Ausflüge in Vorarlberg: Wildpark am Ardetzenberg Feldkirch

Luchs im Wildpark Feldkirch - Claudia Lampert
Luchs im Wildpark Feldkirch - Claudia Lampert
Heimische Tiere vom Adler bis zum Luchs gibt es im Wildpark Ardetzenberg in Feldkirch zu sehen. Und das Beste: Der Eintritt ist frei.

Eine Schnapsidee war es nicht, die drei Männern 1963 an einem Stammtisch in den Sinn kam. Die Tierfreunde bedauerten, dass viele Menschen die heimische Tierwelt nur noch aus Büchern kennen. Sie gründeten einen gemeinnützigen Verein mit dem Ziel, einen Ort zu schaffen, an dem sich Mensch und Tier begegnen können. Besonders Jugendliche sollten so Einblicke in die Natur ermöglicht werden.

Steinbock „Felix“ war der erste, der 1963 im Wildpark Feldkirch einzog

Ursprünglich war der Wildpark als „Ableger“ und Bereicherung des Naherholungsgebiets auf dem Feldkircher Hausberg „Ardetzenberg“ geplant. Heute umfasst die Anlage mehr als hunderttausend Quadratmeter und beherbergt rund 160 Tiere aus 18 Arten.

Rot- und Damwild machen die größte Tiergruppe aus. In großzügigen Gehegen kann der heimische Rothirsch beobachtet werden. Ist er im Herbst in der Brunft, hört man sein Röhren schon aus weiter Entfernung. Steinböcke, Mufflons und Gemsen sind die paarhufigen Vertreter aus dem Hochgebirge. Der Steinbock ist zugleich das Wahrzeichen des Tierparks: Das erste Tier, das vor über fünfzig Jahren im Park sein Quartier bezog, war ein Steinbock namens „Felix“. Er ziert bis heute das Logo des Parks.

Luchse und Wölfe leben in großzügigen Gehegen

Direkt neben den Steinböcken leben die Wildschweine. Besonders die etwas unproportioniert und überlang wirkenden Frischlinge in ihrem gestreiften „Pyjamas“ lassen Kinderherzen höher schlagen. Die Nase begeistern sie weniger, aber das gehört dazu.

Luchse, Wölfe und Wildkatzen sind die Vertreter der heimischen Raubtierarten. Ihre Gehege, besonders das der Luchse, sind außergewöhnlich groß und sehr naturnah gestaltet (Unterholz, Bäume, et cetera). Besuchern gereicht das manchmal zum Nachteil – die gut getarnten Luchse sind mitunter kaum zu sehen und nur schwer auszumachen. Häufig hat man aber auch Glück – sind die Luchse in Zaunnähe, lassen sie sich weder von Besuchern noch von Hunden großartig stören.

Auch einige Vögel gibt es im Wildpark: Uhus und Steinadler sind die größten und bekanntesten. Der Wildpark dient hier auch als Auffangstation für verletzte oder verwaiste Jungtiere. Die Jungen der Murmeltiere bekommt man hingegen kaum zu Gesicht – sie machen ihrem Ruf meist alle Ehre und verschlafen die meiste Zeit in ihren Erdlöchern.

Der Eintritt in den Wildpark Feldkirch ist frei

Auf Tafeln an den Gehegen sind kurze Informationen zu den Tieren nachzulesen. Wer es genauer wissen möchte, kann sich einem der Tierpfleger bei der Fütterung anschließen. Speziell für Kindergartengruppen und Schulklassen gibt es zudem ein Wildparkquiz und einen Lehrmittelkoffer (Infos zu Führungen unter +43-5522-74105).

Eine Jausenstation, ein Kinderspielplatz und ein umfangreicher Waldlehrpfad mit über siebzig Tafeln, auf denen es Interessantes zur heimischen Pflanzen- und Tierwelt zu lesen gibt, ergänzen das Angebot des Tierparks. Zahlreiche schattige und wenig steile Wander- und Spazierwege am Ardetzenberg laden zu weiteren Spaziergängen ein.

Der Wildpark hat das ganze Jahr über und bei jedem Wetter geöffnet. Der Eintritt ist frei, was um so erstaunlicher ist, weil der Feldkircher Tierpark der einzige seiner Art und Größenordnung in Voralberg ist. Über freiwillige Spenden zum Erhalt der Anlage freut sich der Wildparkverein. Nähere Infos und einen Anfahrtsplan finden Sie auf der Website des Tierparks. Im Navigationsgerät geben Sie den Ardetzenweg 20 in 6800 Feldkirch ein. Lohnend ist auch ein Feldkirch-Besuch: Oben trohnt die Schattenburg, einst Sitz der Montforter. Und auf den arkadengesäumten Straßen der Altstadt wurde im Herbst eine Verfolgungsjagd für „Ein Quantum Trost“, den 22. James Bond Film, gedreht. Im Normalfall ist dort allerdings Fahrverbot und Fußgängerzone.

Claudia Lampert - Autorin. Fotografin. Journalistin. Spielegrafikerin. - Darüber hinaus: Mensch.

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