Autismus und Ernährung

Autismus ist eine Störung in der Entwicklung des Kindes. Sie ist nicht nahrungsbedingt, kann aber mit einer individuellen Ernährungsweise beeinflusst werden

Autismus ist eine in den ersten drei Lebensjahren deutlich werdende Entwicklungsstörung. Durch die Erkrankung ist ein Kind nicht in der Lage, Beziehungen zu anderen Menschen zu entwickeln oder sich mitzuteilen. Seine Innenwelt spielt eine sehr große Rolle und wird zum Rückzugsort.Oft ist im Allgemeinen die Entwicklung der Sprache gestört und auch ein bereits vorhandenes Sprachvermögen kann wieder verloren gehen. Autismus kann sich in sehr unterschiedlichen Formen und Ausprägungen äußern.

Zusammenhang zwischen Ernährung und Autismus

Aus wissenschaftlicher Sicht gibt es keine Erklärungsansätze zur Krankheitsentstehung, die mit der Ernährungsweise in Verbindung gebracht werden können. Auch eine spezielle Diät - welcher Art auch immer - kann nicht zur Behandlung und Heilung von Autismus beitragen.

Generell kann man sagen, dass autistische Personen nur in wenigen Fällen einen schlechten Ernährungszustand aufweisen, hier also ebenso keinerlei Auffälligkeiten oder Zusammenhänge bestehen.

Häufig kommt es allerdings vor, dass Autisten Vorlieben für bestimmte Nahrungsmittel entwickeln. Diese Vorlieben sind zum Teil sehr absonderlich, jedoch meist - bei Kindern wie bei Erwachsenen - nur vorübergehend.

Positiv und negativ wirkende Lebensmittel bei Autismus

Derzeit geht man davon aus, dass angeborene Stoffwechselstörungen oder auch Umweltfaktoren an der Entwicklung eines Autismus beteiligt sind. Daher können mögliche Nährstoffdefizite durch eine entsprechende Zufuhr behoben werden. Ist der Körper eines Kindes aber durch ein Übermaß an schädlichen Substanzen zum Beispiel aus der Umwelt zu sehr belastet, können spezielle Ernährungsformen gesundheitsfördernd wirken. Hier wird häufig die gluten- und caseinfreie Diät diskutiert. Sie wird als Behandlungsform bei autistischen Störungen, Schizophrenie und Aufmerksamkeitsdefizit eingesetzt.Im Wesentlichen geht es bei der gluten- und caseinfreien Diät darum, die glutenhaltigen Getreidesorten aber auch Milch und Milchprodukte vom Speiseplan zu streichen. Damit dieser dadurch nicht allzu eingeschränkt ist, bieten sich einzelne Getreide/Pseudogetreidesorten wie

an und als Milchersatzprodukte können zumindest

  • Soja- oder
  • Reismilch

verwendet werden. Eine Studie zur gluten- und caseinfreien Diät bei autistischen Kindern erbrachte zwar die erwünschten Ergebnisse - nachhaltige Verbesserung der Symptome des Autismus - dennoch sind weitere Untersuchungen notwendig, um genauere Aussagen zu ihrer Wirkung zu machen und sie als effektive Behandlungsmethode einsetzen zu können.

Weiterhin gibt es Hinweise darauf, dass hohe Dosen des Vitamins B6 das Verhalten autistischer Kinder positiv beeinflussen kann.

Geeignete Ernährungsweise für Autismus-Patienten

Generell scheint eine ausgewogene Ernährungsweise, die den Körper mit allen wichtigen Nährstoffen in ausreichendem Maß versorgt, die beste Ernährungsweise für Autismus-Patienten zu sein. Unter Berücksichtigung individueller Vorlieben und bei abwechslungsreiche Gestaltung des Speiseplans kann die Ernährung einen wichtigen Beitrag zur körperliche Stabilität und zur Gesunderhaltung leisten. Wie oben beschrieben kann auch das weitgehende Meiden von Gluten und Casein zur Verbesserung der Symptome beitragen.

Tipps und Tricks

Sehen sie von Ernährungsexperimenten ab, solange diese nicht durch Fachmediziner betreut werden.

Wenn Sie vermuten, dass ein bestimmtes Nahrungsmittel ihr Kind völlig aus dem Gleichgewicht bringt, kann es helfen, zunächst ein Tagebuch über das auftretende Verhalten zu führen und bei begründetem Verdacht eben dieses Lebensmittel für etwa einen Monat konsequent zu meiden. Allerdings sollten Sie damit rechnen, dass das Weglassen bestimmter Speisen das negative Verhalten des Betroffenen auch verstärken kann.

Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel generell fachlichen Rat - zum Beispiel den eines Arztes - nicht ersetzen kann!

Literatur:

Biesalski HK: Nahrung, die schadet, Nahrung, die heilt. Verlag das Beste (Stuttgart 1997)

Koula-Jenik H, Kraft M, Miko M, Schulz RJ (Hrsg.): Leitfaden Ernährungsmedizin

Whiteley P, Haracopos D et al.: The Scanbrit randomised, controlled single-blind study of a gluten- and caseinfree dietary intervention for children with autism spectrum disorders. Nutritional Neuroscience 13 2 (2010) 87-100

Cindy Maréchal, privat

Cindy Maréchal - Kurzvita 1998-2002 Studium der Haushalts- und Ernährungswirtschaft (Schwerpunkt Ausbildung und Beratung) an der Fachhochschule ...

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