Auch nachts ohne Windel – Wie und wann werden Kinder trocken?

Nachts trocken zu sein ist für ein Kind ein toller Erfolg! Viel Geduld und liebevolle Ermunterungen der Eltern helfen den Kleinen, dieses Ziel zu erreichen.

In vielen Ratgebern, die sich mit der Sauberkeitserziehung der Kinder beschäftigen, steht häufig geschrieben, dass Mädchen schneller trocken sind als Jungen. Das muss jedoch nicht zwangsläufig so sein. Es gibt durchaus auch Mädchen, die im Alter von 4 Jahren nachts noch mit Windel schlafen, während manche Jungen bereits mit knapp 24 Monaten trocken sind.

Grundsätzlich gibt es, unabhängig vom Geschlecht der Kleinen, für den Zeitpunkt des Trockenwerdens keinen genauen Richtwert, wozu auch? Was ist schlimm daran, wenn ein Kind mit vier Jahren noch Windeln tragen möchte? Wer gibt eigentlich vor, wann ein Kind trocken zu sein hat?

Mit Windel in den Kindergarten?

Für viele Eltern ist der Eintritt in den Kindergarten, der ja meist mit 3 Jahren erfolgt, im Bezug auf die Sauberkeitserziehung ein spannender Zeitpunkt. Fragen wie „ Schafft es mein Kind bis zum Kindergarten trocken zu bleiben?“ oder „Was passiert, wenn mein Kind im Kindergarten noch Windeln benötigt?“ sind in dieser Zeit keine Seltenheit in den Köpfen von besorgten Müttern und Vätern.

Am Tage ist mein Kind trocken – und wann auch nachts?

Im Allgemeinen haben es die Kleinen im Alter von 3 Jahren meist geschafft, tagsüber trocken zu bleiben; sie sind nun in der Lage, den Eltern oder den Erzieherinnen im Kindergarten rechtzeitig anzukündigen, dass sie die Toilette aufsuchen müssen. Manche Kinder sind sogar bereits so selbständig, dass sie auch alleine gehen können.

Hat ein Kind den großen Entwicklungsschritt geschafft und bleibt tagsüber sauber, warten die meisten Eltern darauf, dass es nun bald auch nachts ohne Windel klappt. Ist ein Kind tagsüber trocken, heißt dies jedoch noch lange nicht, dass nun auch nachts auf eine Windel verzichtet werden kann. Die erforderlichen Nerven müssen zunächst ausgereift sein; außerdem muss sich die Meldungsbereitschaft des Körpers erst entwickeln, damit dem Kind signalisiert wird, dass es nachts zum Klo muss.

Elterliches Vertrauen und Geduld fördern das Trockenwerden

Setzen die Eltern ihr Kind unter Druck, geht das meist nach hinten los, das Kind sperrt sich gegen den Wunsch der Eltern und macht vielleicht sogar einen Rückschritt, in dem es auch tagsüber wieder einnässt. Bestrafungen oder Beschimpfungen nach dem Einnässen sind daher völlig fehl am Platze. Eltern sollten ihrem Kind entspannt gegenüber treten; sie sollten ihm die Zeit gewähren, die es braucht, um trocken zu werden. Wenn das Kleine dazu bereit ist, wird es irgendwann von ganz alleine den Wunsch äußern, ohne Windel schlafen zu gehen. Vertrauen die Eltern ihrem Sprössling und lassen sie sich auf seine Wünsche ein, wird ein jeder bald mit erfreulichem Erfolg belohnt werden.

Kleine Missgeschicke sind normal

Möchte ein Kind ohne Windel schlafen, sollte ihm das unbedingt gewährt werden. Die Eltern sollten jedoch nicht damit rechnen, dass das Bett sofort und immer trocken bleibt. Unfälle können immer wieder passieren und sind völlig normal. Beschimpfungen oder gar Strafen wegen eines nassen Bettes sind auch in solchen Fällen völlig unangebracht und sollten unbedingt vermieden werden.

Gründe für nächtliches Einnässen

Es gibt viele Gründe für nächtliches Einnässen, die völlig harmlos sind. Meist ist der erforderliche Reifungsschritt der kindlichen Blase noch nicht vollständig abgeschlossen; in vielen Fällen schlafen die Kinder einfach so tief, dass sie von ihrer vollen Blase nicht geweckt werden. Bekannt ist auch der Fall, dass ein Kind nachts in einem nassen Bett aufwacht und meint, es wäre auf der Toilette gewesen, dabei hat es alles nur geträumt. Ist ein Kind im Schulalter nachts noch nicht trocken und nässt sogar über eine Zeitspanne von einem Vierteljahr mindestens zweimal im Monat ein, sollte ein Kinderarzt zu Rate gezogen werden. Dieser kann durch gezielte Untersuchungen feststellen, ob eine organische Ursache vorliegt, oder ob das Kind aufgrund einer psychischen Störung nachts ins Bett macht.

Wie Eltern ihrem Kind beim Trockenwerden helfen können

Eltern sollten im Falle eines nächtlichen Missgeschickes stets daran denken, dass ihr Kind selbst gerne trocken wäre. Es könnte daher sehr frustriert reagieren, wenn es nachts oder früh am Morgen in seinem nassen Bettchen aufwacht. Begegnen die Eltern ihrem Sprössling in solchen Fällen liebevoll mit Trost und Ermunterung, fühlt sich das Kleine nicht mehr ganz so schlecht. Was macht es schon, einen neuen Schlafanzug anzuziehen und das Bettzeug auszuwechseln? Geduld lohnt sich, denn ohne Druck werden die Kleinen schneller trocken sein. So werden sie nach der ersten trockenen Nacht sehr stolz auf sich selber sein; und das sollte dann ein schöner Grund zum Feiern sein!

Michaela Maerten, Michaela Maerten

Dr. Michaela Märten - Seit dem Abitur bin ich darauf aus, meine Hobbys zum Beruf zu machen. Als natur(wissenschaftlich) begeisterte Person ist mir dies bisher ...

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