Ausbildung Hotelfachmann / Hotelfachfrau

Überblick über den Ablauf der Ausbildung zum Hotelfachmann/zur Hotelfachfrau. Was ist zu beachten und welche Eigenschaften sollten vorhanden sein?

Die Ausbildung zum Hotelfachmann/zur Hotelfachfrau ist, ähnlich wie die Ausbildung zum Restaurantfachmann oder zur Restaurantfachfrau, eine duale Ausbildung und erstreckt sich über drei Jahre. Dieser Ausbildungszweig fällt unter die handwerklichen Berufe.

Voraussetzungen zur Ausbildung

Voraussetzungen um mit der Ausbildung zum Hotelfachmann/zur Hotelfachfrau zu beginnen ist ein erfolgreicher Schulabschluss (Realschule sowie Abitur). Deutschkenntnisse, sehr gute Umgangsformen und ein gepflegtes Äußeres sind undabdingbar. Des Weiteren sollte man ein hohes Maß an Flexibilität mitbringen, körperlichen Belastungen standhalten und Stresssituationen bewältigen können.

Aufteilung zwischen Theorie und Praxis

Grundsätzlich ist die Ausbildung an das duale Ausbildungssystem angeschlossen. Dies bedeutet, dass sowohl in dem Ausbildungsbetrieb als auch in der zuständigen Berufsschule ausgebildet wird. Dies geschieht entweder im Blocksystem oder in einer wöchentlichen Unterteilung. Im Blocksystem besucht man im Schnitt vier Wochen am Stück die Schule, während bei der wöchentlichen Unterteilung man zwei feste Tage in der Woche hat, an der man die Schule besucht. Das Blocksystem hat die Vorteile, dass größere Themenkomplexe besser bearbeitet und vertieft werden können. Somit ist eine bessere Vorbereitung auf die Prüfung gewährleistet.

Theoretischer Teil der Ausbildung

Der theoretische Teil findet in der zuständigen Berufsschule statt. Dieser Teil gliedert sich wiederum in einen praktischen und in einen theoretischen Teil. Ein guter Hotelfachmann/frau sollte auf jede Situation vorbereit sein um darauf reagieren zu können. So muss man ein Omelette oder ein pochiertes Ei zubereiten, auf der anderen Seite sollte man grundlegendes, buchhalterisches Wissen mitbringen und am besten noch betriebswirtschaftlich denken.

So ist es keine Seltenheit, wenn man den Schultag mit Kalkulationen und komplexen Rechenaufgaben beginnt und diese mit einem Wein- oder Käseseminar endet. Wie ist die Zusammensetzung einer Kartoffel? Was muss ich bei einem Überweisungsträger beachten? Aus welchen Produkten besteht eine Rinderroulade? All diese Fragen sollte man am Ende der Ausbildung beantworten können.

Praktischer Teil der Ausbildung

Der praktische Teil der Ausbildung findet ausschließlich im Ausbildungsbetrieb statt. Laut Ausbildungsrahmenvertrag durchläuft der HoFa alle Bereiche eines Hotelbetriebs. Dazu zählen Service/Bankett, Front- und Backoffice, House Keeping, Küche und Verwaltung/Buchhaltung. Am zeitintensivsten sind Service/Bankett und Front Office. Besonders in diesen Bereichen erfährt man ein hohes Maß an Verantwortung, jedoch muss man mit extremen Stresssituationen rechnen. Diese sollte man bewältigen und darauf achten, dass der Gästeservice und das gästeorientierte Handeln nicht darunter leiden.

Service/Bankett

  • À-la-carte-Geschäft und Veranstaltungen (Geburtstage, Jubiläen, Hochzeiten, Konferenzen)
  • Tagungsräume vorbereiten
  • Aneignung der allgemeinen Serviceregeln (Weinservice, Besteck korrekt anordnen und ausrichten, Tischdekoration, die richtige „Atmosphäre“ schaffen)

Front-/Backoffice

  • Telefondienst/Reservierungen entgegennehmen und bearbeiten
  • Reservierungsbestätigungen erstellen, eventuell Rechnungen schreiben
  • Check in/Check out der Gäste
  • Tagesabschluss erstellen

House Keeping

  • Zimmer reinigen
  • Eventuell in der hauseigenen Wäscherei arbeiten

Küche

  • Zubereitung von kleinen Speisen (Salate, Omelette, Spiegel- und Rührei, eventuell diverse Dessertspeisen)
  • Küchenablauf kennenlernen

Verwaltung/Buchhaltung

  • Mitarbeiterakten bearbeiten und kontrollieren
  • Urlaubsanträge bearbeiten
  • Rechnungsstellung/Mahnwesen

Nach einer erfolgreich abgelegten Abschlussprüfung hat man als Hotelfachmann/frau diverse Möglichkeiten sein weiteres Berufsleben anzugehen. Ein anschließendes Studium im Bereich des Hotelmanagements ist für viele die erste Option. Weitere Fortbildungen oder eine Spezialisierung in einem der oben genannten Bereiche sowie eine Arbeitsstelle im Ausland bei guten Sprachkenntnissen kommt für viele HoFas in Frage.

Die Ausbildung zum HoFa ist sehr facettenreich, aber auch sehr zeitintesiv. Nach erfolgreicher Ausbildung hat man sehr gute Chancen, den richtigen Job in der großen Arbeitswelt zu ergattern.

Matthias Gross - in Wiesbaden geboren, wohnhaft ebendaFachabitur im Jahr 2003

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