Am Donnerstag, den 12. Juli 2012, wird um 17.00 Uhr die Ausstellung „Im Grenzland zwischen Preußen und Sachsen – Lübben im Würgegriff Friedrichs des Großen“ im Wappensaal des Stadt- und Regionalmuseum Lübben eröffnet.

Mit dieser Schau will das Stadt- und Regionalmuseum Lübben aufzeigen, welche Auswirkungen die Politik des preußischen Königs Friedrich II. auf die damals zu Sachsen gehörende Niederlausitz hatte. Dahin führen Fragen. Wie sah der Alltag unter preußischer Besatzung aus? Wie lebte es sich in einer ausgesprochenen Grenzregion? Welchen Gefahren und Entbehrungen war die Bevölkerung durch die durchziehenden Soldaten ausgesetzt? Und dann gehr die Ausstellung den historischen Vorbildern von Lessings Komödie „Minna von Barnhelm“ nach.

Die Ausstellung

Alle Aspekte der Ausstellung werden anhand von Dokumenten und Objekten aus dem Museumsbestand sowie von zahlreichen Leihgebern zur Verfügung gestellten Exponaten anschaulich illustriert und inszeniert.

Die Ausstellung präsentiert einige neue Forschungsergebnisse. So ist im ersten Raum zu erkennen, wie der historische Grenzverlauf zwischen Preußen und Sachsen noch fast 200 Jahre nach der Übergabe der Niederlausitz an Preußen in der Landschaft in und um Lübben erkennbar ist. Dazu ist eine historische Karte mit aktuellen Forstkarten kombiniert worden.

Zu den wissenschaftlichen Entdeckungen der Ausstellung gehört ein sächsisches Flugblatt mit dem Namen „Musikalisches Konzert“. Das ist eine Parodie auf den Siebenjährigen Krieg. Die europäischen Herrscher greifen reihum zu Instrumenten, die sie aber mehr schlecht als recht beherrschen. Das Geigenspiel des sächsischen Kurfürsten scheitert an dem mit Talk verschmierten Bogen. Nur Friedrich der Große kann auf der Orgel alle Register ziehen. Dieses Zeitdokument überdauerte zwischen amtlichen Dokumenten zum Kriegsgeschehen viele Jahre im Archiv. Das der Forschung bislang nicht bekannte Flugblatt ist als Kopie in der Ausstellung zu sehen.

Der Hintergrund zu dieser Ausstellung

Zu Zeiten Friedrichs des Großen gehörte die Niederlausitz zu Sachsen. Die Stadt Lübben war der Verwaltungssitz der Region mit Spreewald und Heidelandschaft. Es hätte eine friedliche Zeit für Lübben sein können. Doch da war die Nähe zur Grenze nach Brandenburg. 1756 marschierte Friedrich mit seinen Truppen im Siebenjährigen Krieg in Lübben ein. Für die Lübbener begann eine Zeit der Entbehrungen:

Während des Siebenjährigen Krieges hielt der preußische König die Niederlausitz besetzt. Sie war das Rückzugsgebiet und Winterquartier für seine Truppen. Und musste die für seine Kriegszüge in Schlesien und Böhmen mit Nahrung versorgen. So sagte 1759 Friedrich II. „Da Ostpreußen und meine rheinischen Besitzungen bei weitem nicht soviel wert sind wie Sachsen, so kann man uns die Niederlausitz lassen.“

Erst 1815, lange nach seinem Tod, erfüllte sich dieser Wunsch von Friedrich II. Denn auf dem Wiener Kongress musste Sachsen neben vielen weiteren Gebieten die Niederlausitz an Preußen abtreten.

Ort und Zeit

Stadt- und Regionalmuseum Lübben, Ernst-von-Houwald-Damm 14, D-15907 Lübben (Spreewald), Fon +49 (0)3546 187478, Mail kardel@tks-luebben.de

Eröffnung am 12.07.2012 um 17.00 Uhr im Wappensaal

Laufzeit vom 13. Juli 2012 bis zum 14. Oktober 2012

Quellen

Kulturland Brandenburg und Stadt- und Regionalmuseum Lübben