Das Bauhaus gehörte zu den Institutionen, die der Kunst, dem Design und der Architektur zwischen 1920 und 1933 viele Impulse gab und die klassische Moderne mit gestaltete. Nach den teilweise sehr erfolgreichen Ausstellungen zum 90. Geburtstages des Bauhauses in Weimar, Jena und Apolda folgt nun eine große Ausstellung zu diesem Anlass in Berlin.

Zum ersten Mal präsentieren die drei deutschen Institutionen, die das Erbe des Bauhauses bewahren, gemeinsam in Berlin eine umfassende Schau über das Bauhaus und sein Schaffen unter dem Titel „Modell Bauhaus“. Im Berliner Martin-Gropius-Bau werden 2009 zahlreiche bekannte und etliche kaum bekannte Exponate zum Schaffen der Künstler am Bauhaus präsentiert. Diese Ausstellung wird ein Höhepunkt im Berliner Kultursommer 2009.

Die Ausstellung im Martin-Gropius-Bau

Die Ausstellung „Modell Bauhaus“ erzählt die Geschichte des Bauhauses durch eine umfassende Präsentation der Arbeiten seiner Meister und Schüler. Dabei werden die wichtigsten an der Schule behandelten Themen und Methoden aufgegriffen. Der interdisziplinäre und experimentelle Unterricht, das an der Praxis orientierte Werkstättenkonzept, die Bearbeitung sozialer Fragestellungen, die Anwendung einer zeitlosen Ästhetik sowie die Erprobung neuer Verfahren und Materialien in Architektur und Design waren Anliegen der Schule, die allerdings sich über die Zeit entwickelten. Die Ausstellung will die beachtliche Bedeutung des Bauhauses für die Entwicklung und Internationalisierung der Moderne belegen und zeigt darauf aufbauend die weltweite und bis heute andauernde Wirkung der Bauhauskünstler auf Architektur und Design.

Frühere Ausstellungen das Bauhaus folgten meist der Gliederung seiner Werkstätten. „Modell Bauhaus“ wählte eine entwicklungsgeschichtliche Perspektive. Die aus den drei Bauhaus-Institutionen stammenden Kuratoren versuchen die Fragen nach der Rezeption des Bauhauses, seiner weiteren Wirkung nach der Auflösung sowie seiner heutigen Bedeutung zu erhellen.

Die Geschichte des Bauhauses wird in den 18 Galerieräumen des Erdgeschosses im Martin-Gropius-Bau präsentiert. Der Lichthof ist der Gegenwärtigkeit des Bauhauses heute gewidmet. Die Ausstellungsarchitekten chezweitz & roseapple lehnten sich bei der Gestaltung der Ausstellung an Johannes Ittens Farbkreis an. Sie ordnen den Entwicklungsstufen des Bauhauses jeweils eine Farbstufe von Itten zu.

Besondere Höhepunkte unter den Exponaten sind frühe Arbeiten der Bauhaus-Meister. Sie sollen deutlich machen, warum Lyonel Feininger, Paul Klee, Wassily Kandinsky u. a. als Meister an diese Schule berufen wurden.

Etliche Werke von Meistern und Schülern, die diese während ihrer Zeit am Bauhaus schufen, führen die rasante kreative Entwicklung der Schule vom Expressionismus hin zur neuen Sachlichkeit vor Augen. Hier ist u. a. die „Gropius-Mappe“ zu sehen, die dem Direktor Walter Gropius 1924 zum Geburtstag überreicht wurde. Der 80 Jahre lang verschollene „Afrikanische Stuhl“, den Marcel Breuer und die Gunta Stölzl 1921 entwarfen und bauten, passt so gar nicht in das Bild der Bauhausmöbel aus Stahlrohr, die Breuer später schuf. Johannes Ittens ist mit einer Nachbildung seines vier Meter hohen „Turm des Feuers“ von 1920 vertreten. Andere wenig bekannte Arbeiten aus den Werkstätten sollen beispielhaft die Breite des Schaffens verdeutlichen. Dazu gehören der „Entwurf einer sozialistischen Stadt“ von Reinhold Rossig und das „Bauhauskleid“ von Lis Vogler.

Der Katalog zur Ausstellung

Ein ungewöhnlich gemachter, aber sehr empfehlenswerter Katalog "Modell Bauhaus" ist in Deutsch und Englisch verfügbar.

Die Daten zur Ausstellung

Modell Bauhaus

Ausstellung der drei deutschen Bauhaus-Institutionen Bauhaus-Archiv Berlin, Museum für Gestaltung, Stiftung Bauhaus Dessau und Klassik Stiftung Weimar in Kooperation mit dem Museum of Modern Art in New York, dass diese Ausstellung ab dem 8. November 2009 zeigt.

Öffnungszeiten

Vom 22. Juli 2009 bis 4. Oktober 2009 täglich von 10 bis 20 Uhr

Eintrittspreise

Regulär € 10, Ermäßigt € 8, Kinder bis zur Vollendung des 16. Lebensjahres haben freien Eintritt.

Anfahrt

Parkplätze im Umkreis des Martin-Gropius-Baus sind knapp und fast immer gebührenpflichtig.

Mit U-Bahn, S-Bahn und Regionalzügen ist der nahe gelegene Bahnhof Potsdamer Platz bequem zu erreichen. Vor dort sind es nur wenige Minuten Fußweg zum Martin-Gropius-Bau.

Anschrift

Martin-Gropius-Bau, Niederkirchnerstraße 7, D-10963 Berlin