Ava – das neue Frauen-Magazin

Ein Online-Magazin mit Leserbeteiligung

Die unbekannte Leserin - Karin Jung / pixelio
Die unbekannte Leserin - Karin Jung / pixelio
Frauenzeitschriften gibt es viele, zunehmend auch online. Aber Magazine, bei denen die Leserinnen selbst die Themen vorgeben können, sind neu.

Der deutsche Pressemarkt ist in Bewegung. Allein im PresseKatalog werden 66 Frauenzeitschriften aufgeführt, die von so bekannten wie „Brigitte“ bis zu Spezialisten wie „Nail & Body professionell“ reichen. Print-Magazine wie „Amica“ werden eingestellt, gleichzeitig sprießen im Internet neue Frauenportale aus dem (virtuellen) Boden. Die Verlage diskutieren noch darüber ob und wie sie Inhalte im Internet gegen Bezahlung anbieten sollen. Die privaten Fernsehsender zerren die Öffentlich-Rechtlichen wegen ihrer kostenlosen iPhone-Anwendungen vor Gericht. Wie wird also die Zukunft bei Frauenmagazinen aussehen? Das Online-Magazin ava macht es vor. Ganz wörtlich.

Von den Leserinnen ausgewählt: Thema Zukunft

„Ava“ wechselt monatlich das Thema und zwar nach Vorgabe der Leserinnen. Zunächst diskutieren diese im Forum verschiedene Vorschläge, anschließend findet eine Abstimmung über das nächste Thema. Und kurz darauf, nämlich pünktlich zu Beginn des darauffolgenden Monats, finden die Leserinnen eine Vielzahl von Artikeln dazu. Wenn die Leserinnen also genug davon haben, den xten Artikel über die Oscar-Nominierung zu lesen oder noch eine neue Frühjahrsdiät auszuprobieren, setzen sie einfach selbst ihren Schwerpunkt. Zur Zeit (März 2010) ist es das Thema Zukunft. Aber beim Lesen hört es nicht auf. In der „ava-community“ können die Leserinnen mit den Autoren und Autorinnen über die einzelnen Artikel diskutieren.

Die Leserinnen müssen sich auch keine Sorgen machen, vor lauter Werbebannern den Inhalt aus dem Auge zu verlieren, denn „ava“ ist werbefrei. Diese Unabhängigkeit hat allerdings einen Preis. Ganz wie im Print muss man „ava“ abonnieren, wenn man regelmäßig und mehr erfahren will. Der Anfang jedes Artikels ist frei zugänglich, danach kommt man nur als Abonnent weiter. Das Monatsabo kostet 7,80 €, das Jahresabo kommt monatlich günstiger (6,50 € pro Monat) und kostet 78,00 € im Jahr.

Von Adam & Eva bis Soll & Haben alles vorhanden

Thematisch ist „ava“ breit aufgestellt. Die Rubriken reichen von „Adam & Eva“ (prosaisch: Beziehungen und Zwischenmenschliches) über Technik „Bits & Bytes“ zu „Soll & Haben“, wo es um Geld, aber auch ganz allgemein um alles geht, was man messen und zählen kann. Ein netter Zug ist es, dass bei allem Anspruch zukunftsweisend zu sein – das Magazin nennt sich offiziell Frauen-Magazin 3.0, wohl in Anspielung auf Web 2.0 – auch eine Rubrik „Heim & Herd“ vorkommt. Und natürlich fehlt auch die Schönheit nicht, die sich hinter Sein & Schein verbirgt.

Es lohnt sich, einen Blick hinter die einzelnen Rubriken zu werfen. So findet man unter „Adam & Eva“ zum Beispiel monatlich ein sogenanntes Frauenrätsel. Darin erklärt der (bis jetzt) einzige Mann der Redaktion, was er an Frauen so sonderbar findet. Die „Rätsel“ sind amüsant zu lesen, so dass man nur hoffen kann, dass uns Frauen die Merkwürdigkeiten nicht ausgehen.

Anmerkung: Zara Bronsky schreibt auch für ava-magazin.

Zara Bronsky - Kommunikationsberaterin, Moderatorin, Autorin In meiner Freizeit schreibe ich Kurzgeschichten. Einige davon gibt es auf im ava-magazin ...

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