Staatlich anerkannter Erzieher ist eine landesrechtlich geregelte schulische Aus- und Weiterbildung, die zwischen zwei und vier Jahren dauern kann. In diesem Berufsbild wird in Deutschland an verschiedenen Bildungseinrichtungen wie den Fachschulen, Berufsfachschulen und Berufskollegs ausgebildet. Inzwischen bieten einige Hochschulen auch Bachelor- und Master-Studiengänge an.

Saarland – Erzieher

In Saarland werden die staatlich anerkannten Erzieher an Akademien für Erzieher – Fachschulen für Sozialpädagogik – Erzieher ausgebildet. In die Ausbildung verpflichtend integriert ist der Erwerb der Fachhochschulreife. Die Ausbildung gliedert sich in den zweijährigen fachtheoretischen Ausbildungsabschnitt, der durch ein sozialpädagogisches Praktikum im Umfang von 12 Wochen begleitet wird, und den einjährigen fachpraktischen Ausbildungsabschnitt (Berufspraktikum). Weitere Informationen bietet die Ausbildungsverordnung des Ministeriums für Bildung, Kultur und Wissenschaft Saarland.

Sachsen – Erzieher

Die Fachschule Fachbereich Sozialwesen, Fachrichtung Sozialpädagogik bietet in Sachsen die Ausbildung zum staatlich anerkannten Erzieher an. Die Fachschule hat die Aufgabe, nach abgeschlossener Berufsausbildung und in der Regel praktischer Bewährung oder einer ausreichenden einschlägigen beruflichen Tätigkeit, eine vertiefte berufliche Weiterbildung mit entsprechendem berufsqualifizierendem Abschluss zu vermitteln. Die berufspraktische Ausbildung erfolgt in Einrichtungen und Diensten der Kinder- und Jugendhilfe. In der Fachschule können auch schulische Abschlüsse erworben werben, welche den Zugang zur Sekundarstufe II oder zu einer Fachhochschule ermöglichen. Im Freistaat Sachsen ist das Staatsministerium für Kultus und Sport als oberste Schulaufsichtsbehörde für alle Angelegenheiten des allgemeinbildenden und des berufsbildenden Schulwesens zuständig.

Sachsen-Anhalt – Erzieher

In Sachsen-Anhalt kann der Beruf "staatlich anerkannter Erzieher" an der Fachschule Fachbereich Sozialwesen, Fachrichtung Sozialpädagogik erworben werden. Die berufliche Qualifikation kann durch die Zuerkennung der Fachhochschulreife ergänzt werden. Zuständig ist das Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt.

Schleswig-Holstein – Erzieher

In Schleswig-Holstein dauert die Vollzeitausbildung zum staatlich anerkannten Erzieher an der Fachschule für Sozialpädagogik drei Jahre. In den drei Jahren ist ein einjähriger berufspraktischer Teil eingeschlossen. Die ersten eineinhalb Jahre dienen der Erarbeitung allgemeiner und grundlegender pädagogischer Qualifikationen, die letzten eineinhalb Jahre der fachlichen Vertiefung. Schulische Aufnahmevoraussetzung ist der Realschulabschluss. Berufliche Aufnahmevoraussetzungen ist der Abschluss in einem Ausbildungsberuf oder eine der Zielsetzung förderliche Tätigkeit von sieben Jahren, wobei hierzu die Erziehung eines eigenen Kindes oder die Betreuung mehrerer Kinder gezählt werden kann.

Der Nachweis der Hochschulreife oder Fachhochschulreife wird als gleichwertige berufliche Aufnahmevoraussetzung anerkannt, wenn die Bewerber zusätzlich für eine sozialpädagogische Tätigkeit förderliche Erfahrungen nachweisen können. Weitere Informationen bietet die Ausbildungsverordnung des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Schleswig-Holstein.

Thüringen – Erzieher, auch berufsbegleitend

Staatliche Fachschulen im Fachbereich Sozialwesen bilden in Thüringen zum staatlich anerkannten Erzieher aus. Die Vollzeitausbildung dauert drei Jahre. Berufsbegleitend wird eine Teilzeitausbildung angeboten, die für mehrjährig in der Praxis tätiges pädagogisches Personal eingerichtet wurde. Die Teilzeitausbildung entspricht inhaltlich der Vollzeitausbildung und erstreckt sich über einen Zeitraum von in der Regel vier Jahren zuzüglich des Berufspraktikums. Aufnahmevoraussetzungen für die Fachrichtung Sozialpädagogik sind:

  • der Realschulabschluss
  • oder ein gleichwertiger Bildungsabschluss und der Abschluss einer mindestens zweijährigen einschlägigen Berufsausbildung. Es muss eine mindestens zwölfjährige schulische/berufliche Vorbildung nachgewiesen werden (von der Grundschulklasse eins gezählt).
Zusätzlich zu diesen Anforderungen wird die Eignung der Bewerber für die Fachrichtung Sozialpädagogik durch eine Prüfung vor einer Aufnahmekommission festgestellt. Die Prüfung umfasst einen Zeitraum von zwei bis drei Stunden und bezieht sich auf die Schwerpunkte: sozialpädagogische Fähigkeiten, mathematische Fähigkeiten, Kommunikationsfähigkeiten und künstlerisch/musische Fähigkeiten. Weitere Informationen bietet die Ausbildungsverordnung des Thüringer Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur.

Weitere Informationen:

Ausbildungsverordnungen der einzelnen Bundesländer

Deutscher Bildungsserver

Ausbildung Erzieher – Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen

Ausbildung Erzieher – Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, NRW, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz