Die Königin-Luise-Route führt zu den wichtigen Orten des kurzen Lebens der Königin Luise . Die Suche nach den Spuren der Strelitzer Prinzessin und Gattin des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III. ist mit dem Auto und ebenso gut mit dem Fahrrad möglich. Sie beginnt am Sterbeort Hohenzieritz und endet in Paretz im Havelland.

Station 1: Schloss Hohenzieritz

Schloss Hohenzieritz war ein Sommersitz der Herzöge von Mecklenburg-Strelitz. Am 19. Juli 1810 verstarb Königin Luise im Alter von 34 Jahren auf Hohenzieritz. Seit 2000 ist hier wieder ein Gedenkzimmer eingerichtet.

Station 2: Die Residenz Neustrelitz

Neustrelitz war die wichtigste Residenz der Herzöge und Großherzöge von Mecklenburg-Strelitz. Königin Luise war 1796 und 1810 in Neustrelitz. Das Schloss in Neustrelitz wurde Ende des Zweiten Weltkriegs zerstört. Seine Reste wurden abgetragen. Über das Strelitzer Fürstenhauses informiert das Museum der Stadt Neustrelitz ausführlich.

Zur Erinnerung an die Prinzessin aus dem Strelitzer Fürstenhaus wurde 1891 der Luisentempel im Schlossgarten errichtet. In ihm befindet sich eine Kopie der Grabstatue von Königin Luise.

Station 3: Schloss Mirow

Ab 1709 entstand das Schloss Mirow als Witwensitz der Herzöge von Mecklenburg-Strelitz. Der Ort entwickelte sich zu einer wichtigen weiteren Residenz des Strelitzer Fürstenhauses. Fast alle regierenden Fürsten des Hauses Mecklenburg-Strelitz sind in der Fürstengruft der Mirower Johanniterkirche beigesetzt worden. Auch die Eltern von Königin Luise ruhen hier.

Station 4: Fürstenberg und Dannenwalde

Die tote Königin wurde vom 25. zum 26. Juli 1810 von Hohenzieritz nach Berlin-Charlottenburg überführt. In Fürstenberg an der Havel legte der Trauerzug eine Pause ein. Wenige Kilometer weiter südlich wurden in Dannenwalde die Pferde gewechselt. Zum Gedenken an die Königin entstand dort ein eisernes Monument mit der Königin gewidmeten Inschriften.

Station 5: Gransee

Am Abend des 25. Juli 1810 erreichte der Trauerzug die Stadt Gransee. In dieser Nacht wurde der Sarg dort aufgebahrt. Zur Erinnerung an diese Nacht schuf Karl Friedrich Schinkel 1811 ein Denkmal aus Eisenguss. Dieses wurde von Luises zehnjährigem Sohn Prinz Karl eingeweiht. Ein Königin-Luise-Salon im Museum der Stadt erinnert an die Königin.

Sehenswert in Gransee ist die gesamte Altstadt mit der Stadtkirche St. Marien, dem Pulverturm und der weitgehend erhaltenen Stadtmauer. Ein Blick auf das Schloss Meseberg ist bei der Weiterfahrt möglich.

Station 6: Schloss Oranienburg

Das Schloss Oranienburg erhielt Königin Luise anlässlich der Hochzeit 1794 von ihrem Schwiegervater Friedrich Wilhelm II. Sie wohnte hier in den Sommermonaten 1794-1797. Der Bau war ihr zu altmodisch. In der Nacht vom 26. zum 27. Juli wurde der Sarg der Königin auf dem Weg von Hohenzieritz nach Charlottenburg vor dem Schloss aufgebahrt.

Die Schlossanlage wurde 1802 verkauft und hatte in der Folgezeit ein sehr wechselvolles Schicksal. Heute ist es der kulturelle Mittelpunkt der Stadt Oranienburg und sein Park der Kern der Landesgartenschau Brandenburg 2009.

Station 7: Schloss Charlottenburg

Schloss Charlottenburg gehörte zu den bevorzugten Aufenthaltsorten der Königin Luise. Die königliche Familie verbrachte zumeist die Sommerzeit hier. Ab 1797 nutzte sie die Winterkammern Friedrich Wilhelm II. im Knobelsdorfflügel. Dort kann ihr 1810 von Karl Friedrich Schinkel entworfenes Schlafzimmer besucht werden.

Im Schlosspark Charlottenburg steht das Mausoleum, in dem Königin Luise 1810 beigesetzt wurde. Es ist den Wünschen Friedrich Wilhelm III. entsprechend von Heinrich Gentz errichtet worden. Die Statue der Königin Luise stammt von Christian Daniel Rauch. Die Hohenzollerngruft wird derzeit saniert und kann nur von außen betrachtet werden.

Station 8: Pfaueninsel

Die Pfaueninsel in der Havel vor dem Ort Wannsee war in den Sommermonaten für Friedrich Wilhelm III. und Luise ein beliebter Aufenthaltsort. Sehr oft verbrachte das Königspaar mit seinen Kindern unbeschwerte Stunden abseits der Residenzstädte Berlin und Potsdam. Das unter Friedrich Wilhelm II. im Ruinenstil errichtete Schlösschen auf der Pfaueninsel ist im Inneren weitgehend im Zustand aus der Zeit um 1800.

Auf der Insel wurde 1829 der Luisentempel errichtet. Dazu wurde der Portikus des Charlottenburger Mausoleums auf die Insel versetzt. Für die Gedächtnishalle schuf Christian Daniel Rauch eine Büste der Königin.

Station 9. Schloss und Kirche Paretz

Das Dorf Paretz gehört zu den wichtigsten Zeugnissen der Landbaukunst in Preußen um 1800. Das Schloss wurde 1797 von David Gilly erbaut und war der bevorzugte Sommersitz von Königin Luise. Sie verbrachte in Paretz von 1797 bis 1805 die glücklichsten Abschnitte ihres Lebens.

Im Schloss sind die wiederhergestellten königlichen Wohnräume in der Osthälfte des Baus besonders sehenswert. Berühmt sind die hier verwendeten Tapeten. Sehenswert sind auch die Kutschen in der Remise von Schloss Paretz.

Die Dorfkirche von Paretz stammt aus der Zeit um 1200. Sie wurde 1797/98 durch David Gilly neugotisch umgestaltet. In ihrem Königsstuhl befindet sich das Tonrelief „Die Apotheose der Königin Luise" von Johann Gottfried Schadow.

Tourenplanung der Königin-Luise-Route

Wer diese Tour mit dem Fahrrad bewältigen will, der muss mit rund 180 bis 200 km Gesamtstrecke rechnen. Der nächste Bahnhof zum Startpunkt Hohenzieritz ist in etwa 10 km von Neustrelitz entfernt. Die Route folgt ab Fürstenberg der Bundesstraße 96. Rechts und links dieser Straße gibt es ruhige Nebenwege. Eine Fahrradkarte ist da sehr hilfreich. Nach Oranienburg über Charlottenburg geht es durch die Großstadt. Noch wenige Kilometer sind es vom Charlottenburger Schloss zur Havelchaussee. Diese führt direkt an der Berliner Unterhavel entlang zum Fähranleger der Pfaueninsel, auf der allerdings Fahrräder nicht geduldet werden.

Von dort sind es wenige Kilometer bis zur Personenfähre Wannsee - Kladow. Diese nimmt in begrenzter Zahl auch Räder mit. So erspart sich der Radler den langen Weg durch das derzeit mit Baustellen reich gesegnete Potsdam und kann in Ruhe auf Nebenwegen über Sacrow die Endstation Paretz ansteuern. Autofahrer müssen durch Potsdam oder über Spandau nach Paretz fahren. Einen schönen Abschluss bieten die letzten 12 Kilometer. Mit der Fähre bei Ketzin geht es ein zweites Mal über die Havel zum Bahnhof Groß Kreutz, wo Züge des Regionalverkehrs halten.