Ausbildungen und Studiengänge in Polen

Ein Überblick über Abschlüsse und Studiengänge in Polen. Eine fundierte Ausbildung ist dort sehr angesehen und die Studiengänge von durchaus guter Qualität

In Deutschland wird schon seit mindestens zehn Jahren, mit dem Bekanntwerden der Ergebnisse der ersten PISA- Studie, über das Bildungssystem und dessen Mängel diskutiert. Die Veröffentlichung der Ergebnisse der nächsten PISA-Studie stehen bevor und dadurch erhalten die Diskussionen neuen Auftrieb. Angesichts des ohnehin in der Studie erfolgenden internationalen Vergleiches lohnt der Blick auf die Bildungssysteme unmittelbarer Nachbarländer, etwa in Polen.

Ausbildung und Bildung sind auch in Polen sehr wichtig und stehen gesellschaftlich hoch im Kurs

Eine möglichst gute Schulbildung und nach Möglichkeit eine Hochschulbildung oder eine gute Ausbildung werden auch in Polen zunehmend wichtiger und sind bei Arbeitgebern und Schülern, Studenten und Auszubildenden sowie in der öffentlichen Wahrnehmung in den meisten Fällen auch begehrt und hoch angesehen. Es wird in Polen allgemein befunden, dass sich das dortige Bildungssystem, insbesondere das Schulsystem, in den letzten Jahren wieder zum Positiven entwickelt habe, nachdem die Qualität in den 90er Jahren eingebrochen war.

Längerer gemeinsamer Schulbesuch

Die Schulpflicht beginnt in Polen für Kinder im Alter von sieben Jahren. Nach einem Beschluss des polnischen Parlamentes, der Sejm, sinkt dieses Alter ab 2012 auf sechs Jahre. 1999 wurde das System der Schulbildung in Polen reformiert. Seitdem besteht die Schulpflicht in Polen bis zum 18. Lebensjahr. Die Grundschule, deren Besuch in Polen generell sechs Jahre dauert, sowie das Gymnasium, dessen Besuch drei Jahre dauert, sind obligatorisch und werden von allen Schülern gemeinsam nacheinander absolviert. Dieses entspricht etwa dem Unterricht der deutschen Grund- und Mittelstufe.

Stärkere Verknüpfung von Allgemeinbildung und Berufsausbildung

Erst danach werden die Schüler getrennt. Zur Wahl steht dann zum einen die Berufsschule, deren Besuch in der Regel zwei bis drei Jahre dauert und die eine Berufsausbildung vermittelt. Das allgemeinbildende Lyzeum dauert drei Jahre und führt zum Abitur (Matura). Weiter gibt es das berufliche Lyzeum, dessen Besuch in der Regel vier Jahre dauert und zu Abitur und Berufsausbildung führt. Schließich gibt es noch das dreijährige profilierte Lyzeum, welches ebenfalls zum Abitur führt und daneben eine beruflich orientierte Grundbildung vermittelt.

Weiterqualifikation neben dem Beruf ist ebenfalls weit verbreitet und beliebt. Diese wird in der Regel an den Wochenenden absolviert, wobei die Absolventen mitunter lange Wegstrecken und Fahrtzeiten auf sich nehmen.

Hochschulen und Studenten haben ein gutes Image

Grundsätzlich muss für ein Studium an einer Hochschule die Abiturprüfung bestanden werden. Daneben wird an den meisten Universitäten der Zugang durch eine Eingangsprüfung geregelt. Seit den 90er Jahren haben die nach wie vor gut angesehenen, staatlichen Hochschulen vermehrt unter der Konkurrenz privater Hochschulen zu leiden. Studenten sind in Polen gut angesehen. Dies ist anders als in Deutschland, wo Studenten oft immer noch das Image des Langzeitstudenten oder auch des Gammlers anhaftet. Die polnischen Hochschulen haben sich dem Bologna-Prozess geöffnet, weshalb es vermehrt Studiengänge mit den Abschlüssen Bachelor und Master gibt. Auch sind sie Mitglieder im Austauschprogramm SOKRATES / ERASMUS. Mit der Universität in Krakau verfügt Polen über Europas älteste Universität.

Hermann Griesel, Hermann Griesel

Hermann Griesel - Studium der Geographie, der Soziologie und des Verkehrswesens Abschluss als Diplom- Geograph 2004. Fachliche Interessen und ...

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