Die WHO hat bereits vor längerer Zeit davor gewarnt, dass Erkrankungen, bedingt durch den tagtäglichen Stress, massiv im Vormarsch sind. Diese Krankheiten können sehr unterschiedlich sein. Vor allem das Herz- Kreislauf-System reagiert empfindlich auf zu lang anhaltenden negativen Stress.
Eustress und Distress
Es werden zwei Arten von Stress unterschieden. Als Eustress wird jeder positive Stress bezeichnet, wie beispielsweise die Freude auf ein bevorstehendes Ereignis. Der Distress jedoch ist jede Art von negativem Stress im beruflichen und privaten Bereich. Überforderung, Zeitdruck, möglicher Arbeitsplatzverlust, Mobbing etc.. Dies alles kann negativen Stress bedeuten.
Unser Körper ist durchaus sehr belastbar. Jedoch wirkt sich chronische Überbelastung unweigerlich auf die Gesundheit aus. Herz-Kreislauf-Erkrankungen nehmen massiv zu und stellen mittlerweile weltweit die Todesursache Nummer eins dar.
Rechtzeitige Vorbeugung gegen Stress
Wir alle sind täglich Stressmomenten ausgesetzt. Um so wichtiger erscheint es daher, für Ausgleich und innere Balance zu sorgen. Autogenes Training ist eine Methode, um mit Körper, Geist und Seele wieder in Einklang zu kommen. Es ist eine konzentrative Selbstentspannung, welche in den 1920er Jahren von dem Psychiater Johannes Heinrich Schultz entwickelt wurde.
Vorbereitung zum Autogenen Training
Um Autogenes Training durchzuführen, werden keine besonderen Materialien benötigt. Eine ruhige Umgebung und Zeit sind die einzigen erforderlichen Dinge. Falls mehrere Personen im gleichen Haushalt leben, teilen Sie ihnen mit, dass Sie nun für die Dauer des Trainings nicht gestört werden möchten. Ziehen Sie sich in einen ruhigen Bereich zurück. Sie können Autogenes Training im Sitzen oder im Liegen erlernen. Haben Sie Geduld, es benötigt einige Zeit der Übung, bis sich die Wirkung zu entfalten beginnt.
Durchführung im Liegen
Legen Sie sich auf den Rücken. Die Beine liegen ausgestreckt nebeneinander, die Arme beidseits neben dem Körper, der Kopf ist gut abgestützt. Schließen Sie die Augen und konzentrieren Sie sich auf ihren Atemrhythmus ohne diesen zu beeinflussen. Ist er schnell oder langsam? Schließen Sie die Augen und beginnen Sie mit der Bauchatmung. Atmen Sie ruhig ein und aus. Dabei hebt sich die Bauchdecke leicht. warten Sie, bis sie sich etwas beruhigt haben.
Ruhe, Schwere, Wärme
- "Ich bin ganz ruhig"
Stellen Sie sich diesen Satz immer wieder vor. Nach einiger Zeit der Übung kann dieser Satz auf das einzige Wort "Ruhe" reduziert werden.
Wirkung dieser Übung:
Die Atmung beruhigt sich, allgemeine Beruhigung
- "Mein rechter Arm ist ganz schwer"
Um sich an das Autogene Training zu gewöhnen, ist es effektiver, sich vorerst auf einen Teil des Körpers zu konzentrieren. Stellen Sie sich auch diesen Satz vor und wiederholen Sie ihn immer wieder. Nach einiger Zeit des Übens kann der Satz verändert werden in "Mein Körper ist ganz schwer" und später in "Schwere".
Wirkung dieser Übung:
Vermehrte Durchblutung der Muskulatur, Lösung von Verspannungen durch ein gewisses Erschlaffen der Muskulatur
- "Mein rechter Arm ist ganz warm"
Gehen Sie genauso wie bei der Schwere-Übung vor. Dieser Satz kann nach einiger Zeit des Übens auch verändert und schließlich reduziert werden. "Mein Körper ist ganz warm" und "Wärme".
Wirkung dieser Übung:
Gute Durchblutung des gesamten Körpers.
Jede dieser Übungen sollte für drei bis fünf Minuten durchgeführt werden. Es dauert etwa sechs bis zehn Wochen, bis sich die optimale Wirkung entfaltet, doch diese Zeit ist sinnvoll investiert.
Ende des Trainings: Das Zurücknehmen
Sofern Sie das Autogene Training nicht vor dem Einschlafen, sondern tagsüber vornehmen, ist das Zurücknehmen ein wichtiger Abschluss, um wieder wach und aktiv in den Tag zurückzukehren.
- Durchführung:
- Recken und strecken Sie sich. Ballen Sie ihre Hände zu Fäusten
- Atmen sie tief ein und aus
- Öffnen sie die Augen und stehen sie langsam wieder auf
