Ein Kind wird geboren. Die Nabelschnur war vor der Geburt die Verbindung zwischen Baby und Plazenta und hat das Ungeborene mit allem Notwendigen wie Sauerstoff, Nahrung, Hormone und Antikörper versorgt. Jetzt wird sie abgeklemmt und ein bis zwei Zentimeter über dem Nabel durchgetrennt. Das Baby spürt von dieser Behandlung nichts, da an der Schnittstelle keine Nerven sitzen.

Plastikklemme für den blutigen Bauchnabel

Um ein Nachbluten zu verhindern, wird der Nabelschnurrest nach der Geburt mit einer Plastikklemme abgeklemmt oder mit einem Faden abgebunden. Einige Hebammen verbinden ihn zusätzlich mit einer Nabelbinde oder einer Kompresse, damit die Plastikklemme nicht auf der zarten Babyhaut reibt. Andere Hebammen verzichten aufs Verbinden, sondern lassen den Bauchnabel offen heilen, damit ihn möglichst viel Luft erreicht. Sie sind der Ansicht, dass gerade durch das Abdecken des Nabelschnurstummels der Heilungsprozess hinausgezögert werde. In den Tagen nach der Geburt wird der Nabelschnurrest weiter eintrocknen und sich immer dunkler färben. Der Stummel fällt bei den meisten Babys innerhalb der ersten neun bis zwölf Tage ab. Manche Babys verlieren ihn sogar schon nach zwei bis drei Tagen. Genauso normal ist es aber auch, wenn sich der Stummel erst nach 14 Tagen löst.

Bis der Nabelschnurrest abfällt: Calendula-Essenz, Alkohol, eine Kochsalzlösung oder Nabelpuder

Das Durchtrennen der Nabelschnur lässt eine kleine Wunde entstehen. Daher bedarf der Nabel in den Tagen nach der Geburt einer täglichen Reinigung. Die Hebamme benutzt dafür zum Beispiel Calendula-Essenz oder eine Kochsalzlösung und wird die jungen Eltern entsprechend beraten. Einige Hebammen empfehlen zur täglichen Pflege einen speziellen Nabelpuder, der das Austrocknen des Nabels beschleunigen soll. Wer ihn benutzt, sollte die Puderreste gründlich entfernen, damit sie nicht an der Babyhaut scheuern.

Wenigstens genau so wichtig ist das Trockenhalten des Bauchnabels, damit der Nabelschnurrest gut eintrocknen kann. In dieser Zeit ist ein kurzes Bad erlaubt. Es sollte aber immer mit einer gründlichen Trocknung des Nabels beendet werden. Am besten benutzt man dafür einen weichen Lappen. Bei jedem Windelwechseln ist darauf zu achten, dass kein Urin den Nabel verunreinigt und dass die Windel nicht am Nabel scheuert. Beides verhindert ein kleiner Ausschnitt am oberen Bündchen der meisten heute erhältlichen Neugeborenen-Windeln. Fehlt dieser Ausschnitt oder benutzt man Stoffwindeln, kann man einfach den oberen Windelrand ein wenig umschlagen. Falls doch einmal Urin an den Nabel gelangt, lässt er sich gut mit Calendula-Essenz aus der Apotheke entfernen.

Der Nabel muss stets sauber und trocken sein

Ist der Nabelschnurstummel abgefallen, reicht es, den Nabel regelmäßig mit einem Waschlappen oder einem Wattestäbchen zu säubern. Auch sollte er immer möglichst trocken gehalten werden. Feuchtigkeit aus dem Bauchnabel entfernt man nach dem Baden am besten, indem man ihn mit den Fingern ein wenig spreizt. Wenn sich der Nabel mit Grind bedeckt hat, sollte dieser vorsichtig mit warmem, abgekochten Wasser und sauberem Zellstoff aufgeweicht werden. Entfernt werden darf er nicht, da sonst die Heilung der Wunde hinausgezögert werden könnte. Nicht selten schmiert der Bauchnabel auch nach dem Abfallen des Stummels immer noch ein oder zwei Wochen. Die austretende Flüssigkeit dieses so genannten Schmiernabels ist Wundsekret, das manchmal sogar blutig ist. Der nässende Nabel sollte vorsichtshalber der Hebamme oder dem Kinderarzt gezeigt werden. In aller Regel wird die Wunde aber von selbst verheilen.

Quellen unter anderem:

Nabelschnurpflege

Das Wichtigste zur Nabelpflege

Wie Sie den Bauchnabel Ihres Babys pflegen