Für jeden Künstler kommt einmal der Tag. Er hat sein Studium beendet und hält freudestrahlend sein Diplom in den Händen. Wer jetzt glaubt, dass die meiste Arbeit schon hinter einem liegt, der irrt. Jetzt beginnt der Kampf um die Jobs, sei es im Theaterbereich oder für ein Musical. Früher oder später muss jeder mal zu einer Audition. Man unterscheidet zwischen offenen Castings und Auditions: Zu einem offenen Casting kann jeder Künstler kommen, ohne Voranmeldung, auch "open call" genannt. Zu einer Audition muss man sich meist anmelden und wird dann eingeladen. Egal ob Auditon oder Casting, vorbereiten muss man sich auf jeden Fall.
Schauspiel
Möchte man sich für ein Theaterstück oder für eine Rolle bei einem Film bewerben, so ist eine Sache von großer Bedeutung: Man braucht Monologe! (Monologe sind Szenen aus einem Theaterstück, die nur eine Person vorträgt.) Jetzt ist es wichtig zu wissen, nach welchen "Typen" in diesem Stück/ Film gesucht wird. Wenn es ein trauriger Film werden soll, dann geht man nicht mit einem lustigen Monolog hin. Natürlich kann es auch passieren, dass man direkt einen Castingtext in die Hand gedrückt bekommt und zehn Minuten Zeit hat um sich vorzubereiten. Da ist es wichtig die Figur sofort zu etablieren. Dabei helfen die W-Fragen am Besten: Wo bin ich? Wer bin ich? Was geschah vor der Szene? Wann spielt die Szene? Und welche Beziehungen habe ich zu meinem Gegenüber?
Gesang
Bei einer Gesangsaudition muss man im Vorhinein wissen, welche Musikrichtung gefragt ist. Meist bereitet man drei Lieder vor, etwa eine Ballade (langsames Lied), ein Up-Tempo-Song (schnelles Lied) und vielleicht eines auf Deutsch (je nachdem, welche Sprache gefragt ist). Bewirbt man sich für ein Ensemble, so bekommt man meistens Noten von Chorstücken zugeschickt und sollte diese gut lernen. Natürlich möchten alle die Hauptmelodie singen, aber man hat mehr Chancen, wenn man die zweite Stimme lernt. Weniger Konkurrenz – größere Chancen genommen zu werden! Ganz wichtig: Noten unbedingt kleben!
Tanz
Ganz wichtig: Welcher Stil wird verlangt? Natürlich hat man bessere Chancen, wenn man zu einer Audition geht, bei der einem der Tanzstil liegt. Meistens wird einem direkt vor Ort eine kurze Choreographie gezeigt, die man nachtanzen muss. Daran erkennen die Caster sofort, ob man ein gutes Pick-up (schnelle Aufnahme von Tanzschritten) hat oder nicht. Man kann sich natürlich vorbereiten, indem man Tanzvideos anschaut und versucht diese sofort wiederzugeben. So wird das Gehirn darauf trainiert, dass es möglichst schnell mit dem Körper zusammenarbeitet. Am allerwichtigsten ist natürlich, dass man Ausstrahlung und gute Laune hat! Das macht viel aus. Nicht vergessen: passende Schuhe und passende Kleidung. Anziehen sollte man sich dem Rollenprofil entsprechend. Natürlich darf man nicht übertreiben, aber es ist wichtig, die eigene Persönlichkeit mit der Rolle zu vereinen.
Castings und Auditions sind im Beruf des Künstlers die größten Herausforderungen. Das ist wahrscheinlich das Anstrengendste an diesem Beruf. Wenn man jedoch einen Job bekommen hat und dann auch noch richtig gut macht, dann lohnt sich der Aufwand auf jeden Fall.
