
- Naumburger Dom - Harald Rossa
Naumburg liegt mitten im Weinbaugebiet Saale-Unstrut. Die Weinstraße Saale-Unstrut und etliche Weinwege führen durch die Weinberge und zu historischen Burgen, modernen Winzern und Wirtschaften.
Die Himmelswege bei Naumburg
Eine Attraktion aus jüngerer Zeit sind die Himmelswege. Diese touristische Route verbindet die Orte sensationeller archäologischer Funde im Naumburg miteinander. Dazu gehört Goseck, wo es das rekonstruierte steinzeitliche Sonnenobservatorium aus der Zeit um 4800 vor Christus zu bewundern gibt. In Wangen wurde am Mittelberg im Ziegelrodaer Forst die „Himmelsscheibe von Nebra" aus der Zeit um 1600 vor Christus gefunden. Hier steht das multimediale Besucherzentrum „Arche Nebra". Oben auf dem dicht bewaldeten Mittelberg sind vom Aussichtsturm die Blickachsen unserer Vorfahren nachvollziehbar. Und in Langeneichstädt gibt es die Möglichkeit der Besichtigung einer außergewöhnlichen Grabanlage aus der Mittleren Steinzeit aus der Zeit zwischen 3600 und 2700 vor Christus.
Die Weinstraße Saale-Unstrut
Die Weinstraße Saale-Unstrut führt durch Landschaften mit Weinbergen, Streuobstwiesen und Biotopen mit seltenen Tieren und Pflanzen. Steile Terrassen mit Jahrhunderte alten Trockenmauern säumen den Weg. Romantische Weinbergshäuschen locken hinauf und sie bieten malerische Blicke in die Flusstäler von Saale und Unstrut.
In Memleben an der Straße der Romanik beginnt die Weinstraße Saale-Unstrut. Hier muss die Kaiserpfalz aus ottonischer Zeit unbedingt besucht werden. Weiter geht es über Wangen, dem Fundort der Himmelsscheibe von Nebra, in den Naturpark Saale-Unstrut-Triasland mit der alten Stadt Nebra mit der spätromanischen Burgruine und seinen weithin bekannten Buntsandsteinbrüchen.
Weiter geht es durch Vitzenburg, Reinsdorf, Karsdorf, Wetzendorf, Wennungen, Tröbsdorf, Kirchscheidungen, Laucha, Weischütz nach Zscheiplitz. Hier steht die romanische Klosterkirche aus dem 11. Jahrhundert. Sie ist eines der ältesten Bauwerke in der Region.
Dann folgt die Winzerstadt Freyburg. Hier muss auf jeden Fall Station gemacht werden. Das Schloss Neuenburg, die Keller der Winzergenossenschaft und der Sektkellerei Rotkäppchen sind einen Besuch wert.
Weiter geht es über Großjena und Kleinjena nach Naumburg, wo die Unstrut in die Saale mündet. Dort gibt es den Blütengrund und etliche Weinberge, darunter der Landsitz von Max Klinger. Der ist als sommerliches Wochenendziel besonders beliebt, weil dann der Weinbergsimbiss heimische Weine und selbst gebackenen Kuchen bietet. In Naumburg bestimmt der Dom mit den berühmten Stifterfiguren das Panorama der ehemaligen Hansestadt. Weinstraße und Straße der Romanik treffen sich hier wieder.
1137 ließen sich Zisterziensermönche an der Saale bei Naumburg nieder und gründeten das Kloster „St. Marien zur Pforte". Dies wurde zu einem der reichsten Klöster in der Gegend. Hier gab es eine wichtige Schule, an der etliche Prominente lernten. Daher trägt der Ort heute den Namen Schulpforte.
Weiter geht es an der Saale entlang nach Bad Kösen mit dem ältesten Profangebäude Mitteldeutschlands. Das Romanische Haus stammt von 1180 und wird heute museal genutzt.
Liebhaber schöner Puppen müssen auf jeden Fall in dieses Haus. Denn hier gibt es eine sehenswerte Dauerausstellung von Puppen aus der Werkstatt von Käthe Kruse.
Dann warten wieder zwei Burgen an der Saale. Die schon 1171 erwähnte Rudelsburg ist wohl die bekannteste Burg an der Saale. Hier entstand das Lied „An der Saale hellem Strande …“ von Franz Kugler. Gegenüber stand die Burg Saaleck, von der nur die beiden Bergfriede noch erhalten sind.
Dann verlässt die Weinstraße das Tal der Saale und folgt der Ilm bis zu ihrem Endpunkt Bad Sulza mit seiner Saline.
Das Weinbaugebiet Saale-Unstrut
Der Weinbau in diesem Teil Mitteldeutschlands hat eine lange Tradition. Schon die ersten deutschen Kaiser schätzten vor über 1000 Jahren die Weine von ihren Pfalzen in Mitteldeutschland.
Die Rebflächen des Weinbaugebietes Saale-Unstrut liegen in drei Bundesländern. Der Löwenanteil mit etwa 603 Hektar findet sich in Sachsen-Anhalt. Rund 54 Hektar steuert Thüringen bei. Und dann gibt es in Brandenburg noch den Werderaner Wachtelberg, dessen 7 Hektar Rebfläche bei Werder/Havel dem Gebiet Saale-Unstrut zugeschlagen wurde.
Der Weinbau an Saale und Unstrut wird traditionell in Steil- und Terrassenanlagen betrieben. Die Drahtrahmenerziehung herrscht vor. Die Pflege der Weinberge ist besonders in den Steillagen sehr arbeitsintensiv. Handarbeit mit Seilzug und Handhacke sind hier gefragt. Das ausgewogene Klima, der charakteristische Boden und die Erfahrung der Winzer bringen frische, fruchtige und spritzige Weine besonderer Güte hervor.
