Die Entwicklungen bei der Sicherheits-, Energie- und Steuerungstechnik haben die Arbeit der Rollladen- und Sonnenschutzbranche in den letzten Jahren stark verändert. Ihre Handwerker befriedigen zunehmend komplexe Kundenwünsche, weit jenseits vom einfachen Holzrollladen vergangener Zeiten. „Automatisch gesteuerte Sonnensegel, einbruchshemmende Rollläden und Tore, lichtführende Jalousien und computergesteuerte Beschattungen – das sind nur einige der Lösungen, die bei uns mehr und mehr nachgefragt werden“, sagt Georg Gögelein, Obermeister der Innung Rollladen und Sonnenschutz Nordbayern. „Deshalb braucht die Branche verstärkt Mitarbeiter, die mit Kopf und Hand arbeiten können.“

Hervorgegangen aus Rollladen- und Jalousiebauer

Genau für dieses erweiterte Anforderungsprofil wurde im Jahr 2004 der Ausbildungsberuf des Rollladen- und Sonnenschutzmechatronikers geschaffen. Er ersetzte damals die noch aus den 1930er Jahren stammende Berufsbezeichnung des Rollladen- und Jalousiebauers. „Von den derzeit 54 Mitgliedsunternehmen unserer Innung in Nordbayern haben mehr als die Hälfte die Voraussetzungen, diese Fachkräfte auszubilden“, erläutert Gögelein. Bundesweit gibt es nach den Statistiken des Bundesverbands Rollladen + Sonnenschutz (BVRS, Bonn) derzeit rund 2.000 Ausbildungsbetriebe, bei denen man den Beruf des Rollladen- und Sonnenschutzmechatronikers erlernen kann.

Vielfältige Tätigkeiten erfordern umfassende Kenntnisse

Die Tätigkeiten der Auszubildenden sind weit gespannt: Sie helfen bei der Herstellung, Montage und Wartung von Rollläden, Jalousien und Markisen. Dabei bearbeiten sie mit Hilfe unterschiedlicher Maschinen Hölzer, Textilien, Metalle und Kunststoffe. Elektrotechnische Kenntnisse sind beim Einbau von Antrieben, Sensoren und Steuerungskomponenten gefragt. Bei komplexen Sonnenschutzkombinationen kommen Planungsarbeiten am Computer hinzu.

Drei Lehrjahre, dann gute Perspektiven für Arbeit und Karriere

Für das Erlernen dieser Verbindung von Hightech und Handwerk sind in der Regel drei Lehrjahre erforderlich. Praxiserfahrungen sammeln die Azubis im Betrieb, das theoretische Wissen wird ihnen im Blockunterricht der Berufsschule vermittelt. Danach sind die Perspektiven für eine Arbeitsstelle nach Angaben des BVRS sehr gut, denn Gesellen seien gefragt. Wer sich später selbstständig machen oder weiterqualifizieren will, dem stehen als Rollladen- und Sonnenschutzmechatroniker viele Wege offen, zum Beispiel zum Meister oder zum staatlich geprüften Techniker. Auch ein anschließendes Ingenieurstudium ist denkbar.

Gefragt sind räumliches Vorstellungsvermögen und Kontaktfreudigkeit

Voraussetzungen für die Ausbildung sind neben einem Haupt- oder Realschulabschluss ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen sowie technisches Grundverständnis. Auch die Freude am Umgang mit Menschen ist hilfreich, denn im Kundenkontakt sind zum Beispiel baurechtliche Bestimmungen zu erklären oder kreative Lösungen zu präsentieren.

Mehr zum Thema im Internet

Generelle Informationen zur Branche erhält man beim Bundesverband Rollladen und Sonnenschutz. Weitere Informationen zum Ausbildungsberuf Rollladen- und Sonnenschutzmechatroniker, unter anderem eine sehr lebendige und gleichzeitig informative Darstellung der Tätigkeitsfelder und Perspektiven, bietet darüber hinaus das Berufe-Portal beroobi.