Hunde: des Menschen beste Freunde?

Hunde sind begehrte Haustiere für Jung und Alt. Sie sind Spiel- und Weggefährten. Aber nicht jeder kann sich für den besten Freund des Menschen begeistern.

In Österreich und in der Schweiz werden mehr als eine halbe Million Hunde als Haustiere gehalten, in Deutschland sind es ungefähr fünf Millionen. In Anbetracht der Hundehäuferl, denen wir des öfteren bei unseren Spaziergängen begegnen, würde man die Zahl höher schätzen, obwohl Maßnahmen wie z.B. die Kampagne in Wien „Ein Sackerl fürs Gackerl“, die ihren Ursprung in einer „Anti-Hundstrümmerl-Petition“ hatte, das Bewusstsein der Besitzer für dieses Problem laut mehrerer Stimmen positiv beeinflusst hat.

Angst vor freilaufenden Hunden

Was in den Augen vieler aber bedrohlicher scheint als ein Hundehaufen, sind Hunde, die nicht an der Leine gehalten werden und einen beim Spazieren gehen oder beim Joggen anspringen. In den meisten Fällen wird die Motivation aus dem Spieltrieb hervorgehen, jedoch lässt sich die Absicht bei fremden Hunden nicht immer erkennen. Die Angst vor freilaufenden Hunden und die Abneigung gegen unnachsichtige Besitzer werden damit verstärkt.

Hundebesitzer und ihre Vierbeiner: verblüffende Ähnlichkeit?

Was uns bei der Beobachtung eines Hundbesitzers und seines Vierbeiners oft schmunzeln lässt, kann laut Studien sogar wissenschaftlich bewiesen werden: Der Hund ähnelt nach einigen Jahren immer mehr seinem Besitzer oder umgekehrt, da es zu einer Imitierung des Verhaltens kommt. Aber nicht nur die äußerlichen Merkmale sind manchmal unverwechselbar, sondern auch die inneren. Aggressive Hunde haben meist auch aggressive Besitzer, die wenig Verständnis anderen gegenüber zeigen und ihren Hund keine Grenzen setzen. Wenn ihr Hund dann beisst, heißt es: „Der andere hat ihn provoziert“ oder „Er musste sich ja wehren“, die Schuld wird leider selten bei sich selbst gesucht. Hunde sind treu, anpassungsfähig und damit auch leicht steuer- und beeinflussbar, was sich in manchen Situationen negativ äußert.

Objektive und subjektive Gründe für einen Hund

Was macht, außer seiner Treue, den Reiz eines Hundes aus?

Es gibt die Gründe, die aus einem objektiven Zweck erfolgen:

  1. Schutzhunde zum Schutz von Gesundheit und Eigentum der Besitzer oder anderer Personen (z.B. Polizeihunde)
  2. Hunde, die bei psychischen Erkrankungen den Heilungsprozess günstig beeinflussen (Therapiehunde)
  3. Die das Augenlicht teilweise ersetzenden Blindenhunde

Die subjektiven Gründe liegen auf der Hand: für viele ist der Hund ein Ersatz für den Verlust des Partners z.B. im hohen Alter. Seine Anwesenheit wirkt der Einsamkeit und dem Liebesmangel sowie dem Fehlen eines Gesprächspartners entgegen. Für die Jüngeren dient er als (Spiel-)Gefährte und kann helfen, die soziale Kompetenz zu verbessern, wenn sie lernen Verantwortung für die ihnen anvertrauten Lebewesen zu übernehmen.

Zeitfaktor Hund

Wenn wir uns für einen Hund als Haustier entscheiden, sollten wir uns bewusst sein, wie viel Zuwendung er benötigt und welchen Zeitfaktor er einnimmt. Man sollte sich allgemein Tiere nicht unüberlegt als Haustiere zulegen. Wie oft werden wir vor der Oster- oder Weihnachtszeit davor gewarnt, Tiere zu verschenken, um unseren Kleinen eine Freude zu machen, ohne zu bedenken, dass diese meist ihr Interesse verlieren bzw. oft zu jung sind, um sich der der Verantwortung bewusst zu sein. Leidtragender ist das Haustier, besonders wenn es dann nach einiger Zeit wieder zurückgegeben wird. Wie oben erwähnt, können Hunde die soziale Kompetenz bei Kindern fördern, was jedoch die Hilfe und Unterstützung der Eltern erfordert.

Hunde im Alltag

Wie wichtig es auch ist, einen Hund in den Alltag zu integrieren und ihn zum Teil der Familie zu machen, man sollte nie vergessen, dass die eigene Umwelt Hunde nicht immer als Glücksfall oder als Bereicherung sieht. Haben wir nicht schon selbst erlebt oder gehört, dass Hundebesitzer ihren Hund überall mitnehmen, ohne abzuklären, ob ein Hund überhaupt erwünscht ist? Es gibt genügend egoistische Hundbesitzer, aber auch die, die wissen, dass ihr Hund manchmal fehl am Platz ist.

Dennoch, ein Hund ist für viele ein wesentlicher Bestandteil ihres Lebens, er ist Kamerad und Seelentröster. Er ist derjenige, der immer an unserer Seite ist, der uns durch seine Bewegungsfreude zu mehr körperlicher Betätigung anregt und uns zu einem einigermaßen geregelten Tagesablauf zwingt.

Auf alle Fälle ist ein Hund mehr, er ist ein Freund fürs Leben!