Autoimmun-Krankheit Hashimoto Thyreoiditis

Informationen zu einer chronischen Erkrankung der Schilddrüse

Buch: Leben mit Hashimoto Thyreoiditis - W. Zuckschwerdt Verlag
Buch: Leben mit Hashimoto Thyreoiditis - W. Zuckschwerdt Verlag
Die Autoimmunerkrankung Hashimoto Thyreoiditis bezeichnet eine chronische Entzündung der Schilddrüse, die das Organ außer Gefecht setzt und immer mehr Personen betrifft.

Eine Erkrankung der Schilddrüse ist heutzutage nichts seltenes mehr und kann daher auch relativ schnell diagnostiziert werden, wenn man die Anzeichen ernst nimmt. Allerdings ist eine ausgiebige Untersuchung nach wie vor sehr wichtig, da es verschiedene Arten der Schilddrüsenstörungen gibt, welche sich wiederum in mehrere Richtungen entwickeln können. Dieser Artikel bezieht sich ausschließlich auf die Autoimmunerkrankung Hashimoto Thyreoiditis, kurz: "Hashimoto", und beinhaltet eine Zusammenfassung der wichtigsten Informationen.

Was die Diagnose Hashimoto Thyreoiditis bedeutet

Bei Hashimoto Thyreoiditis liegt eine Entzündung der Schilddrüse vor, die dazu führt, dass das eigene Immunsystem die Schilddrüse angreift. Dies hat zur Folge, dass die Funktion des kleinen Organs über die Jahre hinweg eingeschränkt und in manchen Fällen komplett gestoppt wird. Da die Schilddrüse die benötigte Hormonmenge nicht mehr produzieren kann, beginnt auch sie sich zu verändern. Bisher sind in diesem Zusammenhang zwei Formen bekannt: die hypotrophe Form (die Schilddrüse schrumpft) und die hypertrophe Form (die Schilddrüse vergrößert sich).

Mögliche Ursachen der Erkrankung an Hashimoto Thyreoiditis

Es gibt einige Faktoren, die diese Erkrankung auslösen können. Eine Ursache allein reicht meist jedoch nicht aus, um die Hashimoto Thyreoiditis auszulösen. Folgende Faktoren wurden bisher als Ursachen wissenschaftlich bestätigt:

  • genetische Vererbung
  • unbekannte Viren oder Bakterien
  • Belastung durch zu viel Jod (durch die Einnahme von Medikamenten beispielsweise)
  • starke hormonelle Veränderungen wie Schwangerschaft oder die Pubertät
  • psychische Überlastung durch Stress

Dennoch führen oben genannte Punkte - wie bei jeder anderen Krankheit auch - nicht zwingend zu einer Erkrankung.

Die Symptome der Hahimoto Thyreoiditis

Die Symptome dieser besonderen Form der Erkrankung sind nicht immer leicht zu deuten und können von Person zu Person extrem unterschiedlich ausfallen. Oft leiden Betroffene zu Beginn an einer Überfunktion, die sich dann zu einer Unterfunktion entwickelt. Die am Häufigsten beobachteten Anzeichen sind:

  • Gewichtszunahme
  • Depressionen
  • Haarausfall
  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • Frieren
  • Konzentrationsstörungen
  • Zyklusstörungen bei Frauen

80% der Patienten werden durch eine angepasste Hormontherapie von den Symptomen befreit, während die restlichen 20% trotz Behandlung mit zahlreichen Beschwerden zu kämpfen haben (Quelle: Deutsche Gesellschaft für Autoimmun-Erkrankungen e.V.). Im Gegensatz zu Morbus Basedow sind die Augen bei der Hashimoto Thyreoiditis jedoch nur sehr selten auf irgend eine Weise betroffen.

Mögliche Komplikationen bei Hashimoto-Patienten

Leider gibt es Fälle, bei denen sich aufgrund der Hormonveränderung Komplikationen ergeben. Meist wird der Zuckerhaushalt durch die Erkrankung in Mitleidenschaft gezogen. An dieser Stelle ist ein Diabetologe zwingend erforderlich, damit sich keine Diabetes daraus entwickeln kann.

Bei Patienten, die an zusätzlichen Störungen des Hormonhaushaltes leiden, ist die Behandlung durch einen Gynäkologen, beziehungsweise bei Männern ein Endokrinologe, notwendig.

Ebenfalls können sich Knoten in der Schilddrüse bilden, welche meist beim Ultraschall oder der Zintigraphie ersichtlich werden. Wird ein solcher Knoten entdeckt, müssen regelmäßige Kontrollen stattfinden, damit eine plötzliche Vergrößerung der Schilddrüse (der sogenannte Kropf) frühzeitig entdeckt und operiert werden kann.

Solange sich kein Kropf oder andere Komplikationen bilden, reicht die Behandlung mit körpereigenen Hormonen aus, welche man in Form von Tabletten zu sich nimmt. Allerdings muss die betroffene Person darauf achten, kein Jod zu sich zu nehmen, da Jod die Fortschreitung der Krankheit fördert.

Dr. L. Brakebusch & Prof. Dr. A. E. Heufelder: Leben mit Hashimoto Thyreoiditis. Verlag W. Zuckschwerd 2004. Gebunden, 209 Seiten. Euro 14.90

Bitte beachten Sie, dass Suite101-Artikel niemals fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Arzt - ersetzen können.

Ramona Beck, Ramona Beck

Ramona Beck - Ramona Beck ist freie Autorin. Wenn sie keine Artikel für suite101.de verfasst, schreibt sie für ein bekanntes deutsches ...

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