Autobahnen auf Essener Stadtgebiet

A40, A42 und A52 als Schnellverbindungen im Ruhrgebiet und Rheinland

Essener Innenstadttunnel der A40 - Frank Koch, Pixelio
Essener Innenstadttunnel der A40 - Frank Koch, Pixelio
Das Essener Stadtgebiet wird von drei Autobahnen tangiert: A40, A42 und A52. Insbesondere bei der A40 handelt es sich um eine reine Stadtautobahn.

Die A40 dient als Verbindung zwischen Venlo in den Niederlanden, Niederrhein und Ruhrgebiet. Im Ruhrgebiet verläuft die A40 durch die Städte Moers, Duisburg, Mülheim an der Ruhr, Essen, Gelsenkirchen, Bochum und Dortmund. Am Ende mündet sie in die B1 in Dortmund. Sie verläuft von westlicher in östlicher Richtung.

Auf Essener Stadtgebiet befinden sich die Abfahrten Frohnhausen, Holsterhausen, Zentrum, Huttrop, Autobahndreieck Essen-Ost sowie Kray/Steele. Die Anschlussstellen Mülheim-Heimaterde (Rhein-Ruhr-Zentrum) und Gelsenkirchen sind jedoch nur einen Steinwurf von der Essener Stadtgrenze entfernt.

Die A40 und ihre Geschichte

Bis weit in die 1980er Jahre hinein trug der Ruhrschnellweg, wie die A40 auch genannt wird, die Bezeichnung A430, bevor diese den meist verbreiteten zweistelligen Autobahnnummern angeglichen wurde. Berufspendler, die aufgrund ihres Arbeitsweges gezwungen sind, die A40 täglich zu nutzen, bezeichnen sie auch spöttisch als Ruhrschleichweg, da kilometerlange Staus insbesondere auf einigen Streckenabschnitten der Regelfall sind.

Gegen Ende der 1990er Jahre wurden einige Abfahrten auf Essener Stadtgebiet umbenannt. Die Abfahrt Hobeisenbrücke heißt seitdem E-Holsterhausen/-Altendorf, die Anschlussstelle Essen-Steeler Straße erhielt die Bezeichnung Essen-Huttrop.

Als Besonderheit des Ruhrschnellwegs ist zu nennen, dass zumindest teilweise öffentliche Verkehrsmittel in der Mitte der Autobahn fahren, Zwischen Mülheim-Heißen und Essen-Zentrum fährt die U-Bahnlinie 18, die zwischen Mülheim Hauptbahnhof und Essen-Berliner Platz pendelt. Zwischen den Abfahrten Huttrop und Kray fahren Spurbusse.

Bauliche Veränderungen am Ruhrschnellweg

Da gerade entlang des Ruhrschnellwegs die Wohnhäuser sehr nahe an der Autobahn stehen, wurde auf einigen Streckenabschnitten, insbesondere zwischen Frohnhausen und Essen-Zentrum, Flüsterasphalt verlegt, der den Verkehrslärm zumindest etwas abdämpfen soll. Hinzu kommen Lärmschutzmauern und -wände.

Im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres 2010 wurden die Lärmschutzwände und Brückenverkleidungen zwischen den Anschlussstellen Frohnhausen und Holsterhausen in Anlehnung an Helmut Rahns legendäres Tor im WM-Endspiel zwischen Deutschland und Ungarn im Jahr 1954 gestaltet. Helmut Rahn hat bis zu seinem Tod in Frohnhausen auf der Kerckhoffstraße gelebt, die etwa einen Kilometer von der A40 entfernt liegt.

Die Stadtplaner versprechen sich gleichzeitig von der farbenfrohen Gestaltung, dass Verkehrsteilnehmer auch bei Stau oder bei längeren Nachtfahrten nach wie vor aufmerksam bleiben und nicht beispielsweise in den Sekundenschlaf verfallen.

Die A52 als Verbindung zwischen Essen-Ost und Düsseldorf

Am Autobahndreieck Essen-Ost besteht die Möglichkeit, von der A52 auf die A40 Richtung Bochum zu wechseln beziehungsweise von der A40 auf die A52 Richtung Düsseldorf. Gerade die Anschlussstellen Autobahndreieck Essen-Ost und Essen-Frillendorf liegen sehr dicht beieinander und machen bei hohem Verkehrsaufkommen mindestens einen Spurwechsel erforderlich, sodass dort ein Stau- und Unfallschwerpunkt liegt.

Auf Essener Stadtgebiet befinden sich die Abfahrten Kettwig, Haarzopf, Rüttenscheid, Süd, Bergerhausen und Autobahndreieck Essen-Ost. Da insbesondere in den Stadtteilen Rüttenscheid, Huttrop und Bergerhausen Wohnhäuser in Autobahnnähe stehen - wenn auch nicht so nah wie an der A40 - gilt aus Lärmschutzgründen auf dem Streckenabschnitt zwischen Haarzopf und Bergerhausen zwischen 22 Uhr und 6 Uhr ein Tempolimit von 80 km/h.

Zwischen Essen-Kettwig und Mülheim beziehungsweise dem Autobahnkreuz Breitscheid (A3) verläuft die Ruhrtalbrücke, auch Mintarder Brücke genannt. Diese Brücke überquert das Mülheimer Ruhrtal. Landschaftlich gesehen handelt es sich hierbei um einen der schönsten Streckenabschnitte. Bei Kettwig liegt der Flughafen Essen-Mülheim, sodass Autofahrer gerade in der warmen Jahreszeit Starts und Landungen von Zeppelinen, Sport- und Segelflugzeugen sowie Heißluftballons beobachten können.

Die A42 im Essener Norden

Auf Essener Stadtgebiet liegen nur zwei Abfahrten des Emscherschnellwegs, wie die A42 auch genannt wird: Autobahnkreuz Essen-Nord und E-Altenessen/-Karnap. Am Autobahnkreuz Essen-Nord besteht die Möglichkeit, auf die B224 Richtung Dorsten beziehungsweise Remscheid/Solingen zu wechseln. Die Abfahrten Bottrop-Süd und Gelsenkirchen-Heßler liegen jedoch nur einen knappen Kilometer von der Essener Stadtgrenze entfernt.

Die A42 verläuft zwischen Kamp-Lintfort am Niederrhein und Dortmund-Bodelschwingh im nordöstlichen Ruhrgebiet, wo ein Wechsel auf die A45 (Sauerlandlinie) Richtung Frankfurt am Main möglich ist.

Entlang des Emscherschnellwegs sind verschiedene Industrieanlagen und -denkmäler zu sehen: das Tetraeder in Bottrop, der Essener Stadthafen und das Müllheizkraftwerk Essen-Karnap.

Geplant: Verbindung von A52 und B224

Bereits seit Jahren planen Kommunalpolitiker und Stadtplaner, die A52 vom Autobahndreieck Essen-Ost bis zur B224 in Vogelheim, knapp unterhalb des Autobahnkreuzes Essen-Nord, zu verlängern. Entsprechende Streckenplanungen sind bereits in der 14. Auflage des Falk Stadtatlas Rhein-Ruhr verzeichnet. Bislang liegt das Vorhaben jedoch auf Eis aufgrund von Protesten von Naturschützern und Anwohnern der nördlichen Stadtteile, die ohnehin durch Hauptverkehrsadern wie die Altenessener Straße, Gladbecker Straße (B224) und A42 bei gleichzeitiger dichter Besiedlung einer hohen Belastung durch Verkehrslärm und Feinstaub ausgesetzt sind. Beispielsweise ist laut Falk Stadtatlas geplant, einen Teil der Verlängerung der A52 mitten durch den Helenenpark, eine große Grünfläche auf der Grenze zwischen Altenessen-Süd und Stoppenberg, zu verlegen. Teile der Neubaustrecke sollen zwar unterirdisch verlaufen, doch durch die notwendig werdenden Bauarbeiten käme es gerade im Essener Norden zu massiven Belästigungen und Verkehrsbehinderungen.

Alexandra Döll, Autorin, Marina Hong, Düsseldorf

Alexandra Döll - Persönliche Daten: geboren 1974 in Essen, wohnhaft ebendaFamilienstand: ledig, keine KinderAbitur 1993, anschließend ...

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