
- Der Zoo Karlsruhe bietet aufregende Entdeckungen - S-M. Erdmann
Wer die Residenzstadt Karlsruhe, welche im 16. Jahrhundert als Traumstadt Karl-Wilhelms, Markgraf von Baden-Durlach am Reißbrett entstand, bereist, muss einfach dem Zoo mit dem angegliederten Stadtgarten einen Besuch abstatten. Eine große Auswahl an exotischen Tieren und eine großzügig angelegte Parkanlage mit mehr als 800 Bäumen aus aller Herren Länder erwarten den Besucher bei seinem Rundgang über das 22 Hektar große Areal. Der Slogan des Zoos ist „Sehen und Staunen“. So können Alt und Jung neugierig auf Entdeckungstour gehen und mit Begeisterung die Vielzahl der Arten bewundern.
Den Grundstein legte der Geflügelzuchtverein
Der Zoo in Karlsruhe zählt neben dem Zoologischen Garten Berlin, Frankfurt am Main, Dresden, Hamburg und Hannover zu den ältesten Zoologischen Gärten Deutschlands. Der Grundstein für diesen Zoo wurde bereits im Jahre 1865 gelegt, als der „Badische Geflügelzuchtverein“ am 9. September den „Thiergarten“ eröffnete. Großherzog Friedrich I. von Baden übergab dem Verein einen Teil des Stadtwaldes zusammen mit dem Ludwigsee. Zu den ersten Bewohnern gehörten verschiedene Vogelarten, Geflügel sowie ein Teil der Tiere aus der Großherzoglichen Sammlung. Aus finanziellen Gründen musste der Thiergartenverein den Zoo im Jahre 1877 in den Besitz der Stadt übergeben, da die Kosten nicht mehr tragbar waren. Das gesamte Inventar, die Gehege und die Tiere wurden so zu städtischem Eigentum. Seit dieser Zeit wurde der Zoo mit Hilfe von Spenden aus der Bevölkerung stetig ausgebaut und kontinuierlich erweitert.
Tiererlebniswelt im Zoo von Karlsruhe: Lebensraum Wasser
Die über 800 Tiere im Zoo leben zusammengefasst in den unterschiedlichen Tiererlebniswelten. Eisbären, Pinguine und Robben sind in dem Bereich „Lebensraum Wasser“ untergebracht. Erst im Jahre 2009 wurde das Gehege für die Tiere erneuert und für die Besucher mit einem Unterwassereinsichtfenster ausgestattet. Hier können Groß und Klein die Tiere beim Schwimmen, Tauchen und Spielen bewundern. Die angeschlossene Eisbärenanlage ist aus dem Jahre 2000 und dem Lebensraum der Eisbären, der Tundra-Landschaft angepasst. Eisschollen, Felsen, ein riesiger Eisberg mit Wasserfall in der Mitte, dazu große Sichtfenster, um dem Besucher das Geschehen unter Wasser nahe zu bringen, sind die Besonderheit in dieser Tiererlebniswelt.
Die Afrikasavanne und das Affenhaus
In der Afrikasavanne leben neben Zebras, Straußen und Blessböcken auch die majestätisch wirkenden Netzgiraffen in einem naturnahen Gehege, mit Bäumen und Sträuchern. Zahlreiche Jungtiere wurden durch die gute Pflege im Zoo bereits geboren. Zuletzt erblickte am 04. November 2010 eine männliche Netzgiraffe unerwartet das Licht der Welt. Mutter ist die erst fünfjährige „Nike“, die aus dem Kölner Zoo stammt.
Besonders interessant ist das Affenhaus mit seiner kleinen Schimpansengruppe. Hier gibt es für Groß und Klein immer etwas zu entdecken, denn durch die großen Glasfenster können die Besucher die Schimpansen gut beobachten. Lebendig und quirlig sind die Kattas aus Madagaskar sowie Grüne Sumpfmeerkatzen und die Geoffroy-Klammeraffen, welche zu den begnadetsten Kletterkünstlern gehören.
Ein Besuch im Raubtierhaus und im Dickhäuterhaus
Im Dickhäuterhaus leben, wie es der Name schon verrät Flusspferde und Asiatische Elefanten, daneben aber auch einige Flamingos. Mit ein bisschen Glück können die Besucher den Elefanten „Shanti“ und „Rani“ bei ihrer täglichen Pflege oder auch bei den kommentierten Bewegungsprogrammen zusehen.
Im Raubtierhaus erwartet den Besucher eine unglaubliche Artenvielfalt. Der König der Tiere, ein afrikanischer Löwe stolziert anmutig durch sein Gehege und lässt von Zeit zu Zeit seinen Unmut durch lautes Gebrüll heraus. Daneben leben die wunderschönen Chinaleoparden und die der Kälte angepassten Schneeleoparden. Baumstämme, Findlinge und ein naturnahes Gehege mit Bäumen und Sträuchern zum Verstecken bieten den Raubtieren die Möglichkeit für ein natürliches Verhalten.
Tiere aus allen Kontinenten im Zoo von Karlsruhe
Ein Gang durch das „Südamerikahaus“ ermöglicht einen Einblick in die Pflanzen- und Tierwelt des Kontinents: Bunte Aras, kleine possierliche Lisztaffen und Springtamarine sowie einige Reptilienarten als Vertreter des südamerikanischen Dschungels sind hier vertreten. Im Zentrum des Zoos ist die Tierwelt Australiens mit Benettkängurus und Emus zu bewundern. Rund um den Ludwigsee tummeln sich seit jeher die unterschiedlichsten Vogelarten. Hier laufen die Pfauen frei herum, und auf den Wiesen und Wegen begegnen einem Störche, Enten und Kraniche. Der Streichelzoo für Kinder ist seit dem schweren Brand am 13. November mit Zwergkaninchen und Meerschweinchen bevölkert. Bei dem Brand kamen alle der dort lebenden 26 Haustiere, Schafe, Alpakas und Ziegen ums Leben. Die Flammen griffen auch auf das angrenzende Dickhäuterhaus über und verletzten die Tiere.
Fütterungszeiten und Eintrittspreise
Im gesamten Zoo gibt es ganzjährig Schaufütterungen für das begeisterte Publikum. Die Zeiten sind festgelegt und meist an den Gehegen angeschlagen. Hierbei können die Besucher die Tiere hautnah erleben, bekommen einen Einblick in deren Lebensweise und ihr Sozialverhalten untereinander. Teilweise werden diese Fütterungen auch für Spiel- und Spaßangebote genutzt. Sehen, Staunen und Lernen gilt hier besonders für die Kinder, die den exotischen Tieren direkt auf den Teller gucken können. Die Eintrittspreise für den Zoo sind gemäßigt: Erwachsene zahlen 6,50 Euro, Kinder zahlen 3,00 Euro. Es gibt die Möglichkeit einer Kombikarte für den nahe gelegenen Zoo Heidelberg, welche den Erwachsenen 14,00 Euro kostet und für Kinder einen Preis von 7,00 Euro veranschlagt. Verschiedene Gruppenkarten, Verbundkarten mit anderen Museen und ermäßigte Tarife für Rentner, Schüler und Studenten machen den Ausflug in den Zoo bezahlbar.
