Ayutthaya - Metropole des Königreichs von Siam

Wat Phra Sri Sanphet - Wolfgang Emerich
Wat Phra Sri Sanphet - Wolfgang Emerich
Die Geschichte von Thailand ist mit der Epoche Ayutthayas untrennbar verbunden. Reisende, die Bangkok besuchen, sollten einen Abstecher riskieren.

Etwa Siebzig Kilometer von der thailändischen Hauptstadt Bangkok entfernt, befindet sich die etwas unscheinbare Stadt Ayutthaya. Diese ehemalige Hauptstadt des Königreichs von Siam war über vierhundert Jahre der Mittelpunkt dieser Region Südostasiens, bis es im Jahre 1767 vom Reich der Birmanen endgültig in die Knie gezwungen worden ist. Umgeben von den Flüssen Chayo Phraya, Pasak und Lopburi ist die Stadt aus vielen Rundreisen im Land des Lächelns nicht wegzudenken.

Von Ruine zu Ruine Geschichte fühlen

Mit dem Tuk Tuk, dem Songthaew, eine Art Pick Up mit zwei Sitzreihen, oder mit dem Rad lassen sich die steinernen Zeugen großer Vergangenheit erkunden. Bei der Besichtigung der Anlage im Rahmen einer der vielen Tagesbusfahrten gehen wohl einige Eindrücke verloren. Die Schönheit und das gigantische Ausmaß dieser Anlage sind aber auch so ersichtlich. Eine solche Tagesreise lohnt, wenn man mehr über die Geschichte Thailands erfahren möchte. Wenn einer dann noch bis zum Sonnenuntergang bleibt, scheint es, als ob der Glanz dieser Stadt vor den eigenen Augen wieder aufersteht. Gegründet 1350 durch König U Thong entwickelte sich Ayutthaya - dank der Sicherheit seiner stark befestigten Lage und einer fruchtbaren Landwirtschaft - zu einer Metropole seiner Zeit. Das Königreich betrieb Handel mit Europa - ebenso wie mit Japan und China. Tempel in allen Farben und Goldüberzug sind in der Regentschaftszeit von über 30 Königen errichtet worden.

Der bereits oben erwähnte Gründer des Reiches, König U Thong, ließ den Wat Yai Chai Mongkol erbauen. Er sollte jenen Mönchen dienen, die ihre Weihe zu empfangen bereit sind. König Naresuan ließ nach einem Sieg über die Burmesen eine große Pagode auf dem Areal von Wat Yai Chai Mongkol errichten. Der im Lauf der Jahrhunderte immer mehr verfallende Tempel wurde in den Fünfziger Jahres des zwanzigsten Jahrhunderts durch sich niederlassende Mönche zu neuem Leben erweckt. Ramesaun, der Sohn des Reichsgründer U Thong, erbaute 1387 Wat Phu Khao Thong. In diesem Tempel vereinen sich sowohl der Baustil der Mon als auch der Thai Stil. Ende des sechzehnten Jahrhunderts errichtete ein birmanischer König der die Armee Siams in einer Schlacht besiegte hier die Stupa des Wats. Wat Phanon Choeng wurde in einer Zeit errichtet in der Ayutthaya noch nicht der Mittelpunkt eines Reiches war. Sein Begründer ist nicht bekannt, seine Errichtung allerdings mit Anfang des vierzehnten Jahrhunderts datiert. Die ihm innewohnende Statue eines ungefähr zwanzig Meter hohen Buddhas ist vielen Thais ein Ort spiritueller Wallfahrt.

Einer der zweifellos schönsten und beeindruckenden Tempel ist der Wat Mahatat, welcher als rituelles Zentrum gegolten haben dürfte. Von König Ramesuan Ende des vierzehnten Jahrhunderts erbaut, beherbergte er viele Buddha-Reliquien. Sieben Chedis befinden sich hier übereinander angeordnet und zeigen nach außen hin die Form einer Urne. Als Chedi werden Bauwerke bezeichnet, in denen eben solche Reliquien untergebracht sind. Ein Teil dieses Wat wurde noch im Stile der Khmer-Architektur errichtet. Nicht zu vergessen der steinerne Kopf des Buddha, welcher in einem Baum verwachsen ist. Der Besucher dieser Stätte sollte sich nur in gebeugter Haltung, also dem Buddha untergeordnet, nähern, um entsprechend Respekt zu zollen. Dem Wat Mahatat nahe ist der Wat Ratchaburana, der im Jahre 1424 durch König Borom Racha III. erbaut wurde. Der Überlieferung zufolge wurde dieser Wat über den Asche seiner Brüder erbaut, die im Kampf um den Thron erlegen sind. Viele der Funde, die in Folge von Restaurierungen gefunden wurden, dienten zur Finanzierung des Nationalmuseums.

Wahrzeichen im Reiseführer - Wat Phra Sri Sanphet

Wat Phra Sri Sanphet wird als Wahrzeichen der Ruinenstadt angesehen und ist durch die drei nebeneinander thronenden Chedis leicht zu erkennen. Eine goldene Buddha Figur, welche hier geschaffen wurde, ist der Eroberung durch das burmesische Reich ebenso zum Opfer gefallen wie der Rest der Anlage. Der Begründer der heute noch herrschenden Chakri-Dynastie, Rama I., begann mit der Restauration einer der beiden großen Buddha Statuen, des Phra Buddha Lokanart. Diese befindet sich jedoch nicht mehr an Ort und Stelle, sondern im Touristenmagnet Wat Pho von Bangkok. Vielen Reisenden bekannt als der Wat mit dem liegenden Buddha, dem "reclining Buddha", gleich hinter dem Königspalast. Nicht zu vergessen ist auch König Borom Trai Lokanat, der einen Königspalast erbauen ließ, der nach der Eroberung 1767 geplündert wurde und in Schutt und Asche verblieb. Er widmete nach dem Ausbau eines weiteren Palastes dieses Grundstück zum Tempelbezirk um und sein Bruder war jener Herrscher, der den oben erwähnten Phra Sri Sanphet errichten ließ.

Schlussendlich wäre hier noch Bang Pa In Palace zu erwähnen. Dieser befindet sich nicht direkt im Areal der Ruinenstadt, sondern auf einer Insel am Chao Phraya in der Nähe von Bang Pa In, der Provinz Ayutthaya zugehörend. Im ausklingenden Glanz des Reiches verbrachten die letzten Könige Zeiten der Entspannung an diesem beschaulichen Plätzchen. Nach dem Untergang Ayutthayas dauerte es bis zur Regentschaft Rama IV., um sich diesen Ort wieder in Erinnerung zu rufen. Sein Nachfolger Rama V., König Chulalongkorn, hielt hier öfters Hof und die Gebäude welche heute für das touristische Augen zu sehen sind, stammen Großteils aus seiner Zeit.

Quellen:

  • Reise Know How, Thailand Handbuch, Rainer Krack, 2004 12. Auflage
Wolfgang Emerich, Wolfgang Emerich

Wolfgang Emerich - Seit mehr als zwanzig Jahren Fachbetreuer in Wohngemeinschaften für geistig- und mehrfach behinderte Erwachsene Berufsausbildung ...

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