Ausreichende Nährstoffzufuhr durch lactovegetabile Ernährung?

Gemüse - Dieter Schütz
Gemüse - Dieter Schütz
Decken Obst und Gemüse bei einer lactovegetabilen Ernährung den Bedarf an essentiellen Nährstoffen? Ob und wie es funktionieren kann, erfahren Sie hier.

Heutzutage weiß jeder, dass Obst und Gemüse gesund sind. Vitamine sind lebensnotwendig, weil sie im gesamten Stoffwechsel und in den Zellen wichtige Funktionen erfüllen müssen. Eine lactovegetabile Vollwertkost erlaubt außer den vegetarischen (pflanzlichen) Lebensmitteln zusätzlich die Versorgung mit Milchprodukten. Doch wird beim Lactovegetarier der tägliche Bedarf an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen gedeckt? Auf den ersten Blick scheint dies nicht der Fall zu sein. Denn dafür müssten pro Tag 3-4 kg Gemüse und Obst verzehrt werden. Eine Nahrungsaufnahme in dieser Menge ist unvorstellbar. Jemand, der heute noch ein Fan der "grünen Natur" ist, würde sich vermutlich Brokkoli, Paprika und Co. in Zukunft abgewöhnen. Dies ist natürlich nicht Sinn und Zweck einer gesunden Ernährungsweise.

Das Beste sitzt in der Schale

Wer sich ausgewogen vegetarisch ernährt und für den kleinen Hunger zwischendurch Obst isst und Nüsse knabbert, der hat schon mal einen ordentlichen Vitaminschub erhalten. Aber was heißt hier ausgewogen? Ausgewogen bedeutet u.a. regelmäßig in der richtigen Menge und Qualität frische Gemüsesorten zu verwenden und ein täglich abwechslungsreiches Nährstoffangebot zu liefern. Es muss bei den Nudeln nicht immer die Vollkornvariante sein, denn Spaghetti aus Hartweizengrieß sagt man eine entgiftende Wirkung nach. Beim Reis sollte dagegen beim Einkaufen darauf geachtet werden, dass dieser nicht geschält ist. Der Naturreis liefert uns die Ballaststoffe und B-Vitamine. Wie beim Reis und bei vielen Obstsorten gilt auch für die Kartoffel: Die besten Nährstoffe sitzen in der Schale. Deshalb sind Pellkartoffeln oder Folienkartoffeln reicher an Vitaminen, Spurenelementen und Ballaststoffen. Außerdem enthalten die Erdäpfel das Eiweiß. Eiweiß versteckt sich auch in Sauermilchprodukten, Nüssen, milchsauren Gemüsesäften- und Gemüse, in Käse und im Getreide. Als Garmethoden eignen sich schonend Dünsten oder Dämpfen im Sinne der Bau-, Brenn- und Mikronährstoffe.

Rohkost neu entdeckt

Auch der Salat aus frischen Gemüsesorten vor dem warmen pflanzlichen Mittagessen lässt den Körper aufatmen. Man sollte nicht vergessen, dass z.B. die Karotte ein hochwertiges Öl benötigt für die Verwertung von Vitamin A. Im Winter sind zusätzlich milchsaure Gemüse (z.B. Sauerkraut) für die Bedarfsdeckung empfehlenswert. Die frischen Garten- und Wildkräuter rücken wieder in den Vordergrund. So besitzt z.B. das Gänsefingerkraut vier Mal so viel Vitamin C wie Brokkoli oder Rosenkohl. Außerdem stimulieren die in den Kräutern enthaltenen Bitterstoffe die Enzymproduktion im Verdauungssystem. Eine andere Form der Zufuhr von Kräutern ergibt sich aus der Zubereitung von Kräutergetränken. Diese werden unter Zugabe von Wasser in einem Küchenmixer zerkleinert. Dabei werden die ätherischen Öle der Kräuter extrahiert und als Getränk konzentriert zugeführt. Eine ähnliche Wirkung erzielen auch Gemüsesäfte oder Obstsäfte, die frisch gepresst wurden. Diese schenken unserem Körper eine geballte Ladung Vitamine, Spurenelemente, Mineralstoffe und ebenfalls frische Energie. Für ein Glas Gemüsesaft bzw. Obstsaft benötigt man ca. 1 kg Rohkost oder Früchte.

Süße Alternative

Zucker stellen u.a. leere Kalorien zur Verfügung und sind Vitaminräuber. Deshalb sind milde Honigsorten in guter Qualität eine echte Alternative zum Süßen. Denn sie enthalten Vitamine und manche Sorten haben eine desinfizierende Wirkung, weswegen Honig auch bei Erkältung Verwendung findet. Unser Organismus funktioniert weitestgehend autonom, jedoch kann jeder selbst dazu beitragen, den eigenen Stoffwechsel zu unterstützen. Ein wichtiger Aspekt dabei ist, langsam zu essen und gründlich und gut zu kauen. So wird wichtige Vorarbeit geleistet. Auch das Einhalten von regelmäßigen Essenszeiten unterstützt bei der Verdauungsleistung. Die Bewegung an frischer Luft, täglich mindestens ½ Stunde lässt die Zellen auftanken. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zwischen 2 - 2 ½ l (im Sommer etwas mehr) an ungesüßten Kräutertees oder Wasser über den Tag verteilt, rundet das Gesamtbild ab und ist die beste Voraussetzung eines auf Dauer gesunden Menschen.

Etwas näher betrachtet, wird also deutlich, dass der tägliche Bedarf an lebensnotwendigen Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen durch eine hochwertige lactovegetabile Ernährung gedeckt werden kann.

Es gilt zu beachten, dass ein Suite101-Artikel nicht den Rat eines Experten - beispielsweise eines Arztes - ersetzen kann.

Bildnachweis: © Dieter Schütz / pixelio.de

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