Babys Wasser - Infos rund ums Abkochen

Trinkwasser - Paul Golla/ pixelio.de
Trinkwasser - Paul Golla/ pixelio.de
Endlich! Das Baby ist da. Doch jetzt fangen die Unsicherheiten erst an. Zum Beispiel: "Wie lange soll das Wasser fürs Baby abgekocht werden?"

"Es ist doch nur Wasser!", wird sich der eine oder andere denken. "Was soll man da schon falsch machen können? Babypflege ist doch so einfach." Meinen Sie? In der Realität jedoch stellen sich die jungen Mütter und Väter genau solche - auf den ersten Blick - banalen Fragen. Kein Wunder! Gibt es allein zum Thema "Wasser" ja zig verschiedene Verfahrensweisen.

Erst stillen, dann Wasser

Stillende Mütter können sich - zumindest in den ersten Monaten - entspannt zurücklehnen. Denn die Muttermilch liefert zunächst alles, was das Baby braucht. Und somit auch die benötigte Flüssigkeit. Lediglich in besonders heißen Monaten kann überlegt werden, ob man etwas Tee oder Wasser zufüttert - einfach um Babys Durst zu stillen. Und nun stellt sich wiederum die Frage: "Welches Wasser?!"

Babywasser, Leitungswasser, Mineralwasser und Co.

Der Markt mit Wasser ist voll - soviel steht schon mal fest. Relativ neu in der Produktpalette ist spezielles Babywasser, das auf die Bedürfnisse von Babys abgestimmt ist. Laut den Herstellern ist es absolut keimfrei. Das allerdings schlägt sich dann auch im Preis nieder: Im Schnitt bekommt man den Liter Babywasser ab 80 Cent. Statt dieser doch recht teuren Alternative können Eltern aber auch gut auf das heimische Leitungswasser zurückgreifen. Hier ist es wichtig, sich vorher bei den zuständigen Wasserbetrieben zu informieren, ob das Leitungswasser der Region für die Zubereitung von Säuglingsnahrung geeignet ist oder nicht. In der Regel jedoch ist die Qualität des deutschen Leitungswassers recht gut. Wer sich dennoch unsicher ist beziehungsweise aufgrund alter Wasserleitungen im Haus ein ungutes Gefühl hat, dem kleinen Zwerg dieses Wasser aus der Leitung anzubieten, der kann seinem Baby auch gut Mineralwasser zu trinken geben. Wichtig ist hier in jedem Fall, dass das Wasser nitratarm ist und auf dem Etikett explizit ausgewiesen ist, dass es für die Zubereitung von Säuglingsnahrung geeignet ist.

Das Wasser abkochen - aber wie lange?

Hier scheiden sich die Geister. Die einen geben ihrem Kind abgekochtes Wasser, bis es ein Jahr alt ist, die anderen, bis die Babys mobiler werden - also etwa bis zu einem halben Jahr. Die Begründung dafür lautet, dass die Kleinen mit circa sechs Monaten sowieso mit Keimen in Berührung kommen, weil sie auf dem Boden herumrobben und dabei auch so allerlei in den Mund stecken. Babys in diesem Alter können eine gewisse Keimbelastung demnach ganz gut vertragen, das Immunsystem ist soweit ausgebildet, dass es mit den Keimen umgehen kann. Bei Babys, die jünger sind, wird im Allgemeinen angeraten, das Wasser abzukochen. Ob hierbei der Wasserkocher oder aber doch der Topf am Herd das geeignete Mittel der Wahl ist, bleibt jedem selbst überlassen. Allerdings gilt es zu bedenken, dass der Wasserkocher das Wasser nur kurz aufkocht, während das Wasser auf dem Herd länger gekocht und folglich richtig abgekocht wird. Ein weiterer Vorteil des längeren Abkochens ist, dass sich hierbei der unschöne Kalk am Topfboden festsetzt. Als Faustregel gilt: Das Wasser mindestens drei bis fünf Minuten kochen lassen, dann sollten die Keime abgetötet sein. Um die Prozedur nicht ständig wiederholen zu müssen, kann das abgekochte Wasser gut 24 Stunden in einer Thermoskanne aufbewahrt werden, ehe der Wasserkochtopf wieder aufgesetzt werden muss.

Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel generell fachlichen Rat - z.B. durch einen Arzt - nicht ersetzen kann.

Nicole Schmitt - Nicole Schmitt ist seit fast 15 Jahren als Redakteurin vor allem im aktuellen Bereich zu Hause. Daneben liegen ihr aber auch Bildungs- und ...

rss