Manche Menschen glauben von sich, dass sie selten oder nie träumen. Sie können sich - wenn überhaupt - nur an einzelne, sehr gefühlsbehaftete Träume erinnern, die zudem auch nur ab und zu in Ihrem Gedächtnis bleiben. Oft ist nach dem Aufwachen alles wie weggeblasen.
Ähnlich wie auf vielen anderen Gebieten des täglichen Lebens, lässt sich auch die Traumerinnerung mit ein wenig Übung verbessern.
Die Erinnerung an Träume lässt sich trainieren.
Manche Menschen sind „gute Träumer“, wie Freud es einmal nannte. Sie erinnern sich fast immer an ihre nächtlichen Ausflüge ins Unterbewusstsein. Dabei merken sie sich nicht nur die Tatsache, dass sie geträumt haben – sie können auch in den allermeisten Fällen ihren Traum erzählen. Es scheint also eine gewisse Grunddisposition zu geben, die es manch einem leichter macht, sich seiner Träume zu entsinnen.
Alle anderen, müssen ihr Traumgedächtnis trainieren, um sich intensiver mit dem eigenen Unterbewusstsein zu beschäftigen.
Das geht viel einfacher, als Sie möglicherweise glauben. Denn der Vorsatz, sich ab jetzt der Träume als Kraftquelle zu bedienen, bedeutet eine ganz wichtige Voraussetzung. Das Traumerinnern ist abhängig vom persönlichen Interesse. Je mehr Sie sich damit beschäftigen, desto leichter bleiben die Träume im Gedächtnis haften.
Daneben gibt es eine Reihe von Maßnahmen oder Hilfsmitteln, die Sie unterstützen, sich an den Traum der letzten Nacht zu erinnern.
Vermeiden Sie Alkoholgenuss vor dem Schlafengehen.
Alkohol dämpft das Zentralnervensystem. Das mag zwar beim Einschlafen helfen, vermindert in der Folge aber den Traumschlaf.
Autosuggestion/ Selbst-Affirmation
Mit einer Autosuggestion trainieren Sie Ihr Unterbewusstsein an etwas zu glauben. Formulieren Sie dazu einen positiven, einfachen Satz, wie beispielsweise
- Ich erinnere mich an meine Träume.
- Ich wache auf, sobald mein letzter Traum vorbei ist.
- Beim Aufwachen, denke ich zuerst an meine Träume.
Achten Sie darauf, dass diese Affirmation in der Gegenwart steht.
Traumnotizen
Nehmen Sie sich abends fest vor, Ihre Träume morgens aufzuschreiben. Egal ob auf einem Notizzettel oder per Diktiergerät, ob ausführlich oder als Stichpunktsammlung: Auf jeden Fall sollten Sie alles, was Ihnen vom vergangenen Traum noch gegenwärtig ist, sofort festhalten. Ein Verschieben auf einen späteren Zeitpunkt am Tag, lässt die Erinnerung in den allermeisten Fällen verschwinden.
Legen Sie also Papier, Stift oder Aufnahmegerät am besten gleich neben das Bett. Das gibt zudem Ihrem Unterbewusstsein einen weiteren Beweis für Ihre Entschlossenheit und hilft bei der Erinnerung auch noch am Morgen.
Unverändertes Liegen nach dem Aufwachen bewahrt Traumerinnerung.
Träume werden im Kurzzeitgedächtnis abgespeichert (darum vergessen wir sie leider so häufig). Wenn Ihr Gedächtnis dort etwas ablegt, so wird es in der Regel nur für wenige Sekunden gelagert. Jede neue Information, zum Beispiel der Blick auf die Uhr, der Gedanke ans Frühstück etc. schubst eine der älteren Nachrichten aus dem Gedächtnis und ersetzt sie. Darum müssen Sie Ihre Trauminhalte bewusst noch einmal im Geiste wiederholen, um deren Inhalt länger zu behalten.
Auf diese Weise lässt sich Ihr Kurzzeitgedächtnis überlisten. Sie stellen sozusagen Ihren Traum in der Schlange Ihrer Gedächtnisinformationen wieder vorne an.
Wie bei fast allem im Leben brauchen Sie natürlich auch ein Quantum Geduld.
Mit der Traumerinnerung ist es ein bisschen so, wie mit einem zarten Pflänzchen: Nur wenn sie in Ruhe wachsen kann, trägt sie am Ende die besten Früchte.
