
- Aucklands Skyline vom grünen Stadtteil Parnell aus - FxReid
Der erste neuseeländische Gouverneur William Hobson war’s, der den Namen der Stadt zwischen Hauraki Gulf und Manukau Harbour von seinem ehemaligen Kommandeur Lord Auckland entlehnte. Doch wie kommt es, dass die andere Seite der Welt allzu oft an Auckland denkt, wenn nach der Hauptstadt Neuseelands gefragt wird? Vielleicht liegt es daran, dass Auckland tatsächlich für einige Zeit seit dem Treaty of Waitangi im Jahre 1840 bis 1865 Hauptstadt war, solche Informationen aber ebenso Zeit brauchen, um ins rund 20.000 Kilometer entfernte Bewusstsein der Europäer vorzudringen?
Auckland City, kosmopolitische Hauptstadt a.D.?
Auckland ist kosmopolitisch und somit vielleicht nicht unbedingt das, was man am abgelegensten Ende der Welt erwarten würde. Zwar hat die mit Abstand größte Stadt des Landes gerade einmal 1,5 Millionen Einwohner (bei einer Gesamtbevölkerung von gut 4 Millionen), die sich in einem Stadtgebiet niedergelassen haben, das zumindest der Fläche nach den internationalen Vergleich nicht scheuen braucht. Auckland liegt wie Rom auf einigen Hügeln, deren Besiedlungsgeschichte in prähistorische Zeit reicht – auch wenn prähistorisch in diesem noch jungen Erdteil einen nicht ganz so antiken Zeitraum meint. Wie in Hamburg ist das Stadtgebiet durchsetzt mit Grünflächen und Parks und hat ebenso maritimes Flair wie die hanseatische Hafenstadt. Die Struktur der zusammengewachsenen und doch eigenständigen Stadtteile hingegen, die sich ihren dörflichen Charakter in einigen Aspekten noch erhalten haben, erinnert an New York, dessen kulturelle Gravitationswirkung Auckland ebenfalls teilt.
Bunte Metropole auf zahlreichen grünen Vulkanhügeln
Nähert man sich auf dem üblichen, Turbinen-getriebenen Luftweg dem Tor nach Neuseeland, fallen die über 50 Hügel vulkanischen Ursprungs der Metropole ins Auge, von denen einige in chlorophyllhaltigem Grün aus dem Häusermeer der Großstadt ragen. Der One Tree Hill beispielsweise sticht mit seinem Granitobelisken auf bergigem Schafs-Anbaugebiet aus den umgebenen Wohngebieten heraus und dient den Einwohnern als Jogging-Parcour und Picknick-Ziel. Hier siedelten einst die Erstbewohner Neuseelands, kriegerische Nachfahren polynesischer Einwanderer.
An sonnigen Tagen trifft man auf ausgelassen grillende Maori-Familien, asiatische Studenten beim Freiluft-Lernen und sportliche Nachkommen europäischer Siedler in Laufschuhen. Zudem ist Auckland auch Heimat der weltgrößten Ansammlung von Einwanderern der polynesischen Inselwelt. Besonders einladend zeigt sich die zusammengewürfelte Gesellschaft der Metropole im abwechslungsreichen Straßenbild, angereichert mit asiatischen Garküchen, europäischen Cafés, indischen und italienischen Restaurants und dem einen oder anderen traditionell britischen Fish & Chips-Takeaway.
Konzentrierte Freizeit für Aucklander und ihre Besucher
Neuseeländer lieben ihre Freizeit und zelebrieren sie am liebsten an der frischen Luft. Dazu bietet die Stadt mit der kosmopolitischen Skyline natürlich auch Besuchern unzählige Gelegenheiten: Von den Auckland Zoological Gardens über den Vergnügungspark Rainbow’s End, den vielen Parks und stadtnahen Stränden bis zu der unvergleichlichen Landschaftsvielfalt, die sich von den Suburbs bis an die Küsten zu beiden Seiten der schmalen Landenge Aucklands erstreckt. Schon am Flughafen wartet eine beeindruckende Minigolf-Anlage auf Besucher und Freizeit-Investoren. Nicht zuletzt trägt Auckland eben auch den Beinamen »The City of Sails« und verfügt im Einzugsgebiet über mehrere beeindruckende Yachthäfen, einer davon Downtown zu Füßen der 240 Meter langen Harbour Bridge.
Auch abenteuerlustige Zeitgenossen kommen auf ihre Kosten, denn sowohl von eben jener Brücke, als auch vom Wahrzeichen der Stadt, dem Sky Tower, kann man sich mit einem Gummiseil um die Knöchel wahlweise dem Großstadtgetümmel oder den Hafengewässern entgegen stürzen: Bungeespringen ist neben Rugby, Angeln, Surfen, Cricket und nicht zuletzt natürlich Segeln eine der sportlichen Leidenschaften der Kiwis. Doch auch für weniger Verwegene bietet der Hafen, der direkt am Ende der Haupteinkaufsstraße Queen Street liegt, diverse Möglichkeiten, die reizvolle Umgebung samt naher Inselwelt per Boot zu erkunden.
Globales Shopping in Neuseelands kosmopolitischem Zentrum
Wer Auckland als den Ort seiner ersten Neuseeland-Erfahrungen erwählt hat, wird sehr schonend an die ganz eigene, nach wie vor ländlich geprägte Kultur der Südsee-Nation herangeführt, denn Downtown Auckland ist heute eine Weltstadt wie viele andere. Neben den Vertretungen der global verfügbaren Modedesigner und Kleidungskonzerne wird man auch die unvermeidlichen Fastfood-Etablissements nicht vermissen, die sich zur Befriedigung nicht nur neuseeländischer Geschmäcker zwischen Souvenir-Shops und Konzernzentralen einreihen.
Neuseeland ist dem asiatischen Handelsmarkt angeschlossen, so dass neben dem lohnenden Kauf heimischer Produkte wie Schafwoll-Kleidung, Surf- und Campingausrüstungen eben auch Elektronik-Produkte relativ günstig zu haben sind. Weiterhin wird man mit ansehnlichen Monumentalbauten europäischer Stilepochen wie dem Ferry Building, der Auckland Town Hall oder dem Old Arts Building konfrontiert, die sehr deutlich an die koloniale Vergangenheit erinnern. Das belebte Straßenbild der Innenstadt dominieren zurzeit allerdings eben jene Bürgersteigler ostasiatischer Herkunft, die ihrem Handy mehr Aufmerksamkeit schenken als ihrem nächsten, unangemeldeten Passanten. Doch unter Palmen lässt sich auch damit recht gut auskommen.
Ein Bett am Ende der Welt: Übernachten in Auckland
Da in einer modernen Metropole wie Auckland neben den zahlreichen Sehenswürdigkeiten verschiedenste Bedürfnisse Reisender aufeinander treffen, lässt der Markt an Übernachtungsmöglichkeiten keine Wünsche offen. Dabei sollte aber nicht übersehen werden, dass alle Kosten im zentralen Stadtgebiet deutlich höher angesetzt sind als in der nahen Umgebung. Der öffentliche Nahverkehr ist hingegen recht praktisch und günstig, so dass eine Behausung außerhalb des Stadtzentrums durchaus Vorteile bieten kann. Ansonsten sind drei Empfehlungen zu nennen, die verschiedene Reisebudgets abdecken:
Luxuriös geht es im Heritage Hotel Auckland (Albert Street, Downtown) zu, wo großzügige Doppelzimmer mit vollausgestatteter Küchenzeile und Waschtrockner im Bad mit rund 200 NZ$ pro Nacht zu Buche schlagen. Roomservice, Schwimmbad, Wellness und zentrale Lage gibt’s inklusive.
Backpacker-Hostels in den stickigen Hochhäusern der Innenstadt sind nicht gerade günstig und kaum zu empfehlen, da man oft für weniger Geld und sehr viel entspannter in den kleineren Hostels und Bed & Breakfast-Villen der umliegenden Stadtteile gut aufgehoben ist – z.B. im Brown Kiwi Ponsonby.
Luftiger und rustikaler übernachtet man auf dem ruhig gelegenen und empfehlenswertesten Campingplatz der Stadt, dem Avondale Motor Park camping site, wo ein Zelt- oder Stellplatz ab etwa 15 NZ$ pro Person und Nacht zu haben ist. Als kostenlose Zugabe erwartet einen hier ein erster und extrem unterhaltsamer Kontakt mit der einzigartigen endemischen Vogelwelt Neuseelands, denn das von Parks und friedlichen Wohngebieten umgebene Areal bietet auch einigen Exemplaren des unvergleichlichen Pukekos ein ständiges Zuhause.
