Wer sich damit befasst kleine autobiografische Episoden oder gar eine komplette Autobiografie zu schreiben kennt es vielleicht: Es sind nur bruchstückhafte, wenig detailreiche Erinnerungen da, die nicht ausreichen, um die ganze Geschichte aufzuschreiben. Was hilft dann – wie kommen sie wieder heran an die Erinnerung?
Kreativtechniken helfen beim Erinnern
Verschiedene Kreativtechniken, wie die Cluster-Methode oder auch das Mindmapping können die Erinnerungen anregen. Ebenso hilfreich ist es, einfach mit dem Text zu beginnen. Während des Schreibens tauchen oft detailreiche Bilder aus der Vergangenheit auf, die geradezu darauf warten, auf Papier verewigt zu werden.
Mit welchen Hilfsmitteln geschrieben wird, hat ebenfalls einen Einfluss auf die Erinnerung. Menschen, die das 10-Finger-System – also das Blindschreiben am PC – beherrschen, greifen gerne auf die EDV-Unterstützung zurück. Es ist aber durchaus sinnvoll, sich das Vergnügen einer handschriftlichen Aufzeichnung zu gönnen. Die Langsamkeit und Ruhe, die vom handschriftlichen Verfassen von Texten ausgeht, lässt auch längst vergessene Momente wieder aus dem Strom der Zeit auftauchen.
Erinnern mit allen Sinnen und Emotionen
Sinnliches Erleben erleichtert das Erinnern. Sicher kennen Sie das: Ein bestimmter Duft zieht an ihnen vorbei und sofort sind die Bilder aus der Kindheit wieder da. Sie sehen sich selbst in Großmutters Küche beim Backen. Oder sie hören ein altes Lied und erinnern sich sofort und detailreich an ihre erste große Liebe. Ein Geschmack bringt Erinnerungen an einen lang vergessenen Urlaub wieder.
Wenn sie versuchen sich zu erinnern, dann erinnern sie sich an Gefühle. Wann waren sie zum ersten Mal richtig wütend, bei welcher Gelegenheit rundum glücklich? Das Fühlen wird ihnen die dazugehörigen Erlebnisse in aller Ausführlichkeit wieder in Erinnerung bringen.
Regen sie ihre Erinnerungen dadurch an, dass sie sich Gedanken über bestimmte Körperteile machen. Ja – sie lesen richtig. Konzentrieren sie sich beispielsweise auf ihre Füße und überlegen, wohin diese Füße sie schon gebracht haben, wann liefen sie leicht und beschwingt, wann bewältigten sie beschwerliche Wegstrecken. Oder ihre Hände: Was haben diese Hände schon geformt, was haben sie berührt, wo haben sie tröstend gestreichelt usw.
Erinnerungsstücke lassen Episoden der Vergangenheit lebendig werden
Ganz klassisch dienen Dinge der Erinnerung. Schauen sie sich in ihrer Wohnung um. Wer hat ihnen die Vase dort hinten geschenkt, in welchem Jahr haben sie die Engelchen-Figur bekommen, bei welchem Fest wurde ihnen die Obstschüssel überreicht oder in welcher Galerie und zu welcher Zeit haben sie das Bild über dem Sofa erstanden?
Sie werden staunen, wie plötzlich eine Flut von Erinnerungen an die Oberfläche kommt. Wenn sie dann gar nicht wissen, wie sie all das so schnell aufschreiben sollen, sammeln sie erst einmal Stichworte oder nutzen ein Diktiergerät. Auch Biografen helfen ihnen, die Erlebnisse aufs Papier zu bringen.
