Ausflugsziel Zoopark in Düsseldorf Düsseltal

Ein Paradies inmitten einer Großstadt lädt zur Entspannung ein

Zoopark - Affenskulptur - Torsten Toups
Zoopark - Affenskulptur - Torsten Toups
Der Park auf dem Gelände des früheren Zoologischen Gartens im Düsseldorfer Norden. Seine Geschichte, Angaben zu seinem Umfeld, zum Stadtteil und Fotos von Torsten Toups.

Der Zoopark ist ein beliebtes Naherholungsziel in Düsseldorfs Stadtteil Düsseltal. Der Besucher erreicht den Zoopark über die Brehmstraße. Diese ist dadurch bekannt geworden, dass an ihr die Eishalle liegt, in der bis zum Ende der Saison 2005/2006 die berühmte Eishockeymannschaft der DEG Metrostars gespielt hat. Benannt wurde die Brehmstraße nach dem Tierschriftsteller Alfred Brehm, auf dessen Anregung hin an eben dieser Straße der Zoologische Garten Düsseldorfs eingerichtet worden ist. Der Zoo wurde am 31. Mai 1876 feierlich eröffnet.

Zoo der heutigen Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens existierte an dieser Stelle von 1876 bis 1943

Seine Einrichtung wurde damals von Alfred Brehm sowie dem städtischen Hofgärtner Friedrich Hillebrecht gemeinsam betrieben. Nach einer großzügigen Spende des Düsseldorfers Gustav Scheidt ging der bis dahin von einem Verein getragene Zoo 1905 in den Besitz der Stadt über und wurde somit eine städtische Einrichtung mit immerhin 1238 Tieren. Ein Flamingoteich und eine künstliche Burgruine gehörten dazu. 1930 wurde der Zoo mit dem benachbarten Naturkundemuseum zusammengefasst; ein neues Ausstellungsgebäude und ein neu gestalteter Eingang waren das nach außen hin sichtbare Zeichen dieser Fusion.

Der Zoo genoss ein hohes Ansehen, bis ein Bombenangriff ihn nebst Museum 1943 in Schutt und Asche legte. Ein Teil von dessen Ausstattung konnte jedoch gerettet werden: Das Löbbecke-Museum entstand daraufhin in einem dem Zoo gegenüberliegenden Luftschutzbunker und wurde 1948 um ein Aquarium erweitert. 1987 siedelte der Zoo (Aquazoo) in den Stadtteil Golzheim um.

Der gesamte Stadtteil Düsseltal wird im Sprachgebrauch der Einheimischen dennoch Zoo oder Zooviertel genannt

Das frühere Gelände des Zoos wurde 1951 von Ulrich Wolf zum heutigen Zoopark umgestaltet. Dieser umfasst 13,06 Hektar. Mit der Bahn sind Stadtteil und Zoopark über den Haltepunkt Düsseldorf Zoo erreichbar; etwa zwei Kilometer nördlich des Düsseldorfer Hauptbahnhofs und unter der Franklinbrücke nach Derendorf hin gelegen. Ein allerdings unzumutbar dreckiger, unansehnlicher Haltepunkt. Denn Düsseltal selbst ist zumindest in Teilen ein sehr sauberer Stadtteil und eine der gehobeneren Wohnlagen der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt. Villenbebauung wechselt sich ab mit Gebäuden, in denen teure Eigentumswohnungen eingerichtet sind (Grunerstraße, Tiergartenstraße). Die Mieten sind hoch; selbst für Düsseldorfer Verhältnisse und erst recht rund um den Zoopark (Mathildenstraße, Faunastraße). Entsprechend gediegen ist das Ambiente.

Die Rethelstraße als Zentrum Düsseltals bietet alle Einkaufsmöglichkeiten des täglichen Bedarfs

Eine große, klassische Eisdiele ist ihr Hauptanziehungspunkt; Bäckereien, ein Wochenmarkt, die Postbank, das Bettengeschäft Kuschelecke, Sparkasse und Commerzbank sowie auch Niederlassungen von Feinkost Albrecht beziehungsweise Aldi. Die Rethelstraße bietet ein lässiges, cooles Flair abseits der Touristenströme. Autos sorgen zwar oft für etwas Verstopfung, aber niemand regt sich auf. Das Leben dort scheint leichter zu sein, gelassener, angenehmer. Mediterraner? Gepflegte Gebäude nicht nur dort, sondern auch auf der Speldorfer-, Mülheimer, Scheid- und Grunerstraße. Dort finden sich auch zahlreiche, zeitgemässe Gaststätten mit Außenplätzen (Pief, Krokodil, "Z" Kneipenrestaurant). Fast alle Straßen des Zooviertels weisen reichhaltige Baumbestände auf. Eine wirklich coole Gegend.

Auf dem weniger ladenlokallastigen Teil der Rethelstraße betreibt der aus dem Fernsehen bekannte Bert Wollersheim seine Erotikgastronomie. Die Grundschulen Düsseltals sind die Katholische Paulusschule, die Katholische Carl-Sonnenschein-Schule und die Evangelische Brehmschule. Das Goethe-Gymnasium und die Heinrich-Heine-Gesamtschule sind ebenfalls im Zooviertel beheimatet. Die Niederlassung Düsseldorf von Mercedes-Benz ist in Düsseltal ansässig.

Die Buscher Mühle wurde schon zu Beginn des 14. Jahrhunderts erwähnt

Die frühere Getreidemühle ist eines der ältesten Gebäude des Zooviertels und der Stadt. Sie wird heute als Begegnungsstätte der Düsseldorfer Jonges genutzt. Die katholische Pauluskirche ist im neoromanischen Stil errichtet und gilt ebenfalls als bedeutende Sehenswürdigkeit des Zooviertels. Graf Adelbert von der Recke-Volmerstein gründete 1835 die erste Diakonissenanstalt der Welt; das Gebäude bildet heute den Eingang des Zooparks und beherbergt ein Café. Das Café-Bistro Zoopark Brehm- /Ecke Grunerstraße bietet seinen Gästen einen herrschaftlich wirkenden, nach mondänem Kurort aussehenden Pavillon mit Blick auf den Zoopark.

Der Zoopark des Jahres 2009 ist eine der saubersten und gepflegtesten Grünanlagen der Stadt

Vom Lärm der Brehmstraße ist dort nichts zu hören. Weitläufige Wiesen, viele alte, große Bäume, zwei Arme der Düssel und der Vogelweiher als Nachfolger für den Flamingoteich bieten Raum für Schwäne, Enten, zahlreiche andere Vogelarten und jede Menge Hunde, die von den Düsseltalern im Zoopark ausgeführt werden. Der Hundeauslauf ist der einzige Schandfleck des Parks: Nichts weiter als ein lehmiges Stück Erde, dessen Bestandteile über das Fell der Vierbeiner den Weg ins Wohnzimmer der Düsseltaler finden. Wieso richtet die Stadt keine schöne Wiese am Rand des Parks als Hundeauslauf ein?

Der Hügel mit den Resten der ehemaligen, künstlichen Burgruine und sein Umfeld zeigen sich naturbelassener

Gleiches gilt für eine Wiese am entgegengesetzten Ende des Zooparks. Die Affenskulptur des früheren Affenhauses ist noch im Zoopark zu finden. Eine große Sonnenterrasse lädt zum Verweilen am Weiher ein. Ein Kinderspielplatz mit Wasserspielen, der Tennisclub "tc13", ein eingezäunter Bolzplatz sowie ein Spielplatz im Vorzimmer des Parks Brehm- / Ecke Grunerstraße runden das Freizeitangebot des Zooparks ab. Ein idealer Ort, sich vom stressigen Alltag zu erholen. Der in Düsseltal lebende Fotograf Torsten Toups arbeitet an einem Bildband über den Zoopark; aus dessen Vorarbeit stammen die Fotos zu diesem Artikel.

Altbierflaschen und Flachmänner gehören zum Straßenbild des Zooviertels

Leider gibt es rund um den Zoopark und auch rund um Buscher Park sowie Graf-Recke-Straße üble Zeitgenossen, die ihre Jägermeister-Flachmänner und Altbierflaschen achtlos auf den Bürgersteig werfen. Eine leere Wodkapulle hier, eine Sammlung Schnapsflaschen dort und es dauert nicht lange, bis es Scherben den Hundehaltern sehr schwer machen, ohne Verletzungsgefahr Gassi zu gehen.

Ein Grund dafür, dass das Zooviertel an Glanz verliert? Heute jedenfalls finden die Erstligaspiele der DEG Metrostars im ISS Dome im Stadtteil Rath statt. Doch so manch Eishockeyspieler kehrt an die Brehmstraße zurück, um sich im Zoopark von seinem sportlichen Einsatz erholen zu können.

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