakt mit der Familie bereits viele Unklarheiten beseitigen und helfen, schon einmal ein Gespür für die zukünftigen Gastgeber zu entwickeln. In jedem Fall ist es hilfreich, bereits vor der Abreise Informationen über das Zielland und den genauen Aufenthaltsort einzuholen. Man sollte nicht vergessen, dass in anderen Ländern andere Mentalitäten herrschen und eventuell ungewohnte Erziehungsstile üblich sind. Es ist daher ratsam, Erfahrungsberichte von Au-pairs zu lesen, die in demselben Zielland tätig waren. So kann man sich besser darauf einstellen, was einen erwartet und welche Erwartungen man selbst erfüllen sollte. Eventuell finden sich hier auch Tipps für geeignete Gastgeschenke.
Diese sind nicht zwingend notwendig, stellen aber eine nette Geste dar und sorgen für einen herzlichen Start. Vor Ort gilt es dann, möglichst bald soziale Kontakte zu knüpfen. Sprachkurse oder Sportgruppen können hier ein guter Weg sein. Die meisten Familien sind gerne bereit, bei der Suche nach einem geeigneten Sprachkurs zu helfen, eventuell haben sie sogar bereits Erfahrungen durch frühere Au-pairs gesammelt. Oftmals finden sich auch im Bekanntenkreis der Familie andere Au-pairs, mit denen an den freien Tagen Ausflüge unternommen werden können. Ist man zudem offen und kommunikativ, sollte es nicht schwer fallen, im Gastland bald Anschluss zu finden. Alleine in einem fremden Land zu sein ist eine Herausforderung. Aber es ist auch eine großartige Gelegenheit, zu lernen, auf eigenen Füßen zu stehen.
