Ausgezeichnete Krimiautoren

Die Nominierten der Glauser- und Martin-Preise 2008

Ehrenglauser - Syndikat/www.gurian.de
Ehrenglauser - Syndikat/www.gurian.de
Was der Oscar für die Filmwelt, das sind der Friedrich-Glauser-Preis und der Hansjörg-Martin-Preis für die deutschsprachige Kriminalliteratur.

Der Glauser-Preis wird in den Kategorien Kurzkrimi, Romandebüt, Roman und Lebenswerk verliehen, mit dem Martin-Preis wird der beste Kinder- und Jugendkrimi ausgezeichnet. Die Preise sind zwischen eintausend und fünftausend Euro dotiert.

Seit 1987 werden die begehrten Auszeichnungen vom Syndikat, die Autorengruppe deutschsprachiger Kriminalliteratur, alljährlich im Rahmen der Criminale, dem größten Festival deutschsprachiger Krimiautoren vergeben. Das vorrangige Ziel des Syndikats war und ist es, die deutschsprachige Kriminalliteratur zu fördern und Kontakte zu ausländischen Kolleginnen und Kollegen zu pflegen. Heuer wird die Criminale vom 16. bis 20. April zum ersten Mal in Wien abgehalten und mehr als 220 Kriminalschriftsteller aus Österreich, Deutschland und der Schweiz werden in die Donaumetropole reisen und in über achtzig Lesungen ihre Kriminalromane präsentieren.

Friedrich Glauser

Der Glauser-Preis ist nach dem Schriftsteller Friedrich Glauser benannt, den das Syndikat zu seinem Schutzpatron auserkoren hat. Der Kriminalromanautor wurde 1896 in Wien geboren, lebte in der Schweiz und starb 1938 in Italien. Mit der Figur seines „Wachtmeister Studer" ist es ihm gelungen, eine der ersten serienfähigen Detektivgestalten des deutschsprachigen Raumes zu schaffen. Mit der atmosphärischen Dichte seiner Sprache gelang Glauser der Spagat zwischen der so genannten „Hoch-Literatur“ und der oft heute noch als trivial abgestempelten Genreliteratur.

Glauser-Preis

Die Preisgelder für den Friedrich-Glauser-Preis betragen 5.000 Euro für den besten Kriminalroman, 1.500 Euro für das beste Debut und 1.000 Euro für den besten Kurzkrimi. Die Jury setzt sich aus den Vorjahrespreisträgerinnen und -preisträgern sowie aus namhaften Krimischriftstellerinnen und -schriftstellern aus den Reihen des Syndikats zusammen. Die Preisgelder werden von den mittlerweile rund 400 Mitgliedern des Syndikats selbst aufgebracht.

Hansjörg Martin-Preis

Der „Hansjörg Martin"-Preis ist nach Hansjörg Martin benannt, der 1920 in Leipzig geboren wurde und 1999 auf Mallorca verstarb. Der Träger des deutschen Bundesverdienstkreuzes war einer der bekanntesten deutschen Kriminalschriftsteller. Neben Erwachsenenromanen schrieb er zahlreiche Kinder- und Jugendbücher: Insgesamt mehr als neunzig Titel, von denen einige in sechzehn Sprachen übersetzt und verfilmt wurden. 1989 wurde Hansjörg Martin mit dem Ehrenglauser für seine Verdienste um das Krimigenre ausgezeichnet. Die Auszeichnung ist mit 2.500 Euro dotiert und wird von einer Jury von Autorinnen und Autoren sowie Kindern und Jugendlichen vergeben.

Während der Criminale in Wien wird den beiden Kriminalschriftstellern Friedrich Glauser und Hansjörg Martin eine Sonderausstellung und eine Sonderlesung gewidmet.

Folgende Autoren und Autorinnen wurden 2008 für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert:

  • Kateogorie: Kurzkrimi

Hippe Hasbach: „Der Hut des Präsidenten". In: „ADAC-Reisemagazin Bodensee", ADAC-Verlag 2007.

Carsten S. Henn: „Mord im Kühlschrank". In: „Henkers Tropfen", Emons 2007.

Bernhard Jaumann: „Schnee an der Blutkuppe". In „Zum Sterben schön", Wunderlich 2007.

Gisa Klönne: „Spaghetti nach Hurenart". In: „Pizza, Pasta und Pistolen", LangenMüllerHerbig 2007.

Amaryllis Sommerer: „Patsy Power". In: „In aller Freundschaft", Fischer 2007.

  • Kategorie: Romandebut

Katharina Gerwens/Herbert Schröger: „Stille Post in Kleinöd", Piper 2007.

Rainer Gross: „Grafeneck", Pendragon 2007.

Manfred Köhler: „Schreckensgletscher", Gmeiner 2007.

Thomas Raab: „Der Metzger muss nachsitzen", Leykam 2007.

Sybil Volks: „Café Größenwahn", Jaron Verlag 2007.

  • Kategorie: Roman

Annette Berr: „Die Stille nach dem Mord", Konkursbuch Verlag Claudia Gehrke 2007.

Lilian Faschinger: „Stadt der Verlierer", Hanser 2007.

Gert Heidenreich: „Im Dunkel der Zeit", Nymphenburger 2007.

Jan Costin Wagner: „Das Schweigen“, Eichborn 2007.

Emil Zopfi: „Spurlos", Limmat.

Für den Hansjörg-Martin-Preis wurden nominiert:

Isabel Abedi: „Isola", Arena 2007.

Kristina Dunker: „Schwindel", Dtv junior 2007.

Boris Koch „Feuer im Blut", Beltz&Gelberg 2007.

Hilke Rosenboom: „Hund Müller", Carlsen 2007.

Edith Schreiber-Wicke: „Schatten der Angst", Thienemann 2007.

Der Dortmunder Krimiautorin Sabine Deitmer wurde der Lebenswerk-Glauser-Preis zuerkannt.

Ilona Mayer-Zach, Sabine Windsor

Ilona Mayer-Zach - Geboren in Graz, Wahlwienerin. Studium der Publizistik- und Kommunikationswissenschaften; Medienkundlicher ...

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