
- AA Gun am Dover Castle - Jo Scholten
Flugzeuge zeichnen mit Kondensstreifen Linien an den purpurroten Himmel. Tief unten fahren Schienenfahrzeuge durch die Röhren des Eurotunnels, doch im Windschatten vom Fährschiff aus die schillernden White-Cliffs von Dover zu beobachten hat die größte Tradition. Etwa eineinhalb Stunden dauert die Überfahrt mit dem Fährschiff.
Dover Castle - die erste Bastion Englands
Hoch über dem Plateau des großen Fährhafens liegt Dover Castle, die erste imposante Attraktion der Britischen Inseln und auch der “Battle of Britain”, wie die Luftschlacht von den Engländern genannt wird. Mit bloßem Augen kann man die Zinnen der normannischen Burg erkennen. Die englische Geschichte ist an dieser Stelle in den weichen Kreidefelsen gegraben worden. Festungsanlagen, Bunker und Tunnelsysteme zeugen von der strategischen Bedeutung, die Dover in den vergangenen Jahrhunderten hatte, schließlich kann man bis zur französischen Küste schauen. In einer geführten Tour durch das unterirdische Tunnelsystem, das im letzten Weltkrieg als Lazarett, Kommunikations - und Kommandobasis genutzt wurde, kann man das originale Inventar aus dieser Zeit bestaunen. Gruppen von Schulkindern ziehen im Sommer über das Festungsareal, bei schönem Wetter zum Picknick neben den aufgestellten Flugabwehrgeschützen.
Hawkinge gehört zur Battle of Britain wie die Requisiten des gleichnamigen Fims
Das Battle of Britain Museum in Hawkinge nahe Folkstone, 20 Autominuten von Dover entfernt, in der hügeligen Landschaft der Grafschaft Kent, ist da schon spezieller. Dort haben honorige Herren die Gebäude eines im Weltkrieg genutzten Fliegerhorsts zu einem sehenswerten Museum umfunktioniert. Sehr energisch wird die Leitung, wenn es um die Museumsordnung geht. Fotografieren und Aufzeichnungen sind verboten, fast ein Relikt aus Zeiten, als an dieser Stelle noch höchste Geheimhaltungstufe galt. Schon am Eingang werden die Folgen verdeutlicht, die demjenigen drohen der sich nicht an das Gebot hält. Seit 1981 besteht das Museum, das auf kleinem Raum mit vielen Exponaten aufwartet, die über die geschichtlichen Zusammenhänge informieren. Dazu gehören auch mehrere Kunststoff-Replikas von Jagdflugzeugen der damaligen Zeit, die eigens für den Film "Battle of Britain" gebaut wurden.
Technische Details und menschliche Schicksale
Die Reste von 600 abgestürzten Flugzeugen sollen in den Vitrinen des „Battle of Britian“ Museums liegen. Allerdings allsamt als verbogene und zerfetzte Metallteile, die aber auch in diesem Zustand den technischen Stand und den menschlichen Erfindungsreichtum der damaligen Zeit verdeutlichen. Deutsche wie englische Fragmente zeugen vom Schicksal der Menschen. Neben dem Schrott in den Vitrinen sind viele persönliche Dinge der Piloten ausgestellt. Eine zerrissene deutsche Fliegerbluse, Unterlagen und vieles andere lässt diese Epoche des Luftkriegs lebendig werden.
Tangmere veranschaulicht die tödliche Last
Freundlicher, aber nicht weniger patriotisch ist das Museum von Tangmere, einem anderen Flugplatz nahe Chichester, von dem während der Luftschlacht Einsätze geflogen wurden. Im Mittelpunkt der Ausstellung werden die Zusammenhänge und technischen Details von rollenden Bomben, Wohnblockknackern (Blockbuster) und Phosphorbrandsätzen erklärt.
Chartwell war Churchills Refugium
Zum Reigen der Sehenswürdigkeiten gehört auch Chartwell, das Haus von Winston Churchill, in seinem Rosengarten empfing der Premierminister in den Kriegsjahren seine Generale und Gäste, unter ihnen zum Beispiel Charlie Chaplin.
Biggin Hill im Süden Londons
Von Chartwell aus geht die Fahrt Richtung Norden nach Biggin Hill, einem modernen Flugplatz, der schon im Krieg genutzt wurde. Hinter dem Zaun erinnern ein Spitfire und ein Hurricane Jagdflugzeug an die Luftschlacht. Von den Hügeln an der gut ausgebauten Straße zwischen Chartwell und Biggin Hill hat man einen schönen Ausblick auf das am Horizont liegende London, eines der Ziele der deutschen Bombenflugzeuge während der Luftschlacht. In Google Earth erkennt man zahlreiche andere Weltkriegs Flugzeuge auf dem Rollfeld, wie in Hawkinge und Tangmere oder ähnlichen ehemaligen Fliegerhorsten.
