Ayia Napa (auch Agia Napa) wurde zum ersten Mal 1530 erwähnt, als einer Legende nach in einer Waldhöhle eine Marienikone gefunden wurde. Da dies als göttliches Zeichen gesehen wurde, errichtete man zum Dank ein Kloster, um das sich später der Ortskern gruppierte. Bis zur Invasion der türkischen Armee 1974 war Ayia Napa ein ruhiges Dorf, das von Fischfang und Landwirtschaft lebte.

In den letzten 20 Jahren entwickelte sich das Städtchen zu einer Hochburg des Tourismus mit allem, was dazugehört: Kneipen, Autoverleihfirmen, Hotels, Souvenirläden und so weiter. Damit trat es an die Stelle der ehemals prosperierenden Stadt Famagusta, die nunmehr im türkisch besetzten Teil liegt. Einige der alteingesessenen Zyprioten haben ihre Häuser im Ortskern an touristisch orientierte Unternehmen verkauft und leben jetzt ausserhalb des Rummels.

Ayia Napa: Beliebt vor allem bei Engländern und Schweden

Als Altersruhesitz wie auch als Urlaubsziel haben sich vor allem Engländer und Schweden Ayia Napa ausgesucht. Von Mai bis Oktober gleicht der Ortskern nachts einer einzigen großen Party mit den dazugehörenden Auswüchsen, die vor allem alkoholgeschwängert begangen werden. Daneben sind es auch vereinzelt Angehörige der britischen Besatzungstruppen sowie der UNO-Truppen, die des Öfteren von den Behörden ermahnt werden müssen. So mancher Kommandeur hat seinen Soldaten den Aufenthalt dort verboten.

Saisonarbeiter aus dem osteuropäischen Raum auf Zypern

Nur sehr wenige Zyprioten sind bereit, in Betrieben, die nicht in ihrem Familienbesitz sind, zu arbeiten. Waren des früher vor allem Arbeitskräfte aus Asien und dem mitteleuropäischen Raum, kommen seit Zyperns EU-Beitritt vor allem Gastarbeiter aus dem osteuropäischen Raum für die 4-5 Monate währende Saison auf die Insel. Pjotr, ein Pole, der zu Hause Frau und zwei Töchter hat, erzählt, dass er seit drei Monaten keinen einzigen freien Tag hatte, seit er in einem Hotel am Strand als Kellner arbeitet. Nadja, eine Kellnerin aus einem benachbarten Restaurant spart für eine kleine Eigentumswohnung in Bukarest, ihre zwei pubertierenden Töchter müssen während der Saison ohne ihre Mutter klarkommen.

Teures Vergnügen

Auch außerhalb der Saison, Mitte März kommt man in den Genuss unglaublich hoher Preise für Lebensmittel. Dies erklärt sich einerseits aus den erschwerten Produktionsbedingungen auf der Insel, andererseits aber wohl aus der Geschäftstüchtigkeit der dortigen Einzelhändler. Wer nicht Mittel oder Muße hat, sich ein Auto zu mieten und in einen der großen Supermärkte zu fahren, erlebt sein blaues Wunder: Preise, die teilweise um 100 Prozent die der deutschen Produkte übertreffen. Man muss auch lange suchen, um in Restaurants typische Spezialitäten wie zum Beispiel "Meze" (eine Auswahl zypriotischer Appetithäppchen) zu finden - Hamburger und andere Fast-Food-Speisen finden sich dagegen an jeder Ecke.