"Auf ewig unvergessen" von Phillip M. Margolin

"Auf ewig unvergessen" - Weltbild
Ein Thriller, der das Blut in den Adern gefrieren lässt.

Von einem Anwalt über Anwälte. Phillip M. Margolin, der sich seinen Namen hauptsächlich als Strafverteidiger in Mordfällen gemacht hat, entführt den Leser in eine Welt voller Verbrechen, Brutalität, Blut, sowie die Atmosphäre des Rechtssystems der USA. Spannung von der erster bis zur letzten Seite.

"Auf ewig unvergessen" - Inhalt

In einem Vorort New Yorks, namens Hunters Point verschwinden auf eine unerklärliche Weise vier Frauen, Gattinnen sehr angesehener Stadtbewohner. Es werden weder ihre Leichen, noch sonstige Beweisstücke oder Indizien gefunden, alles, was die Polizei vor Ort findet sind auf dem Bett jeder Frau platzierte schwarze Rose, sowie ein Zettel mit Aufschrift "AUF EWIG UNVERGESSEN".

Eine kurze Zeit später wird in ihrem Haus eine weitere ermordete Frau zusammen mit ihrer sechsjährigen Tochter vorgefunden - der erste Fall "mit Leichen". Doch auch hier werden erneut eine schwarze Rose und der besagte Zettel mit der Aufschrift gefunden. Die Polizei ist verwirrt. Wurde der Verbrecher überrascht, so dass er keine Zeit und Möglichkeit hatte die Leichen verschwinden zu lassen?

Ein notorischer Florist, der in der Wohngegend aller Frauen die Blumen ausliefert, wird zum Hauptverdächtigen. Nach einem anonymen Anruf findet die Polizei in seinem Keller eine bestialisch zugerichtete Leiche einer der drei vermissten Frauen. Doch bei der Festnahme kommt es zum Schusswechsel, bei dem der Florist erschossen wird.

Die Polizei ist überzeugt den richtig Mann erwischt zu haben, wenn auch tot. Der Fall wird abgeschlossen und archiviert.

Zehn Jahre später, in Portland, Oregon, verschwinden auf die gleiche Weise drei weitere Frauen und erneut werden jeweils eine schwarze Rose und ein Zettel mit Aufschrift "AUF EWIG UNVERGESSEN" gefunden...

Eher eine Gerichtsverhandlung als ein Thriller

Vom Anfang an wirkt der Roman spannend und in gewisser Weise furchterregend. Unklare Handlungsentwicklung, gefolgt von blutigen und beinah naturalistischen Beschreibungen der Opfer, lassen dem Leser keine Ruhe und Zeit für Langeweile. Viele Namen, unübersichtliche Federführung stören nicht mehr, sobald man sich in die Geschichte praktisch rein versetzt hat und anfängt selbst mitzufiebern.

An manchen Stellen erinnert das Buch viel mehr an ein Szenario einer oder gleich mehrerer Gerichtsverhandlungen, denn an ein Krimi oder Thriller. Anwälte, Polizei, Strafverteidiger und Richter, wohin man blicken kann. Über Kenntnisse in Rechtsschutz, Gesetzen und Rechtsgrundlagen müssen diese Menschen verfügen, aber auch über enorm gesunden Menschenverstand, um den womöglich brutalsten Mörder aller Zeiten für seine zahlreichen Verbrechen zu bestrafen.

Mutige Vertreter des Gesetzes gegen einen unverschämt brutalen und kaltblütigen Mörder, Zeitdruck, sowie nackte und beinah schmerzhaft naturalistischen Bilder, die der Autor in den Köpfen der Leser malt, machen das Buch so herausragend und gefühlsbetont neben den unzähligen anderen Thriller seiner Art. Zweifel und Unsicherheit der Leser wechselt sich mit Hass dem Mörder gegenüber ab, Hass und Hoffnung, dass das Monster endlich gezähmt und regelrecht bestraft wird.

Phillip M. Margolin: "Auf ewig unvergessen", Weltbild Verlag, 2002, Gebundene Ausgabe, 430 Seiten, 12, - Euro

Dina Nemirovski - Neben meinem Studium in Chemie, finde ich viele andere Sachen sehr reizend und interessant. So ziehen mich besonders solche Themen wie ...

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