Auch "Menschen bei Maischberger" widmet sich der Causa Wulff

Sandra Maischberger zum Fall Wulff - WDR/ARD/Marco Grob
Sandra Maischberger zum Fall Wulff - WDR/ARD/Marco Grob
Am 17. Januar heißt es bei Sandra Maischberger um 22.15. Uhr im Ersten „Unser Bundespräsident: Ein Wulff im Schafspelz?"

Vor drei Tagen kam das neue ZDF-Politbarometer Januar I heraus. Die Forschungsgruppe Wahlen hatte dabei ermittelt, das das Thema Wulff in der Wertigkeit der Bevölkerung und Wähler nur an dritter Stelle liegt. 52 Prozent der Bevölkerung sind der Meinung, dass der Fall Wulff ein nicht so wichtiges oder überhaupt nicht wichtiges Thema ist. Danach halten ihn nur 34 Prozent für glaubwürdig und 61 Prozent für nicht glaubwürdig.

Trotz der deutlichen Meinung sind mehr Befragte für seinen Verbleib im Amt als für seinen Rücktritt. In Zahlen ausgedrückt wollen 50 Prozent ihn weiter im Amt gegenüber 44 Prozent, die einen Rücktritt für besser halten.

Dauerhafte Beschädigung im Amt durch Christian Wulff selbst

Allerdings glauben 72 Prozent der Befragten und damit eine deutliche Mehrheit aber an eine dauerhafte Beschädigung seiner Person im Amte des Bundespräsidenten. Bevor ihm seine Hausfinanzierung vorgeworfen wurden, belegte Wulff auf der von +5 bis –5 geltenden Skala im November noch einen Wert von 1,9; nach Offenlegung der Vorwürfe erhielt Christian Wulff Mitte Dezember noch einen Wert von 1,2. Anfang Januar lag sein Wert bei –0,5.

Die Beschädigung seiner Person und damit des Amtes des Bundespräsidenten ist hauptsächlich von Christian Wulff selbst zu vertreten, denn eine rasche Aufklärung und Offenlegung aller Fakten hätten eine rasche Antwort auf alle gestellten Fragen gebracht. Hoffentlich kommen jetzt möglichst bald Antworten, die alle zufrieden stellen, um die Diskussion endlich zu beenden. Die „Tagesschau“ und „heute“ sollten möglichst bald in die Lage versetzt werden, nicht mehr über ein Thema berichten zu müssen, das die Hälfte der Bevölkerung nicht oder kaum interessiert.

Beschädigung im Amt durch Politik und Presse

Aber auch die Politik und die Presse tragen bewusst zur Imagebeschädigung bei. Wie sonst ist erklären, dass der SPD-Gesundheitsexperte der Bundestagsfraktion, Karl Lauterbach, am 15. Januar 2012 in der Talk-Show bei Günther Jauch, der sich eine Woche zuvor mit der Causa Wulff beschäftigt hatte, einen Balisto-Riegel aus der Tasche zog mit dem Bemerken: “Den habe ich gewulfft“. Er meinte damit, er habe den Riegel in der Vorbesprechung zur Talkshow unbemerkt ohne Bezahlung mitgehen lassen. Hier schoss Lauterbach weit über das Ziel hinaus, denn von einem Diebstahl war bei Christian Wulff bisher nie die Rede.

Am Rande des gerade noch Erträglichen ist aber auch die Überschrift „Ein Wulff im Schafspelz“ bei „Menschen bei Maischberger“. Das gilt zumindest solange, wie noch nicht alle Fakten offen auf dem Tisch liegen, denn schließlich sind das Wortmeldungen und Phrasen zum höchsten Amt in unserem Staate, die zum Teil von einem breiten Publikum vorurteilsfrei übernommen werden. Da hilft auch kein Fragezeichen zum Schluss der Formulierung, denn das wird oft übersehen oder für unbeachtlich gehalten.

Die Gäste bei „Menschen bei Maischberger“

Als Gäste zur Talk-Show über Bundespräsident Christian Wulff hat die Redaktion folgende Gäste eingeladen, die in der Lage sein dürften, die Diskussion wieder auf die Fakten und daraus zu ziehende Schlüsse zurückzuführen:

die Politikberaterin Gertrud Höhler, den „Stern"-Journalisten Hans Ulrich Jörges, Schauspieler Sky du Mont, Joachim Kellermann von Schele , einen Schulfreund von Christian Wulff, den Juristen und TV-Moderator Michel Friedman und den Verwaltungsrechtler Professor Hans Herbert von Arnim.

Quelle:ARD-Pressemeldung

Dieter Helmut, Dieter Helmut

Dieter Helmut - Dieter Helmut ist Jurist im Ruhestand und schreibt seit Dezember 2010 für suite101. Seine Themenschwerpunkte sind aktuelle ...

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