Gespannt hatten die drei Bundesligisten Borussia Mönchengladbach, VfB Stuttgart und Hannover 96 nach Nyon/Schweiz in die Zentrale des europäischen Fußball Verbandes (UEFA) geblickt, denn dort wurden die Playoff-Begegnungen in beiden internationalen UEFA Wettbewerben ausgelost. Die Sieger der Playoffs nehmen an der Gruppenphase ihres Wettbewerbs teil. Die Aufgabe für Hannover 96 ist anspruchsvoll, aber machbar, während es Mönchengladbach und Stuttgart mit wahren „Hammerlosen“ zu tun haben.

Champions League

Aus deutscher Sicht sind bereits für die Gruppenphase der Champions League der deutsche Meister Borussia Dortmund, Vizemeister FC Bayern München und der Drittplatzierte FC Schalke 04. Auch Borussia Mönchengladbach kann sich für die Gruppenphase qualifizieren, wenn sich die Mannschaft in zwei Playoff Spielen durchsetzt. Die schweizerische Glücksfee war aber wohl auf Seiten der Mönchengladbacher, denn sie zog als Gegner Dynamo Kiew aus dem Lostopf. Dynamo Kiew ist der 13-malige ukrainische Meister und Vorzeigeklub der Ukraine, dem Mitgastgeber der UEFA EM 2012 in Polen und der Ukraine. Borussias Präsident Rolf Königs hatte sich Athen oder Kopenhagen als Gegner gewünscht. Nach der Auslohnung blieb ihm nur Stöhnen: „Das ist der schwerste Gegner, der im Topf war. Ich hoffe, dass wir ein gutes Ergebnis erzielen." Noch deutlicher wurde der ehemalige Nationalspieler und jetzige Borussia-Vizepräsident Rainer Bonhof: „Ich bin erschüttert. Das wird eine Herausforderung für unsere Spieler." Borussias Spiele gegen Dynamo Kiew finden am 21. August in Mönchengladbach, Anstoß ist um 20.45 Uhr, und am 29. August in Kiew statt. Setzt sich Mönchengladbach gegen Kiew durch, spielen sie die Gruppenphase in der Champions League. Verlieren die Borussen, spielen sie die Gruppenphase in der Europa League.

Europa League

Für diesen UEFA Wettbewerb hatte sich Bayer Leverkusen durch den fünften Platz in der Abschlusstabelle der Bundesliga automatisch qualifiziert.

Als Tabellensechster greift der VfB Stuttgart in die Playoffs ein. Das Los führte den VfB Stuttgart mit seinem früheren Stürmer Kevin Kuranyi zusammen, der bei Dynamo Moskau sein Geld verdient. VfB-Trainer Bruno Labbadia sagte nach der Auslosung: „Das ist ein Hammer-Los, der schwerste Gegner in unserem Lostopf. Aber wir wollen unbedingt die Gruppenphase erreichen.“ Die Chancen dafür stehen auch nicht schlecht, denn Dynamo Moskau steht nach drei Spieltagen der russischen Liga ohne jeglichen Punkt am Tabellenende. Allerdings feierten die Moskauer in der Qualifikationsrunde nach einem Trainerwechsel ein 5:0 gegen Dundee United. Das Hinspiel endete 2:2. Am 23. August gastieren die Russen zunächst am Neckar, eine Woche findet in der russischen Hauptstadt das Rückspiel statt.

Achtung: Terminänderung vom 12. August: Moskau spielt am 22. August um 18.15 Uhr in Stuttgart, Stuttgart am 28. August um 18.00 Uhr in Moskau.

Hannover 96 hatte sich in der Qualifikationsrunde mit 3:0 und 2:0 gegen den irischen Vertreter St. Patrick’s Athletic durchgesetzt. In der Playoffrunde erhielten die 96er den polnischen Vertreter Slask Breslau zugelost. „Die Aufgabe ist anspruchsvoll", kommentierte Coach Mirko Slomka. Präsident Martin Kind zeigte sich optimistisch: „Unsere Mannschaft ist stark genug, gegen Wroclaw den Einzug in die Gruppenphase zu schaffen. Einzig und allein darum geht es." Kind wünscht sich noch einmal ein so erfolgreiches Auftreten seiner Mannschaft auf internationalem Parkett wie beim letzten Wettbewerb, als 96 erst im Viertelfinale von Athletico Madrid gestoppt wurde. 96 muss am 23. August zuerst auswärts in Polen ran. Das Rückspiel wird am 30. August in der hannoverschen AWD-Arena ausgetragen.

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Quellen: UEFA, DFL, DFB, Borussia Mönchengladbach, VfB Stuttgart, Hannover 96