Auto verbraucht nur drei Liter

Durch korrekte Fahrweise lässt sich viel Sprit sparen

Die Preise an den Tankstellen sind explodiert. Hilft es, sein Fahrverhalten zu ändern? Ja, wie Dietmar Menke beweist - er schafft die 100 Kilometer mit drei Litern.

„Sollen wir eine Runde drehen?" Dietmar Menke hält den Schlüssel für seinen 90-PS-Golf bereits in der Hand. Mit Elan setzt er sich ans Steuer, stellt die Anzeige für den Spritverbrauch auf Null. Los geht's. „Das ist wie Busfahren. Man ist nicht so gehetzt", erklärt er seine Fahrtechnik. Auf seiner „Zuckerstrecke" verbraucht der Vierer-Golf dann nur 2,6 Liter - nichts ist am Motor getunt, nichts ist verändert.

Wenn Menke ans Spritsparen denkt, dann werden Berge „unerbittlich", der Luftwiderstand zum „Hauptgegner". Es ist ein ewiger Kampf mit der Verbrauchsanzeige. Doch der Endpunkt scheint erreicht. Weniger als 3,2 Liter im „Normalbetrieb" sind nicht mehr drin. Der gelernte Landschaftsgärtner würde gern weiter gehen, seinen Wagen ökologisch mit neuen Reifen, kleinerer Antenne, aerodynamischem Außenspiegel „tunen". Doch das Angebot ist begrenzt. Zudem machen ihm Gesetze einen Strich durch die Rechnung.

Ökologische Fahrweise

Der Wagen gleitet durch die Kurven, Bremsen und dann wieder Beschleunigen weiß Menke geschickt zu verhindern. Er kennt die Strecke, kuppelt nach Kuppen aus, nimmt im Tal den Schwung mit, ist bei 50 km/h bereits im fünften Gang. Keine ganz leichte, aber eine originelle Technik. Bei 70 km/h ist Schluss. „Wenn ich jemanden aufhalte, dann gebe ich selbstverständlich auch Gas", beteuert er. „Aber wenn ich um 7.30 Uhr nach Korbach unterwegs bin, dann kann ich wegen des Verkehrs sowieso nicht schnell fahren", schiebt er noch hinterher.

„Ich denke schon immer ökologisch. Aber Wollsocken habe ich nie getragen." Vor zehn Jahren fuhr er einen Daihatsu, erreichte schon damals einen Verbrauch von unter vier Litern. Von seinem Audi A2 war er nicht angetan: „Der hat die versprochenen 3,2 Liter nicht erreicht", zeigt er sich enttäuscht. Doch Menke ist keiner, der nicht nachhakt. Er fragte bei Audi und anderen Werkstätten an, keiner konnte ihm Antworten liefern. „Ich würde auf Höchstleistung für das Drehmoment verzichten, aber das ist nicht möglich", berichtet Menke.

Tipps zum Sprit sparenden Autofahren

Die Probefahrt endet. 3,4 Liter Verbrauch zeigt der Computer an, Menke ist leicht konsterniert. „Ich war ein wenig unkonzentriert", ärgert er sich. Unter vier Litern sei man schnell, ab dann werde es schwierig. Menke ist freizeitmäßig vom Fach, studierte schon das „Strömungsverhalten im Ansaugstutzen". Gerade deswegen ist er sich sicher: „Die Antwort für die Probleme liegt im Verzicht." Verzichten tut er hingegen in seinem Heim auf nichts. Umgerüstet auf Ökologie und Ökonomie ist es allerdings schon: Holzpellet-Heizung, Solaranlage, alles vorhanden.

Menkes Tipps: Bergauf nicht beschleunigen, 70 km/h außerorts reichen, mit der Topographie fahren, Luftdruck: 3 bar.

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