
- Kronprinzessin Luise von Preußen - SPSG
Das Luisenjahr der Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) steuert auf seinen Höhepunkt zu. „Luise. Die Kleider der Königin“ heißt die Ausstellung im Schloss Paretz, die am 31. Juli 2010 ihre Pforten öffnet. Und die zeigt die preußische Königin Luise von ihrer optisch besten Seite.
Mode und Schmuck am preußischen Hof um 1800
In dieser Ausstellung wird die Garderobe der modebewussten Königin Luise (1776–1810), der Gemahlin des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III, vorgestellt. Die Palette reicht von prachtvollen Tages- und Abendkleidern über sportliche Reitkostüme, seidene Hüte und bunte Kaschmirschals bis zur Kinnbinde und kostbaren Schmuckstücken aus dem Besitz der Königin. So entsteht ein Bild zur Mode der Zeit.
Erstmalig ausgewertete Quellen, darunter das Mitgift- und das Nachlassinventar Luises, belegen die große Leidenschaft der Königin für die Mode. So bescheiden sie und ihr Gatte sonst auch lebten: die preußische Herrscherin war stets bestens über die aktuellen Modetrends informiert. Und ihr stand stets eine gut gefüllte Schatulle zur Verfügung, um Aufträge an Schneider, Hut-, Schuh- und Handschuhmacher zu erteilen. Dazu wurde damals mit Geschenken Politik gemacht. Da gab es dann schon mal wertvollen Zobel vom russischen Zaren oder ein pompöses Ballkleid von Napoleon.
Der Bogen von 1800 bis heute
Heute sind Fragen der Mode und der Kosmetik allgegenwärtig. Der Medienmarkt wird von diesen Themen geradezu geprägt. Die Werbung tut ein Übriges, um dieses Thema stets von neuem mit Aktualität zu füllen.
Um 1800 kommt einer Königin Luise in Modefragen eine Leitbildfunktion für die gehobene Gesellschaft zu. Dank ihrer Schönheit und Jugend hat sie mit ihrer äußeren Erscheinung als Vorbild gewirkt. Künstler haben diese Rolle in vielen Porträts festgehalten und verbreitet.
Königin Luise repräsentierte die modebewusste Schönheit ihrer Epoche. Der russische Zar Alexander und Napoleon Bonaparte huldigten ihrer Grazie. Einen Bogen zur heutigen Zeit schlägt der gern angeführte Vergleich zur Lady Di, die als Modevorbild und Schönheitsideal nach ihrem frühen Tod in Erinnerung gehalten wird.
In der Ausstellung wird die Rolle der „Schönheitskönigin" Luise nicht nur anhand der originalen Kleider und Accessoires dargestellt. Es sind für diese Schau zahlreiche neue und erstmalig ausgewertete Quellen herangezogen worden. Von Hand geschriebene Listen, die zu Inventarbüchern gebunden sind, verzeichnen akribisch sämtliche Kleider, Roben, Pelze, Chemisen und Hüte der Kronprinzessin und Königin. Erhalten sind das Aussteuerinventar von 1793 und das Nachlassinventar von 1810. Dazu das Schatullbuch der Reise Luises nach Bad Pyrmont und die Rechnungen französischer Lieferanten von Luxusgegenständen.
Der Ort Paretz gibt dieser Ausstellung zusätzlichen Reiz. Sie findet in den königlichen Wohnräumen in Schloss Paretz statt. An diesem Originalschauplatz ist eine besondere Faszination der Königin Luises erlebbar.
Der Katalog zur Ausstellung
Der Katalog zu dieser Ausstellung beschäftigt sich mit der Mode als einem flüchtigen Phänomen. Und der Tatsache, dass gerade durch diese schnelle Wandlung die Mode ein hervorragender historischer Zeitmesser ist. An der Mode lässt sich der Wandel des Geschmacks ablesen. Aber die Mode berichtet auch über den Geist einer Epoche. Das ist gerade im Fall der Königin Luise von Bedeutung. Denn schon bald nach ihrem Tod wandelt sich mit der Restauration nach den Befreiungskriegen die Mode vom freieren Empire und Klassizismus hin zum strengen Biedermeier.
„Luise. Die Kleider der Königin.", 278 Seiten, 63 Farbtafeln, 256 farbige und 24 schwarz-weiße Abbildungen, 22 x 27 cm gebunden, Hirmer Verlag München 2010, ISBN: 978-3-7774-2381-4, 34,90 Euro in Deutschland, 56,90 SFR in der Schweiz
In der Ausstellung ist der Katalog für 29,90 Euro erhältlich.
Ort und Zeit der Ausstellung
„Luise. Die Kleider der Königin“ im Schloss Paretz läuft vom 31. Juli 2010 bis zum 31. Oktober 2010. Geöffnet ist täglich außer Montag von 10–18 Uhr. Der letzte Einlass ist um 17:30 Uhr.
Der Eintritt kostet für Schloss und Schlossremise mit dem Galawagen der Luise 7 Euro.
Anschrift: Schloss Paretz, Parkring 1, D-14669 Ketzin, Fon +49 (0) 33233-736
Mehr Information bietet der Internetauftritt der SPSG.
Bilder:
- SPSG, Eigentum des Hauses Hohenzollern, SKH Georg Friedrich Prinz von Preußen
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- SPSG . Michael Lüder
- Harald Rossa
