Aufklärung in Skandinavien: Nordenflycht, Gyllenborg und Creutz

Die Aufklärung in Skandinavien schritt voran und mit ihr auch die Literatur. Nordenflycht, Gyllenborg und Creutz gelten nicht mehr als Frühaufklärer.

Während zur Zeit der Frühaufklärung die Gedanken der Aufklärer noch durch geheime Texte oder anonym verfasste Artikel verbreitet wurden, konnten schon wenige Jahre später solcherlei Gedanken und neue Forschungsstände öffentlich publiziert werden. Was mit berühmten Schriftstellern wie Holberg, Dalin und von Linné in Skandinavien begann, führten Nordenflycht, Gyllenborg und Creutz weiter. Wobei eine klare Abtrennung der Früh- zur Hochphase der Aufklärung und zur Spätaufklärung natürlich nicht möglich ist, Überschneidungen finden sich immer.

Hedvig Charlotta Nordenflycht

Nordenflycht, 1718 bis 1763, Schweden, zählt zu den bedeutendsten Schriftstellerinnen Schwedens zu ihrer Zeit. Damals wurden junge Mädchen noch zu guten Hausfrauen ausgebildet, doch dies ließ Nordenflycht nicht mit sich machen, in umfassenden Selbststudien brachte sie sich Theologie und Philosophie bei und heiratete einen jungen, aufstrebenden Mann. Dieser starb jedoch schon kurz nach der Hochzeit und Nordenflycht verarbeitete ihre Trauer in ihrem ersten erfolgreichen Werk „Den sörgande Turtur-Dufwan“ (Die trauernde Turteltaube), 1743. Ab diesem Zeitpunkt verdiente sie ihren Lebensunterhalt mit der Literatur, sie schrieb Gelegenheitsgedichte, Lehrgedichte und auch politische Gedichte. Ihre Werke waren allerdings immer geprägt von dem Aufruf an die Frauen, sich nicht unterdrücken zu lassen, gegen ihre Unterdrückung anzukämpfen. Nordenflycht war feministisch veranlagt, ihre Forderung, Frauen sollten ihren Verstand gegen die Unterdrückung einsetzen, passte perfekt ins Schema der Aufklärung. Mit der Zeit wurde sie zu einer ernsthaften Konkurrentin für Dalin und übernahm schließlich seine Stellung als führender Dichter.

Gustaf Fredrik Gyllenborg

Gyllenborg, 1731 bis 1808, Schweden, war Abgeordneter der erst vor kurzem erbauten Schwedischen Akademie und Ehrenabgeordneter der königlichen Geschichts- und Antiquitätsakademie. Seine Werke der Aufklärung waren vornehmlich Satiren und Gedichte, sein bekanntestes Werk heißt Vinterkväde und wurde als Antwort auf Creutz’s ein Jahr zuvor geschriebenes Sommarkväde verfasst. Zusammen mit Creutz und Nordenflycht war Gyllenborg ein führendes Mitglied des „Tankebyggarordens“.

Gustaf Philip Creutz

Creutz, 1731 bis 1785, Finnland, war ein Staatsmann, Diplomat und Dichter. Seine bekanntesten Werke sind neben Sommarkväde Atis und Camilla aus dem Jahr 1762 und Daphne, auch etwa um 1762 herum entstanden.

Die Literatur der Spätaufklärung

Als Spätaufklärung wird die Phase kurz vor, während und kurz nach der Französischen Revolution bezeichnet. Die Literatur vermischte sich nun zum Teil mit der der Frühromantik (Sturm und Drang). Führende Schriftsteller der Spätaufklärung in Skandinavien waren vor allem Johannes Ewald und Friedrich Gottlieb Klopstock. Ewald ist vor allem mit seinen Werken „Lykkens Tempel“ (Der Tempel des Glücks), „Adam og Eva“, Balders Död“, Aftenen. Et Fragment“ und „Levnet og Meeninger“ (Leben und Bedeutung, eine reflektierende Selbstbiografie) berühmt geworden. Klopstock hingegen schrieb die „Drei Gesänge des Messias“ und prägte das kulturelle Leben in Dänemark, u.a. durch seine Mitgliedschaft im Kreis deutscher Dichter und Wissenschaftler, die in Kopenhagen ein „deutsches Kulturzentrum“ aufbauten.

Schreiben, Celestina Warbeck

Celestina Warbeck - - Studium der Islamwissenschaft und Skandinavistik - Sprachen: Deutsch, Englisch, Arabisch, Türkisch, Schwedisch, Dänisch, ...

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