Ausgehen in Mainz

Kneipen und Bars mit Charakter

Kaffeepause - Privat
Kaffeepause - Privat
Mainz ist eine Studentenstadt. Das spiegelt sich auch in der Anzahl und Qualität der Kneipen, Bars und Restaurants wider.

Mainz bietet eine Vielzahl an Kneipen, Bars und Weinstuben. Viele haben ihren eigenen Charme und sind aus unterschiedlichen Gründen empfehlenswert. Ein Mainzer kennt sich natürlich aus und besucht seine Lieblingskneipen. Für Touristen und Hinzugezogene kann die Fülle der Möglichkeiten jedoch ein Problem darstellen. Sie kennen sich nicht aus und besuchen aus Verzweiflung einfach die nächstmögliche Gelegenheit, und das ist oft die Falsche. Aus diesem Grund sollen im Folgenden drei Mainzer Charakterkneipen vorgestellt werden, deren Besuch sicherlich nicht in einer Enttäuschung endet.

Die Studentenalternative: Das Quartier Mayence

Das Quartier Mayence liegt im Herzen der Altstadt, und das bereits seit 1977. Verlässt man die Augustinerstraße durch eines der vielen Gässchen in Richtung Weihergarten, so entdeckt man plötzlich einen überdachten Eingang mit einem Werbeschild für Pay-TV. Der Eingangsbereich besticht nicht immer durch Sauberkeit und Wohlgeruch, doch diese Unannehmlichkeiten lässt man bei Betreten hinter sich. Der erste Eindruck ist ein verwegener. Der Eingangsbereich bietet nicht viel Platz. Der Boden ist aus Holz und knarrt. Auf den Tischen stehen Sektflaschen, deren Funktion darin besteht, flackernde Kerzen zu tragen. Eine gemütliche Dunkelheit führt den Besucher mit wenigen Schritten zur zweiseitig erreichbaren Bar, dem Herzstück dieser Einrichtung. Hinter dem Tresen stehen junge Keeper, die mit attraktiver Freundlichkeit das wohlverdiente Feierabendbier zapfen. Besteht das Interesse an einer Fußball-Live-Übertragung, so kann man es sich in einem separaten aber dennoch integrierten Raumanteil gemütlich machen. Eine aus partyschwäche leicht klebrige Treppe führt den Besucher hinab in den Keller. Dort findet er einen rustikalen Partyraum vor, der schon für so manchen legendären Abend gesorgt hat. Für aufgeschlossene Studenten ist dieser berühmte Geheimtipp ein gerne anvisiertes Ziel wochenendlicher Partystimmung.

Zum Angeben: Das HeiligGeist

Das HeiligGeist befindet sich in der Mailandsgasse. Es ist so stilvoll, dass es auch durchaus in einer Gasse Mailands nicht fehl am Platz wäre. Man findet es leicht versteckt in unmittelbarer Nähe zum zentral gelegenen Gutenbergplatz vor. Das Eingangsportal lässt bereits vermuten, was den Besucher erwartet. Es führt in ein Gebäude mit über 700 Jahren auf dem Buckel. An der Wand ist eine lange, moderne Theke gelegen. Das Licht ist mystisch. Kerzen umgeben die schwarz lackierten Tische mit einem wärmenden Lichthauch. Überdeckt ist die edle Einrichtung von hohen, kirchlich anmutenden Gewölbedecken. Die Akustik kann ebenfalls mit der eines Kirchenschiffes konkurrieren. Dieser Eindruck ist nicht verfehlt, da das Gebäude als kirchliches Hospital erbaut wurde. Die Bedienung ist freundlich, die Atmosphäre einzigartig und der Besuch ein empfehlenswertes Erlebnis.

Back to ´75: Das Schick und Schön

Es gab einmal eine wunderbar exzentrische Bar am Mainzer Südbahnhof. Sie musste gehen, weil der Bahnhof einem Umbau ausgesetzt werden sollte. Die Bar hieß Schick und Schön. Sie wurde abgerissen und auch der neugestaltete Bahnhof war fortan nicht mehr wiederzuerkennen. Er heißt mittlerweile Mainz Römisches Theater. Fans der Bar waren enttäuscht, wurden aber nach einiger Zeit für den Verlust entschädigt. Ein neues Schick und Schön eröffnete inmitten der Neustadt. Es liegt direkt an der Kaiserstraße und verbirgt sich hinter einer großen Glasfront. Das Interieur: ausgesessene Sofas und Plastikschalenstühle. Junge Besucher haben leicht den Eindruck, dass es so vor 35 Jahren in vielen Bars und Kneipen ausgesehen haben kann. Über der Bar, die oft von einer Vielzahl verschiedenster Menschen besiedelt wird, sind Flatscreens angebracht, die einen geschickten Kontrast zum 70er-Feeling darstellen. Die Exzentrizität ist erhalten geblieben und der Besuch dieser Bar zweifelsohne empfehlenswert, auch für die Schicken und Schönen.

Baum, Privat

Thomas Temse - Thomas Temse ist Biologiestudent im Hauptstudium. Sein Diplomabschluss ist im Bereich der molekularen Biologie geplant. Neben der ...

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